Kurzantwort: Für einen Espresso Martini gibst du 5 cl Wodka, 3 cl Kaffeelikör, 1 frisch gebrühten, kurz abgekühlten Espresso (etwa 3 cl) und 1 cl Zuckersirup mit viel Eis in den Shaker, schüttelst 15 Sekunden kräftig und seihst doppelt in eine vorgekühlte Cocktailschale ab. Drei Kaffeebohnen auf den Schaum. Der Drink stammt aus London, wo ihn der Barkeeper Dick Bradsell Ende der 1980er Jahre erfand.
Der Espresso Martini ist der Cocktail, der nach dem Essen die Frage „Kaffee oder Drink?“ überflüssig macht. Er ist bitter, süß, kalt und hat eine Schaumkrone wie ein Cappuccino.
Mit einem Martini hat er nichts zu tun, außer dem Glas. Er enthält keinen Wermut und keinen Gin. Das Rezept hier folgt der International Bartenders Association, danach kommen Herkunft, Tipps für den Schaum und eine Version ohne Alkohol.
Zutaten für ein Glas
- 5 cl Wodka
- 3 cl Kaffeelikör, klassisch Kahlúa
- 1 Espresso, frisch gebrüht, etwa 3 cl
- 0,5 bis 1 cl Zuckersirup, je nach Süße des Likörs
- Eiswürfel, reichlich
- 3 Kaffeebohnen zum Garnieren
Zuckersirup machst du selbst: 100 g Zucker in 100 ml Wasser erhitzen, bis er sich löst, abkühlen lassen. Hält im Kühlschrank vier Wochen.
Zubereitung in fünf Schritten
- Cocktailschale oder Martiniglas 10 Minuten ins Gefrierfach stellen oder mit Eis füllen.
- Espresso brühen und 2 bis 3 Minuten stehen lassen. Zu heiß schmilzt er das Eis zu schnell und verwässert den Drink.
- Shaker zu zwei Dritteln mit Eis füllen. Wodka, Likör, Espresso und Sirup dazu.
- 15 Sekunden hart schütteln, bis der Shaker außen beschlägt. Das Schütteln erzeugt den Schaum.
- Eis aus dem Glas kippen. Durch ein Barsieb und zusätzlich durch ein feines Sieb abseihen, so kommen keine Eissplitter in den Schaum. Kaffeebohnen auflegen, sofort servieren.
Woher der Espresso Martini kommt
Erstmals nachweislich zubereitet wurde der Drink Ende der 1980er Jahre in der Londoner Fred’s Bar. Der Barkeeper Dick Bradsell soll ihn für ein junges Model gemixt haben, das einen Drink verlangte, der wach macht und gleichzeitig Alkohol enthält.
Die International Bartenders Association führt den Espresso Martini in der Kategorie New Era Drinks und empfiehlt 5 cl Wodka, 3 cl Kahlúa, Zuckersirup nach Geschmack und einen kleinen, starken Espresso. Alle Zutaten werden mit Eis geschüttelt und in eine Cocktailschale abgeseiht.
Kahlúa selbst ist ein mexikanischer Kaffeelikör aus Rum, Kaffee, Zucker und Wasser, seit 1936 in Veracruz hergestellt. In Deutschland hat er seit 2023 16 Vol.-%.
Der Schaum: warum er entsteht und wie er dicht wird
Die Schaumkrone stammt aus dem Espresso. Beim Schütteln werden die Öle und Proteine des Kaffees mit Luft verquirlt, ähnlich wie beim Aufschäumen von Milch. Ein frischer Espresso mit Crema schäumt besser als ein alter aus der Kanne.
Drei Regeln für dichten Schaum: hart schütteln, mindestens 15 Sekunden. Viel Eis, damit der Drink schnell kalt wird. Doppelt abseihen, damit die Oberfläche glatt bleibt.
Wer keine Espressomaschine hat, nimmt 3 cl starken Kaffee aus dem Mokkakännchen oder aus einer Kapselmaschine. Instantkaffee funktioniert, wenn du 2 TL in 3 cl heißem Wasser löst. Der Schaum wird dünner.
Variante ohne Alkohol
Ohne Wodka und Likör bleibt ein geschüttelter Eiskaffee, der genauso aussieht und ähnlich schmeckt, wenn die Süße und die Bitterkeit stimmen.
Zutaten für ein Glas
- 1 doppelter Espresso, etwa 6 cl, kurz abgekühlt
- 2 cl Zuckersirup oder Vanillesirup
- 2 cl Hafer- oder Kuhmilch
- 1 Prise Salz
- Eis, 3 Kaffeebohnen
Alles mit Eis 15 Sekunden schütteln, doppelt abseihen, garnieren. Das Salz nimmt der Bitterkeit die Spitze, die Milch gibt Körper. Wer einen alkoholfreien Kaffeelikör im Regal hat, nimmt 3 cl davon statt Sirup und Milch.
Für mehrere Gäste
Ein Shaker fasst zwei Drinks, mehr wird schlecht kalt. Für sechs Gläser mischst du Wodka, Likör, Sirup und abgekühlten Espresso vorab in einer Flasche und stellst sie in den Kühlschrank. Dann je 12 cl der Mischung pro Glas mit Eis schütteln, zwei Gläser pro Durchgang. So bleibt der Schaum, und du stehst nicht zehn Minuten am Shaker.
Koffein und Alkohol im Glas
Ein Espresso von 60 ml enthält laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit etwa 80 mg Koffein. Der kleine Espresso im Cocktail liegt darunter, dazu kommt etwas Koffein aus dem Likör. Für gesunde Erwachsene gelten Einzeldosen bis 200 mg und bis 400 mg über den Tag als unbedenklich, für Schwangere bis 200 mg am Tag.
Alkohol: 5 cl Wodka mit 40 Vol.-% und 3 cl Likör mit 16 Vol.-% ergeben rund 20 Gramm reinen Alkohol pro Glas, etwa so viel wie ein halber Liter Bier. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht in ihrem Positionspapier von 2024 keine sichere Menge.
Häufige Fragen
Kann ich den Espresso vorher kochen?
Ja, bis zu einer Stunde vorher, im Kühlschrank gelagert. Der Schaum wird etwas weniger, dafür schmilzt weniger Eis. Für eine Runde Gäste ist das der praktischere Weg.
Welcher Wodka passt?
Ein neutraler Wodka ohne Aroma. Teure Sorten lohnen sich nicht, Kaffee und Likör überdecken alles. Vanille-Wodka ist eine bekannte Abwandlung.
Geht der Drink ohne Shaker?
Mit einem Schraubglas mit dichtem Deckel ja. Ohne Schütteln entsteht kein Schaum, Rühren reicht nicht.
Warum wird mein Espresso Martini wässrig?
Zu heißer Espresso oder zu wenig Eis. Beides lässt zu viel Eis schmelzen. Espresso abkühlen lassen, Shaker voll machen.
Was bedeuten die drei Kaffeebohnen?
Sie werden als Gesundheit, Reichtum und Glück gedeutet. Belegt ist das nicht, die Garnitur ist in den meisten Rezepten aber Standard.
Kann ich statt Kahlúa einen anderen Likör nehmen?
Ja, jeder Kaffeelikör funktioniert, auch einer aus der kleinen Rösterei. Süßere Sorten brauchen weniger Zuckersirup.
Quellen
Wikipedia: Espresso Martini
Wikipedia: Kahlúa
EFSA: Koffein
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: FAQ Alkohol
Geschrieben von Marie, Redaktion geschmacksguru.com — sie kocht hier und schreibt die Rezepte auf.

