Schale cremige Tomatensuppe mit Basilikum

Tomatensuppe: Rezept mit gerösteten Tomaten aus dem Ofen

Kurzantwort: Für Tomatensuppe röstest du 1,2 kg Tomaten mit Paprika, Zwiebel und Knoblauch 30 Minuten bei 200 °C, gibst 600 ml Brühe dazu und pürierst alles. Das Rösten ist der Unterschied: Es verdampft Wasser und karamellisiert den Fruchtzucker, wodurch die Suppe süßer und tiefer schmeckt.

Tomatensuppe aus rohen Tomaten schmeckt oft dünn und sauer. Das liegt am Wasser: Eine frische Tomate besteht zu 94 Prozent daraus, und dieses Wasser landet unverändert im Topf.

Im Ofen verdampft ein Teil davon, und der Zucker in der Frucht karamellisiert an den Schnittflächen. Aus derselben Menge Tomaten wird so eine Suppe mit doppelt so viel Geschmack — ohne eine einzige zusätzliche Zutat.

Geröstete Tomatensuppe — das Rezept

  • Vorbereitung: 15 Min.
  • Garzeit: 45 Min.
  • Gesamt: 1 Std.
  • Ergibt: 4 Portionen
  • Pro Portion: 260 kcal

Zutaten

  • 1,2 kg reife Strauchtomaten
  • 1 rote Paprika
  • 1 Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 4 EL Olivenöl
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 2 Zweige Thymian
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Balsamico
  • Salz, schwarzer Pfeffer
  • 1 Handvoll Basilikum
  • 100 ml Sahne oder 2 EL Crème fraîche (nach Geschmack)

Zubereitung

  1. Backofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  2. Tomaten halbieren, Paprika in grobe Stücke schneiden, Zwiebel achteln. Alles mit den ungeschälten Knoblauchzehen auf ein Backblech geben.
  3. Mit Olivenöl beträufeln, salzen, pfeffern und den Thymian dazulegen. 30 Minuten rösten, bis die Ränder dunkle Stellen bekommen.
  4. Das Blech aus dem Ofen nehmen. Den Knoblauch aus der Schale drücken, die Thymianzweige entfernen.
  5. Tomatenmark in einem Topf eine Minute anrösten, bis es dunkler wird. Das geröstete Gemüse und die Brühe zugeben und zehn Minuten köcheln lassen.
  6. Alles fein pürieren. Für eine besonders glatte Suppe zusätzlich durch ein Sieb streichen.
  7. Mit Zucker, Balsamico, Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, rührt Sahne oder Crème fraîche unter.
  8. Mit frischem Basilikum bestreut servieren.

Die Zutaten im Einzelnen

Welche Tomaten sich eignen

Reife Strauchtomaten oder San Marzano — feste Salattomaten schmecken wässrig.

Reife Strauchtomaten sind die beste Wahl im Supermarkt. Sie haben mehr Fruchtfleisch als Salattomaten und genug Süße für eine ausgewogene Suppe.

San Marzano und andere Flaschentomaten sind das Ideal: wenig Kerne, festes Fleisch, kräftiger Geschmack. Sie sind meist nur als Dosenware erhältlich, und die funktioniert hier ebenso gut.

Feste, blasse Salattomaten aus dem Winterregal ergeben eine dünne, saure Suppe. Wer nur solche bekommt, greift zu Dosentomaten. Sie werden reif geerntet und schmecken außerhalb der Saison besser als frische.

Die Paprika ist kein Zufall

Thymian und Knoblauch rösten mit, statt nachträglich zugegeben zu werden.

Eine rote Paprika bringt Süße und Farbe, ohne dass man sie herausschmeckt. Sie gleicht die Säure der Tomate aus, wofür sonst Zucker nötig wäre.

Sie muss rot sein. Grüne und gelbe Paprika schmecken grasig und passen nicht zur Tomate.

Wer keine Paprika mag, ersetzt sie durch eine Möhre. Die bringt ähnliche Süße, aber weniger Farbe.

