Orangefarbene Süßkartoffelsuppe mit Kokosmilch in einer Schale

Süßkartoffel Suppe: Cremiges Rezept mit Kokosmilch und Ingwer

Kurzantwort: Süßkartoffelsuppe entsteht aus 800 g gewürfelten Süßkartoffeln, die mit Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Currypaste angeröstet, in Gemüsebrühe weich gekocht und mit Kokosmilch püriert werden. Limettensaft gleicht die Süße aus. Die Suppe ist in 35 Minuten fertig, ergibt vier Portionen und lässt sich einfrieren. Ohne Kokosmilch gelingt sie mit Sahne oder Orangensaft.

Die Süßkartoffel ist von Natur aus süß und mehlig, sie zerfällt beim Kochen und bindet die Suppe ohne Sahne oder Mehl. Was ihr fehlt, ist Kontrast: Schärfe von Ingwer und Chili, Säure von Limette, Salz von Brühe. Erst das Zusammenspiel macht aus der Knolle eine Suppe, die nicht nach Babybrei schmeckt.

Hier findest du das Grundrezept mit Kokosmilch, die Rolle jeder Zutat, die Variante ohne Kokos, Toppings mit Biss, die Umrechnung für größere Mengen und die Fehler, die die Suppe fad oder wässrig machen.

Süßkartoffel, Kokosmilch und Ingwer ergeben eine samtige Suppe in 35 Minuten. Foto: Stacy Spensley, CC BY 4.0

Süßkartoffelsuppe mit Kokosmilch und Ingwer — das Rezept

  • Vorbereitung: 15 Min.
  • Garzeit: 20 Min.
  • Gesamt: 35 Min.
  • Ergibt: 4 Portionen
  • Pro Portion: 310 kcal

Zutaten

  • 800 g Süßkartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 30 g frischer Ingwer
  • 2 EL Kokosöl oder Rapsöl
  • 1 EL rote Currypaste oder 1 TL Currypulver
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 400 ml Kokosmilch
  • 1 Limette, Saft
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise Chiliflocken
  • Zum Servieren: Koriander, geröstete Kürbiskerne, Kokoschips, Chiliöl

Zubereitung

  1. Süßkartoffeln schälen und in 2 cm große Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Ingwer schälen und fein reiben.
  2. Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel 3 Minuten glasig dünsten, Knoblauch, Ingwer und Currypaste zugeben und eine Minute rösten, bis es duftet.
  3. Süßkartoffelwürfel zugeben und 2 Minuten mitrösten. Mit Brühe ablöschen, aufkochen und zugedeckt 15 bis 18 Minuten köcheln, bis die Würfel weich sind.
  4. Kokosmilch zugeben und kurz erhitzen, nicht mehr kochen.
  5. Suppe mit dem Pürierstab oder im Standmixer glatt pürieren. Ist sie zu dick, Brühe oder Wasser zugeben.
  6. Mit Limettensaft, Salz, Pfeffer und Chiliflocken abschmecken.
  7. In Schalen füllen und mit Koriander, gerösteten Kürbiskernen, Kokoschips und einem Faden Chiliöl servieren.

Warum Süßkartoffeln die Suppe binden

Süßkartoffeln enthalten rund 20 Prozent Stärke, mehr als die meisten Gemüse. Beim Kochen quillt die Stärke auf, die Zellwände werden weich, und beim Pürieren entsteht eine cremige Masse, die keine weitere Bindung braucht. Deshalb kommt die Suppe ohne Mehlschwitze, Kartoffel oder Sahne aus. Die Kokosmilch bringt Fett und Rundung, ist aber keine Bindung, sondern Geschmack.

Die Süße der Knolle stammt aus Maltose, die beim Erhitzen durch Enzyme aus der Stärke entsteht. Je länger die Süßkartoffel bei mittlerer Hitze gart, desto süßer wird sie. Für die Suppe ist das erwünscht, muss aber mit Säure und Schärfe ausbalanciert werden.

