Aufgeschnittenes Kernbrot mit einer Scheibe davor

Eiweißbrot Rezept: Proteinreiches Brot ohne viel Mehl

Kurzantwort: Eiweißbrot ersetzt einen Großteil des Mehls durch Magerquark, Eier, Kerne und Flohsamenschalen als Bindemittel. Dadurch enthält es mehr Eiweiß und weniger Kohlenhydrate als klassisches Brot. Für eine Kastenform (25 cm) brauchst du 250 g Magerquark, 6 Eier und rund 250 g Kerne und Samen, die Backzeit liegt bei 50 bis 55 Minuten bei 175 Grad.

Ohne viel Mehl fehlt einem Brotteig das Gluten, das normalerweise für Struktur und Zusammenhalt sorgt. Beim Eiweißbrot übernehmen stattdessen Eier, Quark und vor allem Flohsamenschalen diese Aufgabe: Sie binden Wasser und quellen zu einem Gel auf, das die Kerne und Samen zusammenhält.

Das Rezept unten führt durch Teig, Ruhezeit und Backen und zeigt, worauf es bei der Konsistenz und der Garprobe ankommt, damit das Brot innen durchgebacken ist, ohne außen zu verbrennen.

Wer zum ersten Mal ein Eiweißbrot backt, wundert sich meist über die dickflüssige Teigkonsistenz vor dem Backen – anders als klassischer Hefeteig lässt sich dieser Teig nicht kneten oder formen, sondern nur in die Form streichen.

Eiweißbrot (Low-Carb-Brot mit Quark und Kernen) — das Rezept

  • Vorbereitung: 20 Min.
  • Garzeit: 55 Min.
  • Gesamt: 1 Std. 15 Min.
  • Ergibt: 1 Kastenform (25 cm), 16 Scheiben
  • Pro Portion: 145 kcal

Zutaten

  • 250 g Magerquark
  • 6 Eier
  • 100 g Sonnenblumenkerne
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 50 g Leinsamen, geschrotet
  • 40 g Flohsamenschalen
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Kürbiskerne, zum Bestreuen
  • 1 EL Sesam, zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform (25 cm) mit Backpapier auslegen.
  2. Magerquark und Eier in einer großen Schüssel glattrühren, bis keine Klumpen mehr zu sehen sind.
  3. Sonnenblumenkerne, gemahlene Mandeln, Leinsamen, Flohsamenschalen, Backpulver und Salz in einer zweiten Schüssel vermischen.
  4. Die trockenen Zutaten zur Quark-Ei-Masse geben und alles zu einem dicken, gleichmäßigen Teig verrühren.
  5. Den Teig 10 Minuten ruhen lassen, damit die Flohsamenschalen die Flüssigkeit aufnehmen und der Teig fester wird.
  6. Den Teig in die vorbereitete Kastenform füllen, glattstreichen und mit Kürbiskernen und Sesam bestreuen.
  7. Im vorgeheizten Ofen 50 bis 55 Minuten backen, bis die Kruste fest und dunkel golden ist und ein Holzstäbchen beim Einstechen sauber herauskommt.
  8. Das Brot 10 Minuten in der Form auskühlen lassen, dann auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen, bevor es angeschnitten wird.

Warum Eiweißbrot ohne viel Mehl auskommt

Klassisches Brot bezieht seine Struktur aus dem Klebereiweiß Gluten, das im Mehl enthalten ist. Eiweißbrot verzichtet weitgehend auf Mehl und ersetzt diese Funktion durch Eier, Quark und quellende Samen, wodurch der Kohlenhydratanteil sinkt und der Eiweißanteil steigt. Für alle, die auf ihre Kohlenhydratzufuhr achten oder einfach mehr Eiweiß über den Tag aufnehmen möchten, ist das Brot deshalb eine Alternative zum klassischen Pausenbrot, ohne dass dafür Spezialzutaten aus dem Reformhaus nötig wären.