Sämig ohne Sahne

Der Stabmixer reicht. Ein Standmixer macht die Suppe seidiger.

Die Suppe bindet von allein, wenn genug Fruchtfleisch drin ist. Paprika und Zwiebel liefern zusätzlich Substanz.

Wer es dicker mag, gibt eine mehligkochende Kartoffel mit aufs Blech. Sie verschwindet geschmacklich vollständig und bindet zuverlässig.

Sahne rundet ab, macht die Suppe aber auch schwerer und dämpft den Tomatengeschmack. Ein Löffel Crème fraîche auf dem Teller wirkt genauso und lässt jedem die Wahl.

Frisch oder aus der Dose

Zwischen Juli und September sind deutsche Freilandtomaten reif und schmecken kräftig. In dieser Zeit ist frisch immer besser.

Von Oktober bis Juni kommen die Tomaten aus dem Gewächshaus und werden unreif geerntet. Dann liefern Dosentomaten mehr Geschmack, weil sie reif verarbeitet wurden.

Wer Dosentomaten nimmt, greift zu geschälten ganzen statt zu passierten. Sie enthalten weniger Wasser und sind meist von besserer Qualität.

Der Zwiebel- und Knoblauchanteil

Eine Zwiebel auf 1,2 Kilogramm Tomaten ist genug. Mehr, und die Suppe schmeckt nach Zwiebel statt nach Tomate.

Vier Knoblauchzehen klingen viel, sind es aber nicht. Im Ofen verliert Knoblauch seine Schärfe und wird süßlich-nussig.

Wer keinen Knoblauch mag, lässt ihn ersatzlos weg. Die Suppe wird dadurch flacher, aber nicht schlecht.

Das Tomatenmark anrösten

Eine Minute in heißem Öl verändert Tomatenmark grundlegend. Es wird dunkler und verliert seinen metallischen Beigeschmack.

Verbrennen darf es nicht. Sobald es dunkelrot ist und zu duften beginnt, kommt sofort Flüssigkeit dazu.

Wer den Schritt weglässt, schmeckt das Tomatenmark heraus. Angeröstet verschwindet es und lässt nur Tiefe zurück.

Tomaten im Vergleich

Welche Tomate im Topf landet, entscheidet mehr als jede Zutat danach.

Tomate Wassergehalt Geschmack Eignung
San Marzano, Dose niedrig kräftig sehr gut
Geschälte ganze, Dose niedrig gut sehr gut
Reife Strauchtomaten mittel gut im Sommer gut
Kirschtomaten mittel sehr süß gut, teuer
Salattomaten Winter hoch wässrig ungeeignet

Wer im Winter kocht, greift zur Dose. Das ist keine Notlösung, sondern die bessere Zutat.

Tomaten richtig lagern

Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank. Unter zwölf Grad stellt die Frucht die Bildung von Aromastoffen ein, und das lässt sich nicht rückgängig machen.

Der richtige Platz ist eine Schale bei Zimmertemperatur, getrennt von anderem Obst. Tomaten geben Reifegas ab und lassen Nachbarn schneller verderben.

Der grüne Strunk bleibt bis zur Verarbeitung dran. Er verschließt die Frucht, und ohne ihn trocknet sie schneller aus.

Schritt für Schritt

Warum die Tomaten in den Ofen kommen

30 Minuten bei 200 °C: Die Tomaten platzen auf und der Zucker karamellisiert.

Bei 200 Grad verliert das Gemüse etwa ein Fünftel seines Wassers. Was bleibt, ist konzentrierter Tomatengeschmack statt verdünnter.

Gleichzeitig karamellisiert der Fruchtzucker an den Schnittflächen. Die dunklen Ränder sind kein Anbrennen, sondern genau das, was die Suppe süß und rund macht.

Der Knoblauch röstet in der Schale mit. So wird er weich und mild statt scharf, und er lässt sich anschließend einfach aus der Haut drücken.