Gleich große Würfel garen gleichmäßig. Foto: Carol (vanhookc), CC BY 4.0

Süßkartoffeln kaufen und vorbereiten

Die orangefleischige Sorte ist die richtige für die Suppe: süß, weich und farbintensiv. Weiße oder violette Süßkartoffeln sind trockener und ergeben eine blasse Suppe. Frische Knollen sind fest, ohne weiche Stellen und Triebe. Sie werden bei Zimmertemperatur gelagert, im Kühlschrank werden sie hart und süßlich muffig.

Zum Vorbereiten schälen und in gleich große Würfel von etwa zwei Zentimetern schneiden. Ungleiche Stücke garen ungleich, und ein harter Würfel im Mixer hinterlässt Stückchen. Die Schale kann dranbleiben, wenn die Knollen gründlich gebürstet werden, sie gibt der Suppe dann eine dunklere Farbe und mehr Ballaststoffe.

Ingwer, Knoblauch und Currypaste

Ingwer ist der wichtigste Gegenspieler der Süße. 30 g, also ein daumengroßes Stück, fein gerieben, geben Schärfe und Frische. Wer es milder mag, nimmt die Hälfte. Knoblauch bringt Tiefe, zwei Zehen reichen. Rote Currypaste aus dem Asialaden liefert Chili, Zitronengras, Galgant und Kaffirlimette in einem Löffel. Currypulver funktioniert, schmeckt aber eher indisch und weniger frisch.

Alle drei werden nach den Zwiebeln kurz im Öl angeröstet. Das öffnet die Aromen und nimmt der Currypaste die rohe Schärfe. Länger als eine Minute sollte das nicht dauern, sonst brennt der Knoblauch an.

Ingwer und Knoblauch geben der süßen Knolle Schärfe. Foto: Martin Ehrensvärd, CC BY-SA 4.0

Anrösten vor dem Ablöschen

Zwiebel und Süßkartoffelwürfel werden vor dem Ablöschen einige Minuten im Öl angeröstet. Die Röstaromen an den Kanten geben der Suppe Tiefe, die eine bloß gekochte Suppe nicht hat. Wer mehr Zeit hat, röstet die Süßkartoffelwürfel 25 Minuten bei 200 Grad im Ofen, bis die Kanten karamellisieren, und gibt sie dann in die Brühe. Das ist die intensivste Variante.

Zwiebel, Ingwer und Currypaste werden vor dem Ablöschen angeröstet. Foto: Vegan Feast Catering, CC BY 4.0

Brühe, Kochzeit und Kokosmilch

Gemüsebrühe ist die Basis, selbst gekocht oder aus gutem Pulver ohne Glutamat. 800 ml auf 800 g Süßkartoffeln ergeben eine dicke Suppe, die mit der Kokosmilch die richtige Konsistenz bekommt. Die Würfel köcheln zugedeckt 15 bis 18 Minuten, bis sie mit der Gabel ohne Widerstand zerfallen.

Kokosmilch kommt erst nach dem Kochen dazu. Wird sie mitgekocht, flockt das Kokosfett aus und die Suppe wird körnig. Vollfette Kokosmilch aus der Dose, gut geschüttelt, ist die richtige Wahl. Die leichte Version aus dem Tetrapak ist dünner und bringt weniger Geschmack.

Kokosmilch kommt zum Schluss, damit sie nicht ausflockt. Foto: adambarhan, CC BY 4.0

Pürieren: Pürierstab oder Standmixer

Der Pürierstab im Topf ist praktisch und ergibt eine gute Suppe mit minimalem Aufwand. Der Standmixer macht sie feiner und samtiger, weil die Klingen schneller laufen. Heiße Suppe im Standmixer nur zur Hälfte einfüllen und den Deckel mit einem Tuch festhalten, sonst drückt der Dampf ihn hoch. Nach dem Pürieren die Konsistenz mit Brühe einstellen: Die Suppe soll vom Löffel fließen, nicht kleben.