Welche Rolle Magerquark spielt

Magerquark liefert Feuchtigkeit und zusätzliches Eiweiß, ohne nennenswert Fett oder Kohlenhydrate beizusteuern. Er macht den Teig geschmeidig genug, um sich in die Form streichen zu lassen, obwohl kein klassischer Brotteig entsteht.

Wie sich Eiweißbrot von klassischem Brot unterscheidet

Während normales Weizenbrot seinen Energiegehalt überwiegend aus Kohlenhydraten bezieht, stammt er bei Eiweißbrot größtenteils aus Fett und Eiweiß der Kerne, Eier und des Quarks. Geschmacklich fällt das Brot dadurch herzhafter und nussiger aus als ein mildes Weizenbrot, strukturell ist es außerdem deutlich dichter und schwerer.

Sonnenblumenkerne geben dem Eiweißbrot Struktur und gesunde Fette. Foto: oatsy40, CC BY 4.0

Die Quark-Ei-Masse vorbereiten

Quark und Eier werden zuerst getrennt von den restlichen Zutaten glattgerührt, damit keine Klümpchen zurückbleiben, die sich später nur schwer im dicken Teig verteilen lassen. Ein Schneebesen reicht dafür meist aus, ein Mixer geht aber schneller.

Magerquark und Eier bilden die feuchte Basis des Teigs. Foto: Shixart1985, CC BY 2.0

Warum sechs Eier nicht zu viel sind

Im Vergleich zu einem klassischen Rührkuchenteig wirkt die Eimenge hoch, sie ist bei diesem Rezept aber notwendig: Eier liefern einen großen Teil der bindenden Wirkung, die sonst durch Mehl und Gluten entsteht.

Kerne, Samen und Flohsamenschalen einarbeiten

Sonnenblumenkerne, gemahlene Mandeln und Leinsamen geben dem Brot seine kernige Textur und einen Großteil der gesunden Fette. Flohsamenschalen sind zwar nur eine kleine Menge, aber der Bestandteil, der den Teig überhaupt streichfähig und später schnittfest macht.

Was passiert, wenn die Ruhezeit fehlt

Ohne die zehnminütige Ruhezeit haben die Flohsamenschalen keine Gelegenheit, Flüssigkeit aufzunehmen und aufzuquellen. Der Teig bleibt dann zu feucht, was die Backzeit verlängert und die Krume innen klitschig machen kann.

Flohsamenschalen quellen mit Feuchtigkeit auf und binden den Teig. Foto: Oliwier Brzezinski, CC BY-SA 4.0

Warum geschrotete statt ganze Leinsamen

Ganze Leinsamen passieren den Verdauungstrakt oft unverändert, geschrotete Leinsamen geben dagegen ihre Nährstoffe leichter frei und lassen sich außerdem gleichmäßiger im Teig verteilen. Wer nur ganze Leinsamen zur Hand hat, kann sie kurz in einer Gewürzmühle schroten.

Den Teig in die Form füllen

Der fertige Teig ist deutlich dickflüssiger als klassischer Brotteig und lässt sich nicht formen, sondern nur in die Kastenform streichen. Eine mit Wasser befeuchtete Teigkarte hilft dabei, die Oberfläche glatt zu bekommen, ohne dass der Teig daran kleben bleibt.

In der Kastenform bekommt das Brot seine typische Form. Foto: ElinorD, CC BY-SA 3.0

Warum die Form nicht zu groß sein sollte

In einer zu großen Kastenform verläuft der Teig zu flach, wodurch das fertige Brot niedriger und die Kruste im Verhältnis zur Krume zu dominant wird. Eine Form von etwa 25 cm Länge ist für die angegebene Zutatenmenge gut geeignet; bei einer 30-cm-Form sollte die Menge um etwa ein Viertel erhöht werden.

Bleche statt Kastenform

Wer keine Kastenform besitzt, kann den Teig auch als flachen Fladen auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. Die Backzeit verkürzt sich dabei auf etwa 30 bis 35 Minuten, weil die Masse dünner ist und schneller durchgart.

