Fertig verzierter Schmetterlingskuchen mit bunter Buttercreme

Schmetterlingskuchen: Anleitung für den Kindergeburtstag

Kurzantwort: Für einen Schmetterlingskuchen wird ein Rührteig in einer runden, ofenfesten Schüssel gebacken, nach vollständigem Auskühlen waagerecht halbiert und die beiden Rundungen wie Flügel auf einer großen Platte angeordnet. Mit Buttercreme bestrichen, bunt verziert und einem Körper aus Banane oder Mikadostäbchen in der Mitte entsteht in gut anderthalb Stunden ein Kindergeburtstagskuchen, der ganz ohne Spritztüllen oder Fondant-Modellage auskommt.

Der Trick hinter dem Schmetterlingskuchen liegt nicht im Teig, sondern in der Form: Eine ganz normale Rührkuchenmasse, in einer halbrunden Schüssel statt einer flachen Springform gebacken, ergibt nach dem Durchschneiden zwei identische Rundungen, die sich wie von selbst zu Flügeln zusammensetzen. Damit ist der Kuchen deutlich einfacher umzusetzen, als es viele Fotos von aufwendigen Motivtorten im Internet vermuten lassen, und er braucht keinerlei Spezialwerkzeug außer einer passenden Schüssel.

Wer schon einmal versucht hat, Fondant zu modellieren oder eine Torte mit der Spritztülle zu verzieren, wird diesen Kuchen als angenehme Abwechslung empfinden: Buttercreme lässt sich mit einem Löffel oder einer Palette verstreichen, Streusel und Schokolinsen übernehmen den Rest der Optik. Das macht das Rezept auch für Eltern machbar, die selten backen, aber trotzdem kurzfristig einen Hingucker auf den Geburtstagstisch stellen möchten, ohne tagelang zu üben.

Besonders praktisch: Der Grundkuchen lässt sich bereits am Vortag backen, sodass am Geburtstagsmorgen nur noch das Halbieren, Bestreichen und Verzieren übrig bleibt. Wer mit Kindern gemeinsam dekoriert, kann die Streusel und Schokolinsen einfach in kleinen Schälchen bereitstellen und das Muster gemeinsam legen lassen.

Im Vergleich zu einer klassischen zweistöckigen Motivtorte spart der Schmetterlingskuchen auch beim Transport Nerven: Weil beide Flügel flach auf der Platte liegen, kippt hier nichts um, wenn der Kuchen zur Kita oder in den Kindergarten gebracht werden muss. Das Grundgerüst aus Rührteig, Buttercreme und Streuseln lässt sich außerdem beliebig auf andere Anlässe übertragen, indem einfach die Farbe der Creme und die Deko angepasst werden, etwa in Vereinsfarben oder passend zum Lieblingsfilm des Kindes.

Schmetterlingskuchen — das Rezept

  • Vorbereitung: 40 Min.
  • Garzeit: 50 Min.
  • Gesamt: 1 Std. 30 Min.
  • Ergibt: 1 Schüsselkuchen, 12 bis 16 Stücke

Zutaten

  • 4 Eier
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 200 ml neutrales Öl
  • 200 ml Sprudelwasser
  • 400 g Mehl
  • 3 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 200 g weiche Butter
  • 300 g Puderzucker
  • 2 EL Milch
  • Lebensmittelfarbe nach Wahl
  • 1 Banane oder 2 Mikadostäbchen für den Körper
  • bunte Zuckerstreusel oder Schokolinsen zum Verzieren

