Angeschnittener Marmorkuchen aus der Gugelhupfform

Rezept Marmorkuchen: Saftig aus der Gugelhupfform wie bei Oma

Kurzantwort: Marmorkuchen ist ein Sandkuchen, von dem ein Drittel mit Kakao, Zucker und drei Löffeln Milch dunkel gefärbt wird: 250 g Butter, 220 g Zucker, fünf Eier, 400 g Mehl, Backpulver und 150 ml Milch. Hell, dunkel, hell in die Gugelhupfform schichten, mit der Gabel Spiralen ziehen, 55 bis 60 Minuten bei 175 Grad backen. Die Milch im dunklen Teig gleicht den trocknenden Kakao aus, das ist der Unterschied zwischen saftig und krümelig.

Der Marmorkuchen ist der Kuchen, den fast jeder aus der Kindheit kennt: die Wellen im Anschnitt, der Rand aus der Gugelhupfform, der Puderzucker. Er ist einfach und scheitert trotzdem regelmäßig an drei Stellen: trockener dunkler Teig, verrührte statt marmorierte Schichten, Kuchen, der in der Form hängen bleibt. Alle drei sind vermeidbar.

Hier findest du das Rezept, den Sandkuchenteig, das Färben ohne Trockenheit, die Schichtung und die Gabeltechnik, das Fetten der Form, die Glasur, Varianten mit Nüssen, Orange oder Eierlikör, andere Formen und die Fehler, die den Marmorkuchen trocken oder einfarbig machen.

Angeschnittener Marmorkuchen aus der Gugelhupfform
Hell und dunkel in Wellen: der Marmorkuchen, wie ihn jede Familie kennt. Foto: seelensturm, CC BY 4.0

Marmorkuchen — das Rezept

  • Vorbereitung: 20 Min.
  • Garzeit: 1 Std.
  • Gesamt: 1 Std. 20 Min.
  • Ergibt: 1 Gugelhupfform (24 cm), 16 Stücke
  • Pro Portion: 330 kcal

Zutaten

  • 250 g weiche Butter
  • 220 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 5 Eier (Größe M)
  • 400 g Weizenmehl (Type 405)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 150 ml Milch
  • Abrieb einer halben Bio-Zitrone
  • Für die dunkle Hälfte: 30 g Backkakao
  • 30 g Zucker
  • 3 EL Milch
  • Butter und Semmelbrösel oder Mehl für die Form
  • Puderzucker oder 150 g Zartbitterkuvertüre zum Überziehen

Zubereitung

  1. Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Gugelhupfform (24 cm) gründlich fetten und mit Semmelbröseln oder Mehl ausstreuen.
  2. Butter mit Zucker, Vanillezucker und Salz mindestens 5 Minuten hell und cremig schlagen. Eier einzeln je eine Minute unterrühren. Zitronenabrieb einrühren.
  3. Mehl und Backpulver mischen, abwechselnd mit der Milch in drei Portionen kurz unterrühren, bis der Teig schwer reißend vom Löffel fällt.
  4. Ein Drittel des Teigs in eine zweite Schüssel geben, Kakao, Zucker und 3 EL Milch unterrühren, bis er gleichmäßig dunkel und wieder so weich ist wie der helle.
  5. Die Hälfte des hellen Teigs in die Form füllen, den dunklen Teig darauf verteilen, mit dem restlichen hellen Teig bedecken.
  6. Mit einer Gabel in Spiralen durch den Teig ziehen, zwei bis drei Runden, nicht rühren.
  7. 55 bis 60 Minuten backen. Stäbchenprobe. Bei zu dunkler Oberfläche nach 40 Minuten abdecken.
  8. 10 Minuten in der Form ruhen lassen, stürzen, vollständig auskühlen. Mit Puderzucker bestäuben oder mit geschmolzener Kuvertüre überziehen.

