Gestapelte vegane Pfannkuchen mit Ahornsirup übergossen

Vegane Pfannkuchen: fluffig mit Hafermilch, Banane und Leinei

Kurzantwort: Vegane Pfannkuchen gelingen fluffig, wenn eine Mischung aus geschroteten Leinsamen und Wasser das Ei ersetzt und eine zerdrückte Banane zusätzlich für Süße und Bindung sorgt. Mit Hafermilch statt Kuhmilch ist der Teig in 15 Minuten fertig, gebacken wird er in weiteren 15 Minuten – macht rund 12 Pfannkuchen für vier Portionen.

Pfannkuchen ohne Ei und Milch klingen für viele zunächst nach einem Kompromiss, weil gerade das Ei im klassischen Rezept für Bindung und Fluffigkeit zuständig ist. Mit der richtigen Kombination aus Leinsamen und Banane lässt sich dieser Effekt aber erstaunlich gut nachbilden, ohne dass der Unterschied beim Essen groß auffällt.

Wer vegan lebt, eine Milch- oder Eiallergie hat oder einfach spontan Pfannkuchen backen will, aber gerade weder Ei noch Milch im Haus hat, findet in diesem Rezept eine zuverlässige Alternative, die sich mit wenigen Zutaten aus dem Vorratsschrank zubereiten lässt.

Vegane Pfannkuchen mit Hafermilch und Banane — das Rezept

  • Vorbereitung: 15 Min.
  • Garzeit: 15 Min.
  • Gesamt: 30 Min.
  • Ergibt: 4 Portionen, ca. 12 Pfannkuchen
  • Pro Portion: 230 kcal

Zutaten

  • 1 EL geschrotete Leinsamen
  • 3 EL Wasser
  • 1 reife Banane
  • 250 g Mehl Type 405
  • 300 ml Hafermilch
  • 2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Ahornsirup oder Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • Neutrales Öl zum Braten

Zubereitung

  1. Geschrotete Leinsamen mit Wasser verrühren und 10 Minuten quellen lassen, bis eine gelartige Masse entsteht.
  2. Die Banane in einer Schüssel mit einer Gabel fein zerdrücken.
  3. Mehl, Backpulver und Salz in einer zweiten Schüssel mischen.
  4. Hafermilch, Ahornsirup, Vanilleextrakt und die Leinsamenmasse zur zerdrückten Banane geben und verrühren.
  5. Die trockenen Zutaten dazugeben und nur so lange verrühren, bis ein glatter, dickflüssiger Teig entsteht.
  6. Eine Pfanne mit wenig Öl bei mittlerer Hitze erhitzen.
  7. Pro Pfannkuchen etwa 2 EL Teig in die Pfanne geben, kreisförmig verteilen und 2 bis 3 Minuten backen, bis sich Bläschen bilden.
  8. Wenden und die zweite Seite 2 Minuten fertig backen.

Das Leinei als Ei-Ersatz

Geschrotete Leinsamen bilden zusammen mit Wasser innerhalb weniger Minuten eine gelartige, zähflüssige Masse, die in Konsistenz und Bindungsvermögen einem Hühnerei recht nahekommt. Diese Mischung, umgangssprachlich Leinei genannt, wird in der veganen Küche seit Langem als zuverlässiger Ei-Ersatz in Teigen verwendet, weil die enthaltenen Schleimstoffe der Leinsamen die Zutaten zusammenhalten.

Warum geschrotet statt ganz

Ganze Leinsamen geben ihre bindenden Schleimstoffe nur langsam an das Wasser ab, weil die feste Schale den Kontakt zum Wasser einschränkt. Geschrotete Leinsamen haben eine deutlich größere Oberfläche und quellen dadurch innerhalb von etwa zehn Minuten zu der gewünschten gelartigen Konsistenz auf, die für den Pfannkuchenteig gebraucht wird.

Das Leinei ersetzt in diesem Rezept das Hühnerei. Foto: HealthAliciousNess, CC BY 4.0

Die Rolle der Banane

Eine reife, stark zerdrückte Banane bringt zusätzliche natürliche Süße und Feuchtigkeit in den Teig und trägt selbst zur Bindung bei, weil sie ebenfalls stärkehaltig ist. Wer den Bananengeschmack nicht mag, kann die Menge auf eine halbe Banane reduzieren und stattdessen etwas mehr Ahornsirup für die Süße verwenden.

Warum die Banane so gut mit Schokolade harmoniert

Süße, reife Banane bringt von Natur aus Aromen mit, die sich mit Kakao oder Schokoladenstückchen im Teig besonders gut ergänzen – eine Kombination, die auch aus klassischem Bananenbrot bekannt ist. Wer die Pfannkuchen also in Richtung Nachtisch statt Frühstück lenken möchte, kombiniert Banane und etwas Kakaopulver im selben Teig.

Die Zutaten im Detail

Hafermilch eignet sich für diesen Teig besonders gut, weil sie von Natur aus leicht süßlich schmeckt und sich cremig mit dem Mehl verbindet. Andere Pflanzenmilch-Sorten wie Soja- oder Mandelmilch funktionieren ebenfalls, verändern aber leicht die Konsistenz und den Geschmack des fertigen Pfannkuchens.