Zubereitung

  1. Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine ofenfeste Schüssel (etwa 1,5 bis 2 Liter) fetten und mit Mehl ausstäuben.
  2. Eier, Zucker und Vanillezucker mit dem Handrührgerät hell und schaumig schlagen, das Öl einrühren.
  3. Mehl, Backpulver und Salz mischen, abwechselnd mit dem Sprudelwasser unter die Eimasse heben.
  4. Teig in die Schüssel füllen und 45 bis 50 Minuten backen, bis die Stäbchenprobe sauber bleibt.
  5. Kuchen zehn Minuten in der Schüssel anziehen lassen, dann stürzen und vollständig auskühlen lassen.
  6. Den ausgekühlten Kuchen waagerecht mit einem langen Messer mittig durchschneiden, sodass zwei Halbkugeln entstehen.
  7. Butter cremig rühren, Puderzucker und Milch unterrühren, bis eine streichfähige Buttercreme entsteht. Nach Wunsch einfärben.
  8. Die Rundungen der beiden Halbkugeln auf einer großen Platte gegeneinander legen, sodass sie wie Flügel wirken, dazwischen Platz für den Körper lassen.
  9. Flügel mit Buttercreme bestreichen und mit Streuseln oder Schokolinsen zu einem Muster legen. Banane oder Mikadostäbchen als Körper und Fühler platzieren.

Welche Backform sich eignet

Eine hitzebeständige Rührschüssel aus Glas oder Keramik mit rundem Boden gibt den beiden Kuchenhälften später die typische Flügelwölbung. Ohne passende Schüssel funktioniert auch eine Gugelhupfform: Dann werden die beiden Ringhälften nebeneinander als Flügel angeordnet, die Wölbung wirkt dann etwas flacher, das Ergebnis bleibt aber gut erkennbar als Schmetterling. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Form ausdrücklich als ofenfest gekennzeichnet ist, da normales Küchengeschirr bei den nötigen 175 Grad springen kann. Die Größe der Schüssel entscheidet zudem über die spätere Flügelgröße: Eine Schüssel mit 20 bis 22 Zentimetern Durchmesser passt gut zu der hier angegebenen Teigmenge und ergibt zwei Flügel von jeweils etwa 10 Zentimetern Höhe.

Der lockere Rührteig wird für die Schüsselform vorbereitet. Foto: Editor B, CC BY 4.0

Der Rührteig Schritt für Schritt

Eier und Zucker werden zuerst mehrere Minuten hell und schaumig aufgeschlagen, damit später genug Luft im Teig steckt und der Kuchen beim Backen locker aufgeht, statt kompakt und schwer zu bleiben. Öl statt Butter macht den Teig auch am zweiten Tag noch saftig, weil es bei Kühlschranktemperatur nicht fest wird, wie es Butter tut, und deshalb ideal für einen Kuchen ist, der oft schon am Vortag gebacken wird. Mehl, Backpulver und Salz werden gesiebt untergehoben, damit keine Mehlnester im fertigen Kuchen zurückbleiben. Wer mag, ersetzt einen Teil der Milch beziehungsweise des Sprudelwassers durch Buttermilch, das macht die Krume noch etwas feinporiger und saftiger.

In der Schüssel gebacken, entsteht die runde Grundform für die Flügel. Foto: Internet Archive Book Images, No restrictions

Backzeit und Stäbchenprobe

Wegen der dickeren Teigschicht in der Schüssel braucht dieser Kuchen mit 45 bis 50 Minuten deutlich länger als ein flacher Blechkuchen. Die Stäbchenprobe in der Mitte ist hier besonders wichtig, weil von außen kaum zu erkennen ist, ob der Kern schon durchgebacken ist – ein Holzstäbchen oder Spieß wird dafür senkrecht bis zum Boden der Schüssel eingestochen. Bleibt daran Teig kleben, braucht der Kuchen noch fünf bis zehn weitere Minuten, bei Bedarf mit locker aufgelegter Alufolie gegen zu dunkle Kruste. Während der letzten zehn Minuten lohnt sich außerdem ein kurzer Blick durch die Ofentür statt eines Öffnens, damit der Kuchen keine Hitze verliert und trotzdem im Auge behalten wird.

