Kurzantwort: Für einen Aperol Spritz füllst du ein Weinglas mit Eiswürfeln, gibst 9 cl Prosecco, 6 cl Aperol und einen Schuss Mineralwasser (etwa 3 cl) dazu und rührst einmal um. Eine Orangenscheibe ins Glas, fertig. Das Verhältnis 3-2-1 stammt aus Venetien, wo der Spritz seit den 1920er Jahren getrunken wird. Alkoholfrei gelingt er mit einem Bitteraperitif ohne Alkohol, Blutorangensaft und Tonic.
Der Aperol Spritz ist der Aperitif, der im Sommer jede Terrasse orange färbt. Er hat drei Zutaten, braucht keinen Shaker und ist in einer Minute fertig. Genau deshalb wird er so oft falsch gemacht: Wer drei Zutaten nach Gefühl mischt, trifft das Verhältnis selten.
Trotzdem gibt es ihn in vielen Bars zu süß, zu wässrig oder lauwarm. Das liegt am Verhältnis und am Eis. Hier steht das Originalrezept, die Herkunft des Drinks und eine Variante ohne Alkohol, die als Aperitif genauso funktioniert.
Zutaten für ein Glas
- 9 cl Prosecco, gut gekühlt
- 6 cl Aperol, gekühlt
- 3 cl Mineralwasser mit Kohlensäure oder Sodawasser
- 4 bis 5 große Eiswürfel
- 1 Scheibe Orange, unbehandelt
Das Glas ist ein bauchiges Weinglas oder ein Ballonglas. Beide fassen genug Eis, und das ist wichtiger als die Form.
Zubereitung in vier Schritten
- Glas bis oben mit Eiswürfeln füllen. Viel Eis kühlt schneller und schmilzt langsamer als wenig Eis.
- Prosecco zuerst eingießen. So mischt sich der schwerere Aperol beim Nachgießen von selbst und der Drink schäumt weniger.
- Aperol dazugeben, dann das Mineralwasser.
- Einmal mit dem Barlöffel von unten nach oben ziehen. Orangenscheibe an den Rand oder ins Glas. Sofort servieren.
Das Verhältnis 3-2-1 ist die klassische Mischung: drei Teile Sekt, zwei Teile Likör, ein Teil Mineralwasser. Wer es weniger süß mag, geht auf 4-2-1. Wer es kräftiger mag, lässt das Wasser weg.
Woher der Spritz kommt
Der Spritz ist ein Mixgetränk aus Prosecco oder Weißwein, Mineralwasser und einem Likör. Er ist seit 1920 in Venedig, in Venetien, im Friaul und in Trentino-Südtirol beliebt.
Der Name geht auf den österreichischen „Gespritzten“ zurück, die Mischung aus Wein und Sodawasser. Norditalien gehörte bis 1866 zu Österreich, und die Gewohnheit, Wein mit Wasser zu strecken, blieb nach dem Abzug der Verwaltung.
Neben Aperol kommen in Venetien auch Campari, Cynar oder Limoncello ins Glas. Der Aperol Spritz ist die hellste und süßeste Variante.
Was Aperol ist
Aperol ist ein Likör aus Rhabarber, Chinarinde, Gelbem Enzian, Bitterorange und Kräutern. Die orange-rote Farbe stammt aus den Farbstoffen E 110 und E 124.
Entwickelt haben ihn die Brüder Silvio und Luigi Barbieri 1919 für die internationale Messe von Padua. Heute gehört die Marke zur Campari-Gruppe. Der Name leitet sich vom französischen „apéro“ ab, dem Alltagswort für Aperitif.
Aperol hat 11 Vol.-% Alkohol. In Deutschland wurde er von 2006 bis 2021 mit 15 Vol.-% verkauft, weil die Pfandverordnung Spirituosen erst ab 15 Vol.-% vom Pfand befreite. Seit 2021 gibt es hier wieder die 11-Prozent-Version. Ein Spritz nach dem Rezept oben enthält damit rund 13 Gramm reinen Alkohol, etwa so viel wie ein kleines Bier.