Pürierstab oder Standmixer, beides macht die Suppe samtig. Foto: lynn dombrowski, CC BY-SA 4.0

Abschmecken: Säure, Salz, Schärfe

Nach dem Pürieren schmeckt die Suppe oft flach. Limettensaft ist der Schlüssel: Ein Esslöffel hebt die Süße und macht die Suppe frisch. Salz braucht sie mehr als gedacht, weil die Süßkartoffel Salz schluckt. Chiliflocken oder ein Tropfen Chiliöl bringen die Schärfe, die der Ingwer beim Kochen verloren hat. Erst wenn diese drei stimmen, ist die Suppe fertig.

Toppings, die Biss geben

Eine pürierte Suppe braucht etwas zum Beißen. Geröstete Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne oder Erdnüsse geben Crunch. Kokoschips, in der Pfanne ohne Fett goldbraun geröstet, passen zur Kokosmilch. Frischer Koriander oder Thai-Basilikum bringen Grün. Ein Faden Chiliöl oder Kokosmilch obenauf sieht gut aus und schmeckt. Knusprige Kichererbsen aus dem Ofen machen die Suppe sättigender, geröstete Brotwürfel sind die klassische Alternative.

Geröstete Kerne, Koriander und Limette geben Biss und Frische. Foto: Doug Beckers, CC BY-SA 4.0

Die Variante ohne Kokosmilch

Wer Kokos nicht mag, ersetzt die 400 ml durch 200 ml Sahne und 200 ml Brühe. Die Suppe wird dann europäischer und passt zu Thymian und Muskat statt Curry und Ingwer. Eine zweite Möglichkeit ist Orangensaft: 200 ml frisch gepresster Saft statt Kokosmilch, dazu Ingwer und ein Teelöffel Kreuzkümmel. Die Süße der Orange verstärkt die der Süßkartoffel, die Säure hält dagegen. Vegan bleibt die Suppe mit Hafercreme oder Cashewmus.

Weitere Varianten

Mit 300 g Möhren statt eines Teils der Süßkartoffeln wird die Suppe weniger süß und günstiger. Mit roten Linsen, 100 g mitgekocht, bekommt sie mehr Eiweiß und Bindung. Mit einem Apfel im Topf leicht säuerlich. Mit Erdnussbutter, zwei Esslöffel nach dem Pürieren, wird sie zur afrikanisch inspirierten Erdnusssuppe. Mit gebratenen Garnelen oder Hähnchenstreifen zum vollwertigen Hauptgericht.

Vorbereiten, Aufbewahren, Einfrieren

Die Suppe hält sich vier Tage im Kühlschrank und wird beim Aufwärmen dicker, dann etwas Wasser zugeben. Eingefroren in Portionen hält sie drei Monate, am besten ohne Toppings. Die Kokosmilch übersteht das Einfrieren, kann aber leicht trennen, kurzes Pürieren nach dem Aufwärmen behebt das. Für Gäste lässt sich die Suppe am Vortag kochen und schmeckt dann sogar runder.

Für Kinder und als Babybrei

Ohne Currypaste, Chili und mit halbem Ingwer ist die Suppe ein Kindergericht, die Süße kommt gut an. Als Beikost für Babys ab dem siebten Monat lässt sich die Grundsuppe ohne Salz, Gewürze und Kokosmilch kochen, pürieren und mit etwas Rapsöl anreichern. Die Erwachsenenportion wird danach separat gewürzt.

Der Ablauf in der Küche

Zuerst die Süßkartoffeln schälen und würfeln, das ist die längste Arbeit, etwa acht Minuten. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer vorbereiten, während der Topf mit Öl heiß wird. Zwiebel dünsten, Gewürze rösten, Süßkartoffeln anrösten, Brühe drauf, Deckel zu, 15 Minuten Timer. In dieser Zeit die Toppings rösten: Kürbiskerne und Kokoschips in einer trockenen Pfanne, Koriander zupfen, Limette halbieren. Kokosmilch dazu, pürieren, abschmecken, servieren. Gesamtzeit 35 Minuten, davon 15 Minuten Arbeit.