Warum kein normales Mehl mit Backpulver allein reicht

Backpulver allein sorgt zwar für etwas Lockerung, ersetzt aber nicht die bindende Wirkung, die ein Ei sonst liefert. Erst im Zusammenspiel mit dem Leinei und der Banane entsteht ein Teig, der beim Braten zusammenhält und sich sauber wenden lässt, statt beim ersten Versuch auseinanderzufallen.

Die richtige Teigkonsistenz

Der fertige Teig sollte dickflüssig sein und langsam vom Löffel tropfen, ohne komplett steif zu stehen. Ist er zu dünn, werden die Pfannkuchen beim Backen flach und reißen leicht; ist er zu dick, garen sie innen nicht durch, bevor die Außenseite bereits zu dunkel wird.

Pfannkuchenteig wird eingegossen Foto: Didriks, CC BY 4.0

Backen in der Pfanne

Mittlere Hitze ist bei veganen Pfannkuchen besonders wichtig, weil ohne Ei die stabilisierende Wirkung fehlt, die ein zu heißes Braten sonst etwas abfedert. Zu hohe Hitze bräunt die Außenseite, bevor der Teig innen durchgegart ist, und macht das Wenden schwieriger.

Wann gewendet wird

Sobald sich an der Oberfläche gleichmäßig kleine Bläschen bilden und die Ränder nicht mehr glänzend-flüssig, sondern matt und leicht fest aussehen, ist der richtige Zeitpunkt zum Wenden erreicht. Zu frühes Wenden reißt den Pfannkuchen leicht, weil er innen noch zu weich ist.

Pfannkuchen backen in der Pfanne Foto: say_cheddar, CC BY 4.0

Die richtige Pfanne wählen

Eine gute, beschichtete Pfanne erleichtert das Wenden erheblich, weil vegane Pfannkuchen ohne die bindende Wirkung des Eis etwas empfindlicher an unbeschichteten Stellen kleben bleiben können. Eine mittelgroße Pfanne mit flachem Boden sorgt außerdem für eine gleichmäßige Dicke der Pfannkuchen, was das gleichzeitige Garen von Rand und Mitte erleichtert.

Warum Hafermilch statt Wasser

Wasser allein würde den Teig zwar ebenfalls flüssig genug machen, brächte aber weder Geschmack noch die leichte natürliche Süße, die Hafermilch mitbringt. Zusätzlich enthält Hafermilch etwas Fett, das den fertigen Pfannkuchen geschmeidiger macht, als es mit reinem Wasser möglich wäre.

Wie hoch sollte die Hitze in der Pfanne sein

Eine mittlere Stufe, nicht die höchste, liefert bei diesem Teig das beste Ergebnis. Bei zu niedriger Hitze werden die Pfannkuchen blass und brauchen unnötig lange, bei zu hoher Hitze bräunt die Außenseite, während die Mitte noch roh bleibt – beide Extreme lassen sich mit etwas Übung und einem Testpfannkuchen am Anfang vermeiden.

Wie viele Pfannkuchen sollte eine Portion enthalten

Drei Pfannkuchen pro Person gelten als übliche Portionsgröße für ein Frühstück oder einen leichten Nachtisch. Wer die Pfannkuchen als Hauptmahlzeit servieren möchte, plant besser vier bis fünf Stück pro Person ein, je nach Größe der einzelnen Pfannkuchen.

Varianten des Grundrezepts

Wer es herzhafter mag, lässt Banane und Ahornsirup weg und würzt den Teig stattdessen mit einer Prise Salz und etwas Pfeffer – dann passen die Pfannkuchen gut zu herzhaften Belägen. Für eine fruchtige Variante lassen sich Heidelbeeren direkt in den Teig geben, bevor er in die Pfanne kommt.

Erst wenden, wenn die Ränder fest aussehen. Foto: Paul Albertella, CC BY 4.0

Mit Zimt oder Kakao

Ein Teelöffel Zimt im Teig sorgt für eine warme, herbstliche Note, während zwei Esslöffel Kakaopulver eine schokoladige Variante ergeben. Beide Gewürze lassen sich unkompliziert zusätzlich zu den übrigen Zutaten einrühren, ohne die Konsistenz des Teigs zu verändern.

Mit frischen Früchten servieren

Frische Beeren, in Scheiben geschnittene Banane oder gebratene Apfelspalten passen gut zu den fertigen Pfannkuchen und machen zusätzlichen Sirup fast überflüssig. Gerade im Sommer lohnt sich eine Mischung aus mehreren Beerensorten, im Winter eignen sich eher warme, in etwas Zimt geschwenkte Apfelstücke.

Mit Nussmus verfeinern

Ein Löffel Erdnuss- oder Mandelmus, unter den Teig gerührt oder als Topping über die fertigen Pfannkuchen gegeben, bringt zusätzliches Eiweiß und eine cremige Note, die gut zur Banane passt. Wer es weniger süß mag, kombiniert Nussmus mit ungesüßten Früchten statt mit Sirup.