Warum Kürbiskerne und Sesam obendrauf gehören

Das Topping aus Kürbiskernen und Sesam ist nicht nur Dekoration: Es gibt der Kruste zusätzlichen Biss und macht optisch sofort erkennbar, dass es sich um ein Kernbrot handelt und nicht um ein klassisches Weizenbrot.

Backen und die richtige Garprobe

Wegen des hohen Feuchtigkeitsanteils aus Quark und Eiern braucht Eiweißbrot deutlich länger im Ofen als ein dünn ausgerollter Kuchenteig. Eine Stäbchenprobe in der Mitte des Brots zeigt zuverlässig, ob der Kern schon durchgebacken ist.

Nach dem Backen sollte die Kruste fest und dunkel golden sein. Foto: drtel, CC BY 4.0

Warum die Kruste dunkler werden darf als bei Weizenbrot

Durch den hohen Eigehalt bräunt die Kruste von Eiweißbrot stärker und schneller als bei einem klassischen Hefebrot. Das ist normal und kein Zeichen von Verbrennen, solange die Kruste nicht schwarz wird.

Warum das Brot vollständig auskühlen sollte

Direkt aus dem Ofen ist die Krume noch instabil, weil die Flohsamenschalen ihre bindende Wirkung erst beim Abkühlen vollständig entfalten. Wer zu früh anschneidet, bekommt bröckelige statt saubere Scheiben.

Wie lange die Abkühlzeit mindestens dauern sollte

Nach 10 Minuten in der Form lässt sich das Brot leichter aus der Form lösen, vollständig ausgekühlt ist es aber erst nach etwa einer weiteren Stunde auf einem Kuchengitter. Ungeduldiges Anschneiden ist der häufigste Grund für eine krümelige Scheibe.

Varianten des Grundrezepts

Wer es herzhafter mag, rührt 100 g geriebenen Käse oder gehackte Kräuter wie Rosmarin in den Teig. Für eine Nuss-Variante lassen sich die Mandeln durch gemahlene Haselnüsse ersetzen, was dem Brot eine rundere, leicht süßliche Note gibt.

Glutenfreie Zutatenwahl beachten

Das Grundrezept enthält von Natur aus kein Mehl und ist damit für Menschen mit Zöliakie interessant, solange Backpulver und Flohsamenschalen als glutenfrei gekennzeichnet sind. Kreuzkontamination in der Verpackung ist der einzige Unsicherheitsfaktor.

Eiweißbrot mit mehr Ballaststoffen

Wer den Ballaststoffanteil weiter erhöhen möchte, ersetzt einen Teil der gemahlenen Mandeln durch Haferkleie. Das macht die Krume etwas gröber, verändert aber weder Backzeit noch Konsistenz spürbar.

Welches Mehl sich trotzdem eignet, wenn gewünscht

Wer eine etwas lockerere Krume bevorzugt, kann 50 g der gemahlenen Mandeln durch Vollkornmehl ersetzen. Der Eiweißanteil sinkt dadurch minimal, die Konsistenz wird aber etwas weniger dicht und erinnert stärker an klassisches Kastenbrot.

Aufbewahren

In Frischhaltefolie oder einer Brotdose hält sich das Brot bei Zimmertemperatur zwei bis drei Tage, im Kühlschrank etwas länger. Einzelne Scheiben lassen sich gut einfrieren und direkt aus dem Gefrierfach toasten.

Aufgeschnitten zeigt sich die dichte, kernige Krume des Eiweißbrots. Foto: Hannahdownes, CC BY-SA 4.0

Warum sich Einfrieren besonders gut eignet

Weil das Brot ohnehin dicht und schwer ist, verändert sich die Textur beim Einfrieren kaum, anders als bei luftigem Hefebrot, das nach dem Auftauen oft trockener wirkt. Einzelne Scheiben, in Gefrierbeutel verpackt, lassen sich portionsweise entnehmen und direkt im Toaster auftauen.