Den Kuchen richtig teilen

Erst nach vollständigem Auskühlen auf einem Kuchengitter lässt sich der Kuchen sauber halbieren, warm würde er beim Schneiden brechen und die Flügelform ruinieren. Ein langes, glattes Messer wird waagerecht in kleinen Sägebewegungen durch die Mitte geführt, am besten mit einer Hand von oben leicht Druck haltend, damit das Messer nicht abrutscht und schräg durchwandert. Eine ringsum vorher angebrachte Markierung mit der Messerspitze hilft, die Höhe während des Schnitts konstant zu halten.

Waagerecht durchgeschnitten ergeben sich zwei gleich große Halbkugeln. Foto: Dan Zen, CC BY 4.0

Buttercreme zubereiten

Zimmerwarme Butter lässt sich am cremigsten aufschlagen, kalte Butter aus dem Kühlschrank ergibt dagegen eine klumpige, ungleichmäßige Creme. Der Puderzucker wird portionsweise untergerührt, damit er sich vollständig auflöst und die Creme am Ende nicht körnig bleibt, ein Löffel Milch macht sie geschmeidiger und leichter streichfähig. Wer weniger Süße möchte, ersetzt die Buttercreme durch einen Frischkäseguss aus 200 g Frischkäse, 100 g Puderzucker und etwas Zitronensaft; eine dünne Schokoladenglasur funktioniert ebenfalls, braucht aber etwas Geschick beim gleichmäßigen Verteilen auf der gewölbten Fläche. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Kuchenoberfläche vor dem Bestreichen krümelfrei ist, dafür lässt sich vorab vorsichtig mit einem Backpinsel über die Rundung streichen, damit später keine Krümel die Buttercreme trüben.

Buttercreme aus Butter, Puderzucker und etwas Milch, eingefärbt nach Wunsch. Foto: ginnerobot, CC BY-SA 4.0

Flügel verzieren – Ideen für Muster

Symmetrische Muster wirken am überzeugendsten: Wer eine Linie Streusel in der Mitte jedes Flügels setzt und den Rand mit einer zweiten Farbe umrandet, erreicht mit wenig Aufwand einen klaren Schmetterlingslook. Schokolinsen lassen sich zusätzlich als große „Punkte“ auf den Flügeln verteilen, ähnlich wie bei echten Schmetterlingsmustern, und zwei unterschiedliche Streuselfarben pro Flügelhälfte sorgen für zusätzlichen Kontrast. Am einfachsten gelingt das Muster, wenn die Buttercreme noch frisch und leicht klebrig ist, damit die Deko sofort haften bleibt. Für zusätzliche Struktur lässt sich die Buttercreme vor dem Verzieren mit einer Gabel in leichten Wellenlinien vom Körper nach außen ziehen, das erinnert zusätzlich an eine Flügelmaserung.

Streusel und Schokolinsen ergeben das Flügelmuster. Foto: Andie712b, CC BY-SA 4.0

Körper und Fühler gestalten

Eine der Länge nach halbierte Banane ergibt einen natürlich geformten Körper zwischen den Flügeln, alternativ funktioniert eine dünne Rolle aus Mürbeteig oder ein länglicher Keks, wenn der Kuchen ohne Bananengeschmack bleiben soll. Zwei Mikadostäbchen, leicht schräg oben in den Körper gesteckt, wirken als Fühler, kleine Schokolinsen an den Spitzen machen sie zusätzlich sichtbar und geben dem Gesicht des Schmetterlings mehr Ausdruck. Zwei Schokolinsen oder Zuckeraugen auf dem Körper ergänzen das Bild. Wer auf Bananen verzichten möchte, weil Gäste allergisch reagieren könnten, greift stattdessen zu einer länglichen Praline oder einem in Schokolade getauchten Keksstiel als Körper. So bleibt der Kuchen auch auf Geburtstagen mit gemischten Gästegruppen für alle Kinder gleichermaßen essbar.