Alkoholfreie Variante
Ein Spritz ohne Alkohol braucht drei Dinge: Bitterkeit, Kohlensäure und die orange Farbe. Das erreichst du mit alkoholfreiem Bitteraperitif aus dem Supermarkt oder mit Saft und Tonic.
Zutaten für ein Glas
- 6 cl alkoholfreier Bitteraperitif, ersatzweise 4 cl Blutorangensaft und 2 cl Grapefruitsaft
- 9 cl alkoholfreier Sekt oder Tonic Water
- 3 cl Mineralwasser
- Eis, Orangenscheibe
Zubereitung wie beim Original: Eis, dann Sekt oder Tonic, dann Aperitif oder Saft, dann Wasser. Tonic bringt die Bitterkeit, die dem Saft fehlt. Wer es herber will, gibt einen Spritzer Zitronensaft dazu.
Was dazu passt
In Venetien steht der Spritz nie allein auf dem Tisch. Dazu kommen Cicchetti, kleine Happen wie geröstetes Brot mit Stockfischcreme, Oliven, Chips oder ein Teller mit Salami und Käse. Das Salz gleicht die Süße des Aperols aus.
Zu Hause reichen grüne Oliven, gesalzene Mandeln und ein paar Grissini. Wer den Spritz als Aperitif vor dem Essen serviert, plant ein Glas pro Person und stellt Wasser dazu. Der Drink ist zum Anstoßen gedacht, nicht zum Durst löschen.
Vier Fehler, die den Spritz verderben
Warme Zutaten. Prosecco und Aperol gehören mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank. Eis allein kühlt lauwarmen Sekt nicht schnell genug und verwässert den Drink.
Zu wenig Eis. Ein halb gefülltes Glas schmilzt schneller. Voll machen.
Zu viel Rühren. Prosecco verliert Kohlensäure. Ein Zug mit dem Löffel reicht.
Falscher Sekt. Ein trockener Prosecco passt, ein halbtrockener Sekt macht den Drink klebrig. Der Aperol ist süß genug.
Häufige Fragen
Kann ich Sekt statt Prosecco nehmen?
Ja, solange er trocken oder brut ist. Ein deutscher Winzersekt funktioniert genauso gut. Prosecco ist das Original, weil der Drink aus Venetien stammt.
Wie viel Alkohol hat ein Aperol Spritz?
Nach dem Rezept oben etwa 8 bis 9 Vol.-% im Glas, umgerechnet rund 13 Gramm reiner Alkohol. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht laut ihrem Positionspapier von 2024 keine gesundheitlich sichere Alkoholmenge.
Geht Aperol Spritz für viele Gäste in der Karaffe?
Ja: 1 Flasche Prosecco (750 ml), 500 ml Aperol, 250 ml Mineralwasser. Erst kurz vor dem Servieren mischen, Eis in die Gläser, nicht in die Karaffe.
Wie lange hält angebrochener Aperol?
Mit 11 Vol.-% ist er kein Dauerläufer. Im Kühlschrank hält er etwa ein Jahr, verliert aber nach einigen Monaten an Frische.
Warum wird mein Spritz blass?
Zu viel Wasser oder zu viel geschmolzenes Eis. Das Mineralwasser ist ein Schuss, keine Portion.
Was ist der Unterschied zwischen Aperol und Campari?
Beide gehören zur Campari-Gruppe. Campari ist dunkelrot, bitterer und hat in Deutschland 25 Vol.-%. Aperol ist orange, süßer und hat 11 Vol.-%. Ein Campari Spritz ist herber.
Quellen
Wikipedia: Spritz
Wikipedia: Aperol
Deutsche Gesellschaft für Ernährung: FAQ Alkohol
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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Geschrieben von Marie, Redaktion geschmacksguru.com — sie kocht hier und schreibt die Rezepte auf.