Wer die Suppe für die Woche vorkocht, verdoppelt die Menge und friert die Hälfte in Portionen ein. Der Aufwand ist derselbe, das Ergebnis reicht für zwei Abende und zwei Mittagspausen.

Süßkartoffelsuppe als Vorspeise und für Gäste

Als Vorspeise reicht die halbe Portion in einer kleinen Schale oder im Glas, mit einem Topping aus Kokoschips und Chiliöl. Vor einem asiatischen Hauptgang passt die Currypaste-Version, vor einem europäischen Menü die Variante mit Sahne und Thymian. Die Suppe lässt sich am Vortag kochen, morgens aufwärmen und im Topf warm halten, die Toppings kommen erst am Tisch drauf. Für ein Buffet eignen sich Gläser mit 100 ml, die mit einem Löffel serviert werden.

Die Süßkartoffel: Herkunft und Küche

Die Süßkartoffel stammt aus Mittel- und Südamerika und ist mit der Kartoffel nicht verwandt, sie gehört zu den Windengewächsen. Nach Europa kam sie mit Kolumbus, blieb aber bis in die 2000er Jahre ein Nischengemüse. Heute wächst sie auch in Deutschland, vor allem in Baden-Württemberg und Bayern. In der Küche ersetzt sie die Kartoffel als Pommes, Püree, Ofengemüse und in Suppen, wo ihre Süße mit Schärfe, Säure und Röstaromen am besten zur Geltung kommt.

Nährwerte

Eine Portion von vier hat etwa 310 kcal, 4 g Eiweiß, 17 g Fett und 36 g Kohlenhydrate. Das Fett stammt fast vollständig aus der Kokosmilch. Süßkartoffeln liefern Betacarotin, Kalium und Ballaststoffe. Mit leichter Kokosmilch sinkt der Wert auf rund 220 kcal, mit Sahne liegt er ähnlich wie mit Kokos.

Größere Mengen

Für acht Portionen alle Mengen verdoppeln, ein Topf mit fünf Litern reicht. Die Kochzeit bleibt gleich, das Pürieren erfolgt in zwei Durchgängen. Für ein Buffet mit zwölf Personen als Vorspeise in Gläsern reicht die doppelte Menge, weil die Portionen kleiner sind. Die Suppe steht im Topf auf kleinster Stufe eine Stunde warm, ohne zu leiden.

Typische Fehler

Kokosmilch mitgekocht: Suppe flockt. Zu wenig Salz und Säure: Suppe schmeckt nach Brei. Ingwer weggelassen: nur süß. Zu viel Brühe auf einmal: Suppe dünn, lässt sich kaum eindicken. Harte Würfel im Mixer: Stückchen. Heiße Suppe im vollen Standmixer: Deckel fliegt.

Häufige Fragen

Muss ich Süßkartoffeln für die Suppe schälen?

Nein, gut gebürstet kann die Schale dranbleiben. Geschält wird die Suppe heller und feiner.

Wie wird Süßkartoffelsuppe nicht zu süß?

Mit Ingwer, Limettensaft, Chili und ausreichend Salz. Ein Teil Möhren statt Süßkartoffeln hilft ebenfalls.

Kann ich die Suppe einfrieren?

Ja, drei Monate. Nach dem Aufwärmen kurz pürieren, falls die Kokosmilch trennt.

Welche Kokosmilch ist die richtige?

Vollfette Kokosmilch aus der Dose mit mindestens 17 Prozent Fett.

Was passt als Einlage?

Geröstete Kichererbsen, Garnelen, Hähnchen oder Kokoschips und Kürbiskerne.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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