Der Sandkuchenteig

Die Basis ist ein klassischer Rührteig mit gleichen Teilen Butter und Zucker, fünf Eiern und Mehl. Die Butter wird mit dem Zucker mindestens fünf Minuten geschlagen, bis die Masse fast weiß ist, das bringt die Luft, die den Kuchen locker macht. Die Eier kommen einzeln dazu, damit die Emulsion hält. Mehl und Backpulver werden abwechselnd mit der Milch untergerührt, nur kurz. Der Teig fällt schwer reißend vom Löffel. Wer eine Küchenmaschine hat, nutzt den Flachrührer, das Handrührgerät tut es ebenso.

Butter und Zucker werden cremig geschlagen
Sandkuchenteig: Butter schaumig, Eier einzeln. Foto: betsyweber, CC BY 4.0

Die dunkle Hälfte: Kakao braucht Milch

Kakao ist trocken und saugt Flüssigkeit. Wer ihn einfach unter ein Drittel des Teigs rührt, bekommt einen dunklen Teig, der fester ist als der helle und im Kuchen trocken und krümelig wird. Deshalb kommen mit 30 g Kakao auch 30 g Zucker gegen die Bitterkeit und drei Esslöffel Milch dazu, bis der dunkle Teig wieder dieselbe Konsistenz hat wie der helle. Backkakao, nicht Trinkkakao, der ist zu süß und blass. Für mehr Schokolade 50 g geschmolzene Zartbitterschokolade zusätzlich.

Teig in zwei Schüsseln, eine mit Kakao
Ein Drittel des Teigs wird mit Kakao und Milch dunkel gefärbt. Foto: Maniablooming, CC BY-SA 4.0

Das Verhältnis: ein Drittel dunkel

Ein Drittel dunkel, zwei Drittel hell ist das klassische Verhältnis, das die Wellen im Anschnitt ergibt. Halb und halb macht den Kuchen dunkler und die Marmorierung gröber. Wer den Kuchen als Schokoladenkuchen mit hellen Wellen will, dreht das Verhältnis um. Der Zitronenabrieb im hellen Teig ist der Kontrast, der Vanille allein nicht schafft.

Schichten und Marmorieren

Die Hälfte des hellen Teigs kommt in die Form, darauf der dunkle Teig, darauf der restliche helle. Dann wird eine Gabel oder ein Holzstäbchen zwei- bis dreimal in Spiralen durch alle Schichten gezogen, von außen nach innen, ohne zu rühren. Zu viel Ziehen vermischt die Teige zu einem einheitlichen Braun, zu wenig ergibt drei Streifen. Wer die Teige abwechselnd löffelweise einfüllt, bekommt eine feinere, unregelmäßigere Marmorierung.

Heller und dunkler Teig werden in die Form geschichtet
Hell, dunkel, hell in die gefettete Form. Foto: seelensturm, CC BY 4.0
Gabel zieht Spiralen durch den Teig
Eine Gabel in Spiralen durch den Teig gezogen, nicht gerührt. Foto: Manjil Aryal, CC0

Die Gugelhupfform fetten

Die Form mit ihren Rillen ist der Grund, warum Marmorkuchen hängen bleiben. Sie wird mit weicher Butter und dem Pinsel in jede Rille gefettet und mit Semmelbröseln oder Mehl ausgestreut, das Überschüssige ausgeklopft. Backtrennspray ist die Alternative. Nach dem Backen bleibt der Kuchen zehn Minuten in der Form, dann wird er gestürzt: Ein Gitter auf die Form, beides wenden, die Form abheben. Bleibt er hängen, mit einem Holzspieß am Rand entlangfahren und leicht auf die Form klopfen.

Backen und Garprobe

Bei 175 Grad Ober-/Unterhitze braucht der Kuchen in der 24-cm-Gugelhupfform 55 bis 60 Minuten. Die Stäbchenprobe an der dicksten Stelle ist zuverlässig. Wird die Oberfläche nach 40 Minuten dunkel, mit Alufolie abdecken. Bei Umluft 155 Grad und 50 Minuten. Der Kuchen reißt oben leicht auf, das ist die spätere Unterseite und unsichtbar.