Pürieren: Stabmixer oder Standmixer

Der Stabmixer reicht für eine gute Suppe. Er lässt feine Stückchen zurück, was manche sogar bevorzugen.

Ein Standmixer arbeitet mit höherer Drehzahl und macht die Suppe seidig. Heiße Flüssigkeit dabei nie mehr als halb einfüllen und den Deckel mit einem Tuch festhalten.

Wer die Schalen und Kerne komplett draußen haben will, streicht die pürierte Suppe durch ein feines Sieb. Das kostet fünf Minuten und ein Viertel des Volumens.

Aufbewahren und Reste verwenden

Tomaten gehören nie in den Kühlschrank — unter 12 °C verlieren sie ihr Aroma.

Im Kühlschrank hält sich die Suppe vier Tage. Sahne kommt erst beim Servieren dazu, dann bleibt sie länger frisch.

Einfrieren funktioniert gut, bis zu sechs Monate. Ohne Sahne eingefroren, flockt beim Auftauen nichts aus.

Übrige Suppe wird eingekocht zur Pastasauce oder mit einem Ei verrührt zur Grundlage für Shakshuka. Beides braucht keine zusätzliche Würze.

Die Suppe abschmecken

Abgeschmeckt wird erst nach dem Pürieren. Vorher lässt sich der Salzgehalt nicht beurteilen, weil die Konsistenz noch fehlt.

Salz zuerst, dann Zucker, dann Säure. In dieser Reihenfolge, weil jede Zutat die Wirkung der vorherigen verändert.

Zum Schluss ein paar Tropfen gutes Olivenöl auf den Teller. Es trägt Aroma und macht die Oberfläche glänzend.

Das Backblech richtig belegen

Die Tomatenhälften liegen mit der Schnittfläche nach oben. So verdunstet das Wasser nach oben und der Zucker karamellisiert an der Schnittfläche.

Das Gemüse soll nebeneinander liegen, nicht übereinander. Auf einem überfüllten Blech dämpft es, statt zu rösten, und die dunklen Ränder bleiben aus.

Backpapier erleichtert das Ablösen, ist aber nicht nötig. Auf blankem Blech entstehen mehr Röstaromen, die man mit einem Schuss Brühe ablöscht und in den Topf gibt.

Die Suppe würzen: was passt

Thymian und Basilikum sind die klassischen Partner. Thymian röstet mit, Basilikum kommt frisch auf den Teller.

Geräuchertes Paprikapulver gibt der Suppe eine rauchige Note, die sonst nur mit Speck entsteht. Ein halber Teelöffel reicht.

Chili passt, aber sparsam. Die Suppe soll nach Tomate schmecken, Schärfe überdeckt die Süße aus dem Ofen.

Varianten und Beilagen

Die Suppe kalt servieren

Gekühlt schmeckt die Suppe wie eine milde Gazpacho. Dafür wird sie ohne Sahne zubereitet und mindestens vier Stunden kalt gestellt.

Kalte Speisen brauchen mehr Würze, weil Kälte den Geschmack dämpft. Vor dem Servieren noch einmal abschmecken.

Ein Spritzer Sherryessig und ein Schuss Olivenöl kurz vor dem Servieren heben die kalte Version deutlich an.

Vorbereiten, aufbewahren, Reste

Die Suppe als Vorrat

Die doppelte Menge kostet keine zusätzliche Arbeit, nur ein zweites Blech. Eingefroren hält sie sechs Monate.

Portionsweise in Gläsern eingefroren taut sie in zehn Minuten im Wasserbad auf. Gläser dabei nur zu drei Vierteln füllen, Flüssigkeit dehnt sich beim Frieren aus.

Als Basis lässt sich die Suppe weiterverwenden: mit Kokosmilch und Curry wird sie asiatisch, mit Kichererbsen und Kreuzkümmel orientalisch.

Nährwerte

Eine Portion ohne Sahne liegt bei rund 190 Kilokalorien, mit Sahne bei etwa 260. Damit ist die Suppe eine der leichtesten Vorspeisen überhaupt.