Häufige Fragen

Wie lange hält der Kuchen frisch?

Mit Buttercreme bestrichen und kühl gelagert bleibt der Kuchen zwei bis drei Tage saftig, sollte aber wegen der Butter nicht dauerhaft bei Zimmertemperatur stehen, besonders nicht an warmen Tagen.

Kann ich den Kuchen einen Tag vorher backen?

Ja, das ist sogar praktisch: Der reine Kuchen ohne Creme lässt sich am Vortag backen und abgedeckt lagern, verziert wird dann erst kurz vor der Feier, damit die Buttercreme frisch bleibt.

Welche Farbe eignet sich für die Buttercreme?

Gel-Lebensmittelfarbe färbt intensiver als flüssige Farbe, ohne die Creme dabei zu verdünnen, und eignet sich deshalb besonders gut für kräftige, kindgerechte Flügeltöne.

Was, wenn die Schüssel keine ofenfeste Kennzeichnung hat?

Ohne ausdrückliche Ofenfestigkeit sollte die Schüssel nicht verwendet werden, da sie bei hoher Hitze springen kann. Alternativ eignet sich eine spezielle Kuppelform aus dem Backzubehörhandel oder eine Gugelhupfform.

Kann ich den Kuchen einfrieren?

Der reine, ungefüllte Kuchen lässt sich gut einfrieren, mit Buttercreme verziert friert er schlechter, weil die Creme beim Auftauen ihre glatte Struktur verändert und leicht wässrig wird.

Wie bekomme ich beide Flügel gleich groß?

Entscheidend ist, den Kuchen exakt mittig zu halbieren, am besten mit einer ringsum angebrachten Markierung vor dem Schnitt. Ein leicht schräger Schnitt lässt sich beim Anordnen der Flügel außerdem kaschieren, indem die dünnere Seite nach innen zum Körper zeigt. Ein Blick von der Seite während des Schneidens hilft zusätzlich, die Messerführung waagerecht zu halten, statt sich nur auf das Gefühl zu verlassen.

Wie viel Buttercreme brauche ich für den ganzen Kuchen?

Für beide Flügel reichen 200 g Butter mit 300 g Puderzucker in der Regel aus, wer sehr dick bestreichen möchte, plant lieber ein Fünftel mehr ein. Übrige Creme lässt sich im Kühlschrank gut ein bis zwei Tage aufbewahren, vor dem Weiterverwenden sollte sie allerdings wieder Zimmertemperatur annehmen und kurz aufgeschlagen werden, damit sie streichfähig bleibt.

Kann ich den Schmetterlingskuchen auch ohne Schüssel backen?

Wenn keine passende Schüssel vorhanden ist, lässt sich der Teig auch in zwei runden Springformen backen und übereinandergelegt in der Mitte durchschneiden. Die Wölbung fällt dann etwas geringer aus, das Grundprinzip mit zwei gespiegelten Flügeln bleibt aber gleich.

Eignet sich der Kuchen auch für eine größere Kindergruppe?

Die angegebene Menge reicht für 12 bis 16 Stücke, für größere Gruppen lässt sich die Zutatenmenge um die Hälfte erhöhen und in einer entsprechend größeren Schüssel backen. Die Backzeit verlängert sich dann um etwa zehn bis fünfzehn Minuten, die Stäbchenprobe bleibt aber weiterhin das verlässlichste Zeichen für den Garpunkt.

Kann ich den Kuchen auch als Erwachsenenversion umsetzen?

Ja, mit gedeckteren Farben wie Pastelltönen statt kräftigem Rosa und Gelb sowie essbaren Blüten oder gehackten Pistazien statt Streuseln wirkt derselbe Aufbau auch auf einem Sommerfest oder einer Gartenparty elegant statt verspielt. Das Grundrezept und die Technik bleiben dabei vollkommen gleich, es ändert sich nur die Optik der Deko.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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