Gugelhupfform im Ofen
55 bis 60 Minuten bei 175 Grad in der Gugelhupfform. Foto: Vegan Feast Catering, CC BY 4.0

Glasur oder Puderzucker

Puderzucker, kurz vor dem Servieren gesiebt, ist die klassische Wahl. Eine Schokoglasur aus 150 g geschmolzener Zartbitterkuvertüre mit einem Teelöffel Öl läuft in die Rillen und macht den Kuchen zur Kaffeetafel. Eine Marmorglasur aus heller und dunkler Kuvertüre, mit dem Zahnstocher verzogen, wiederholt das Muster außen. Alle kommen auf den kalten Kuchen.

Marmorkuchen mit Schokoglasur
Puderzucker oder Schokoglasur, beides passt. Foto: Tiia Monto, CC BY-SA 3.0

Varianten

Mit 100 g gemahlenen Haselnüssen statt 100 g Mehl nussiger. Mit Orangenabrieb und Orangensaft statt Milch fruchtig. Mit 100 ml Eierlikör statt Milch im hellen Teig zum Eierlikör-Marmorkuchen. Mit einem Teelöffel Espressopulver im dunklen Teig kräftiger. Mit 100 g Schokotropfen im hellen Teig doppelt schokoladig. Mit Öl statt Butter, 200 ml, saftiger und weniger buttrig. Vegan mit Margarine, Sojadrink und Apfelmus statt Eiern, der Kuchen wird dichter.

Andere Formen

Für eine Kastenform mit 30 cm die Grundmenge, Backzeit 60 bis 65 Minuten. Für eine Springform mit 26 cm die Grundmenge, 50 Minuten, der Kuchen wird flacher. Für ein Backblech die Grundmenge, 30 Minuten, als Blechmarmorkuchen mit Schokoglasur für Kindergeburtstage. Für Muffins die halbe Menge auf zwölf Förmchen, 25 Minuten, jeder Muffin mit einem Klecks dunklem Teig verzogen.

Aufbewahren und Einfrieren

Abgedeckt bei Zimmertemperatur hält der Marmorkuchen vier bis fünf Tage. Im Kühlschrank wird er fest. Eingefroren in Stücken hält er drei Monate, auftauen bei Zimmertemperatur in einer Stunde. Trocken gewordener Kuchen wird mit Vanillesauce oder als Basis für ein Schichtdessert mit Pudding und Kirschen gerettet.

Der Marmorkuchen in der deutschen Backtradition

Der Marmorkuchen kam im 19. Jahrhundert mit dem erschwinglichen Kakao in die bürgerlichen Küchen und wurde zum Sonntagskuchen, der ohne Obst, Füllung und Creme auskommt. In der DDR war er der Standardkuchen, in Westdeutschland ebenso, und er ist bis heute der Kuchen, der auf jedem Schulfest steht. Die Gugelhupfform gibt ihm die Form, die jeder erkennt.

Für Kinder

Der Marmorkuchen ist der Kuchen, an dem Kinder backen lernen: rühren, teilen, färben, schichten, Gabel ziehen. Das Ergebnis ist jedes Mal anders und immer richtig. Mit bunten Streuseln auf der Glasur oder als Muffins für den Kindergeburtstag. Ohne Zitrone und mit etwas mehr Kakao für Schokoladenfreunde.

Marmorkuchen mit Öl statt Butter

Die Ölvariante ist der Weg zum garantiert saftigen Marmorkuchen: 200 ml neutrales Öl statt 250 g Butter, die Eier werden mit dem Zucker fünf Minuten geschlagen, das Öl läuft langsam ein. Der Kuchen bleibt kalt weich, weil Öl nicht erstarrt, und hält eine Woche. Der Buttergeschmack fehlt, was Vanille und Zitrone ausgleichen. Für die Brotdose und für Kinder ist die Ölvariante die praktischere.

Marmorkuchen als Torte

Zwei Marmorkuchenböden aus 20-cm-Formen, je 40 Minuten gebacken, mit Schokoladenbuttercreme oder Nougatcreme gefüllt und außen bestrichen, ergeben eine Marmortorte für Geburtstage. Der Anschnitt zeigt die Wellen zwischen den Cremeschichten. Mit Schokoladenstreuseln außen ist sie die Torte, die Kinder bestellen. Sie hält gekühlt zwei Tage.