Tomaten liefern Lycopin, einen roten Farbstoff. Er wird durch Hitze und Fett besser verfügbar, das Rösten in Olivenöl arbeitet also in dieselbe Richtung.

Als Hauptgericht reicht die Suppe nicht. Mit Brot, Käse oder gerösteten Kichererbsen wird eine vollständige Mahlzeit daraus.

Gut zu wissen

Was gegen zu viel Säure hilft

Ein Teelöffel Zucker ist der schnellste Weg. Er neutralisiert die Säure nicht, überdeckt sie aber, sodass die Frucht durchkommt.

Eine Prise Natron wirkt chemisch: Es bindet die Säure tatsächlich. Mehr als eine Messerspitze auf einen Liter macht die Suppe allerdings seifig.

Der Esslöffel Balsamico klingt widersinnig, funktioniert aber. Er bringt eine andere, süßere Säure ins Spiel und lenkt vom scharfen Ton der Tomate ab.

Wie die Suppe sämiger wird

Es gibt vier Wege zu mehr Bindung, mit unterschiedlichen Folgen für den Geschmack.

Methode Menge Wirkung auf den Geschmack
Länger einkochen 20 Min. offen verstärkt alles
Kartoffel mitrösten 1 mehligkochende neutral
Sahne 100 ml milder, schwerer
Cashewmus 1 EL nussig, vegan

Mehlschwitze taucht in dieser Liste bewusst nicht auf. Sie legt sich als Schleier über die Frucht und nimmt der Suppe ihre Frische.

Einlagen, die die Suppe zur Mahlzeit machen

Geröstete Brotwürfel aus altbackenem Brot sind die einfachste Lösung. In Olivenöl mit Knoblauch angebraten dauern sie fünf Minuten.

Geröstete Kichererbsen bringen Eiweiß und Biss. Abgetropft, mit Öl und Paprikapulver gemischt und 25 Minuten bei 200 Grad im Ofen.

Ein Klecks Ricotta oder Burrata in der Mitte macht aus der Vorspeise ein Hauptgericht. Beides wird nicht untergerührt, sondern beim Essen eingerührt.

Warum die Suppe im Sommer anders schmeckt

Freilandtomaten reifen in der Sonne und bilden dabei mehr Zucker und mehr Aromastoffe. Dieselbe Sorte aus dem beheizten Gewächshaus schmeckt deutlich flacher.

Der Unterschied ist so groß, dass er die Zubereitung verändert: Sommertomaten brauchen weniger Zucker, weniger Balsamico und kürzeres Rösten.

Wer im August kocht, kann die Paprika weglassen. Sie ist im Rezept als Süßequelle drin, und im Sommer bringt die Tomate diese Süße selbst mit.

Häufige Fragen

Kann ich Dosentomaten nehmen?

Ja, 800 Gramm stückige Tomaten ersetzen die frischen. Das Rösten entfällt dann, dafür kocht die Suppe 20 Minuten offen ein.

Warum schmeckt meine Tomatensuppe wässrig?

Zu viel Brühe oder zu unreife Tomaten. Die Suppe offen weiterköcheln lassen, bis sie ein Viertel des Volumens verloren hat.

Muss ich die Tomaten häuten?

Nicht, wenn püriert wird. Die Schalen verschwinden im Mixer. Wer eine ganz glatte Suppe will, siebt sie am Ende ab.

Was passt als Einlage dazu?

Geröstete Brotwürfel, ein Klecks Pesto, geriebener Parmesan oder gebratene Gnocchi. Alles davon kommt erst auf den Teller.

Wie mache ich die Suppe vegan?

Gemüsebrühe verwenden und die Sahne durch Hafercuisine oder einen Löffel Cashewmus ersetzen. Cashewmus bindet zusätzlich.

Wie lange hält sich die Suppe?

Vier Tage im Kühlschrank, sechs Monate im Gefrierfach. Beim Aufwärmen nicht kochen lassen, sonst trennt sich die Sahne.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.


Die mobile Version verlassen