Kann ich die Pfannkuchen größer backen, wie amerikanische Pancakes

Ja, dafür einfach etwas mehr Teig pro Pfannkuchen in die Pfanne geben und die Backzeit auf jeder Seite um ein bis zwei Minuten verlängern. Größere Pfannkuchen brauchen zudem eine etwas niedrigere Hitze, damit die Mitte ausreichend Zeit zum Garen hat, bevor die Ränder zu dunkel werden.

Sind vegane Pfannkuchen auch für Baby-Beikost geeignet

Ohne Zucker und mit reifer Banane als natürlichem Süßungsmittel lassen sich die Pfannkuchen an kleine Kinder anpassen, sollten dann aber in kleinere, handliche Stücke geschnitten und ohne zusätzlichen Sirup serviert werden.

Kann ich die Reste vom Teig noch am nächsten Tag backen

Ja, solange der Teig abgedeckt und gekühlt gelagert wurde. Vor dem Backen einmal kurz durchrühren und bei Bedarf mit einem Schuss Hafermilch auf die ursprüngliche Konsistenz bringen.

Länger als einen Tag sollte der rohe Teig aber nicht stehen, weil die Triebkraft des Backpulvers mit der Zeit nachlässt und die Pfannkuchen sonst weniger fluffig werden. Für ganz frisches Ergebnis empfiehlt sich deshalb, den Teig am selben Tag zu verbacken. Wer regelmäßig Pfannkuchen macht, bereitet Leinei und Banane lieber jedes Mal frisch zu. Beide Zutaten sind schnell vorbereitet und lohnen den kleinen Mehraufwand. So bleibt der Geschmack am frischesten und die Bindung am zuverlässigsten. Der zusätzliche Aufwand von wenigen Minuten zahlt sich beim Ergebnis auf dem Teller spürbar aus. Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung auf Textur und Geschmack.

Warum vegane Pfannkuchen anders gebraten werden als klassische

Ohne das stabilisierende Ei braucht der Teig etwas mehr Geduld beim Braten: Weniger Hitze, dafür etwas mehr Zeit pro Seite, verhindert, dass die Pfannkuchen an den Rändern einreißen oder beim Wenden auseinanderfallen. Wer diesen kleinen Unterschied zur klassischen Zubereitung im Kopf behält, merkt beim Braten kaum noch, dass kein Ei im Teig steckt.

Aufbewahren

Übrig gebliebene Pfannkuchen lassen sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage aufbewahren und in der Pfanne oder im Toaster wieder aufwärmen. Auch Einfrieren mit Backpapier zwischen den einzelnen Pfannkuchen funktioniert gut und macht sie zu einem schnellen Frühstück auf Vorrat.

Mit frischen Beeren oder Ahornsirup servieren. Foto: TheCulinaryGeek, CC BY 4.0

Häufige Fragen

Schmeckt man die Banane im fertigen Pfannkuchen?

Ja, mild, aber deutlich wahrnehmbar. Wer den Geschmack nicht mag, reduziert die Menge auf eine halbe Banane oder ersetzt sie testweise durch etwas mehr Hafermilch und einen zusätzlichen Esslöffel Leinsamen-Wasser-Mischung.

Kann ich glutenfreies Mehl verwenden?

Ja, eine 1-zu-1-glutenfreie Mehlmischung funktioniert in der Regel gut, der Teig kann dadurch aber etwas brüchiger werden. Eine kurze Ruhezeit des Teigs vor dem Backen hilft, die Struktur zu verbessern.

Warum reißen meine Pfannkuchen beim Wenden?

Meist wurde zu früh gewendet, bevor sich genug Bläschen gebildet hatten und der Teig innen noch zu flüssig war. Etwas Geduld vor dem Wenden löst dieses Problem zuverlässig.

Kann ich den Teig am Vorabend vorbereiten?

Der Teig lässt sich abgedeckt im Kühlschrank über Nacht aufbewahren, wird dabei aber etwas dickflüssiger. Vor dem Backen hilft ein kleiner Schuss zusätzliche Hafermilch, um die richtige Konsistenz wiederherzustellen.

Wie halte ich die ersten Pfannkuchen warm?

Fertige Pfannkuchen lassen sich auf einem Teller im auf niedrigster Stufe vorgeheizten Backofen warmhalten, während der Rest des Teigs weiter gebacken wird, ohne dass sie austrocknen.

Wie viel Öl braucht die Pfanne wirklich?

Ein dünner Film aus etwa einem halben Teelöffel Öl pro Durchgang reicht bei einer beschichteten Pfanne meist aus. Zu viel Öl macht die Ränder der Pfannkuchen eher fettig und kross statt gleichmäßig fluffig, wie es für diese Art Pfannkuchen typisch ist.

Warum werden meine Pfannkuchen innen manchmal klitschig?

Meist war entweder die Pfanne zu heiß, sodass die Außenseite schneller dunkel wurde als die Mitte durchgaren konnte, oder der Teig wurde zu dick in die Pfanne gegeben. Etwas mittlere statt hohe Hitze und dünnere Portionen lösen dieses Problem zuverlässig.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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