Der perfekte Anschnitt

Die Marmorierung zeigt sich erst beim Anschnitt, und der gelingt am besten mit einem langen, scharfen Messer am vollständig ausgekühlten Kuchen. Warmer Kuchen zerbröselt und verschmiert die Wellen. Wer die Gabel beim Marmorieren nur zweimal in großen Spiralen gezogen hat, sieht breite Bahnen, wer sie oft und klein gezogen hat, feine Adern. Beides ist Marmorkuchen, die Familie hat meist eine Vorliebe.

Was dazu passt

Kaffee und Kakao, ein Glas Milch für Kinder. Geschlagene Sahne für die Kaffeetafel, Vanilleeis für ein Dessert, Kirschkompott für den Sonntag. Der Marmorkuchen braucht nichts davon, er ist der Kuchen für zwischendurch, für die Brotdose und für den Besuch, der unangekündigt kommt.

Nährwerte

Ein Stück von 16 hat etwa 330 kcal, 5 g Eiweiß, 17 g Fett und 38 g Kohlenhydrate. Mit Schokoglasur rund 30 kcal mehr. Der Kuchen ist ein klassischer Rührkuchen ohne Anspruch auf Leichtigkeit.

Der Ablauf in der Küche

Ofen anschalten, Form fetten und ausstreuen, fünf Minuten. Butter und Zucker schlagen, Eier, Mehlmischung und Milch, zehn Minuten. Teilen, färben, schichten, Gabel, fünf Minuten. 60 Minuten backen, zehn Minuten in der Form, stürzen, zwei Stunden auskühlen, Puderzucker. Etwa dreieinhalb Stunden gesamt, 20 Minuten Arbeit.

Große Mengen und Vorrat

Für zwei Kuchen wird jeder Teig einzeln angerührt, doppelte Mengen in einer Schüssel werden mit dem Handrührgerät nicht luftig. Zwei Gugelhupfformen passen nebeneinander in den Ofen, die Backzeit bleibt gleich. Für das Schulfest oder den Kuchenbasar ist der Blechmarmorkuchen die Form mit den meisten Stücken. Reste werden in Scheiben eingefroren und sind der Kuchen für den unangekündigten Besuch.

Typische Fehler

Typische Fehler

Kakao ohne Milch: dunkler Teig trocken. Gabel zu oft gezogen: einfarbig braun. Form nicht in den Rillen gefettet: Kuchen bleibt hängen. Zu früh gestürzt: bricht. Eier auf einmal: Teig gerinnt. Zu lange gerührt: zäh. Zu heiß gebacken: außen dunkel, innen roh. Warm angeschnitten: krümelt.

Einkauf und Kosten

Ein Marmorkuchen kostet etwa drei Euro: Butter ist der größte Posten, Mehl, Zucker, Eier, Kakao und Milch sind günstig. Mit Öl statt Butter sinkt der Preis auf zwei Euro. 16 Stücke für drei Euro sind unter 20 Cent je Stück, das schafft keine Bäckerei. Die Zutaten sind immer im Haus, deshalb ist der Marmorkuchen der Kuchen für den Moment, in dem Besuch ansteht und kein Einkauf mehr möglich ist.

Häufige Fragen

Warum ist der dunkle Teig im Marmorkuchen trocken?

Kakao saugt Flüssigkeit. Mit dem Kakao drei Löffel Milch und etwas Zucker unterrühren.

Wie marmoriere ich richtig?

Hell, dunkel, hell schichten und mit der Gabel zwei bis drei Spiralen ziehen, nicht rühren.

Wie bleibt der Kuchen nicht in der Gugelhupfform hängen?

Jede Rille mit Butter pinseln, mit Bröseln oder Mehl ausstreuen, zehn Minuten nach dem Backen stürzen.

Kann ich Öl statt Butter nehmen?

Ja, 200 ml neutrales Öl. Der Kuchen wird saftiger, schmeckt aber weniger buttrig.

Wie lange hält Marmorkuchen?

Vier bis fünf Tage bei Zimmertemperatur, drei Monate eingefroren.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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