Häufige Fragen

Womit schmeckt das Brot am besten?

Herzhaft belegt mit Avocado, Frischkäse oder Lachs passt das kräftige Aroma der Kerne gut zu milden, cremigen Belägen. Auch pur getoastet mit etwas Butter entfaltet das Brot seinen nussigen Geschmack, ohne dass es weiterer Zutaten bedarf.

Eignet sich das Brot zum Vorbereiten für die ganze Woche?

Da sich einzelne Scheiben gut einfrieren lassen, eignet sich ein ganzes Brot gut für die Vorratsplanung: Einmal gebacken, reicht es je nach Haushaltsgröße für eine ganze Woche Frühstück. Aufgetaute Scheiben schmecken direkt aus dem Toaster fast wie frisch gebacken.

Kann ich die Flohsamenschalen weglassen?

Nicht ohne Ersatz, denn sie sind für den Zusammenhalt des Teigs verantwortlich. Ersatzweise können gemahlene Chiasamen in ähnlicher Menge verwendet werden, die Konsistenz wird dabei aber etwas anders.

Warum ist mein Brot innen noch feucht?

Meist liegt es an einer zu kurzen Backzeit oder einer zu hohen Feuchtigkeit im Quark. Die Stäbchenprobe in der dicksten Stelle des Brots zeigt zuverlässig, ob noch Backzeit fehlt.

Kann ich Vollfettquark statt Magerquark nehmen?

Ja, das Brot wird dadurch etwas gehaltvoller und die Krume minimal weicher. Am Grundprinzip des Rezepts ändert sich nichts.

Wie lange hält sich das Brot?

Abgedeckt bei Zimmertemperatur zwei bis drei Tage, im Kühlschrank bis zu einer Woche. Für längere Lagerung eignet sich das Gefrierfach.

Kann ich andere Kerne verwenden?

Ja, Sonnenblumenkerne lassen sich anteilig durch Kürbiskerne oder gehackte Walnüsse ersetzen, solange die Gesamtmenge an Kernen und Samen etwa gleich bleibt. Das beeinflusst vor allem Geschmack und Optik, weniger die Backzeit.

Warum bröckelt meine Scheibe beim Schneiden?

Meist wurde das Brot noch warm angeschnitten, bevor die Flohsamenschalen vollständig ausgekühlt und fest geworden sind. Ein scharfes, glattes Messer und vollständiges Auskühlen lösen das Problem meist.

Wie viel Eiweiß eine Scheibe ungefähr liefert

Durch Quark, Eier, Kerne und Mandeln enthält eine Scheibe deutlich mehr Eiweiß als eine vergleichbar große Scheibe Weizenbrot, auch wenn die genaue Menge je nach Zutatenmarke schwankt. Wer den Eiweißanteil zusätzlich erhöhen möchte, kann einen Teil der Sonnenblumenkerne durch grob gehackte Erdnüsse ersetzen.

Warum das Brot lange satt macht

Die Kombination aus Eiweiß, Fett und Ballaststoffen aus den Kernen sorgt für eine längere Sättigung als bei einem hellen Weizenbrot, das vor allem aus schnell verdaulichen Kohlenhydraten besteht. Für viele eignet sich das Brot deshalb besonders gut als Frühstück oder Pausensnack.

Kann ich das Brot in einer Muffinform backen?

Ja, kleinere Portionen in einer Muffinform backen deutlich schneller durch, meist reichen 25 bis 30 Minuten bei gleicher Temperatur. Die Stäbchenprobe bleibt auch hier der zuverlässigste Test.

Schmeckt Eiweißbrot nach Quark?

Im fertigen Brot ist der Quarkgeschmack kaum noch herauszuschmecken, da er sich mit den Kernen, dem Salz und der Kruste vermischt. Wer ihn ganz vermeiden möchte, kann den Quarkanteil leicht reduzieren und durch ein zusätzliches Ei ausgleichen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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