Kurzantwort: Amerikaner sind flache, weiche Rührteigkuchen: 125 g Butter mit 120 g Zucker cremig gerührt, zwei Eier, 250 g Mehl mit einem Päckchen Vanillepuddingpulver und zwei Teelöffeln Backpulver, 100 ml Milch. Zwölf Häufchen mit Abstand aufs Blech, mit nassem Löffel glatt gestrichen, 15 Minuten bei 180 Grad, hell bleiben. Die glatte Unterseite wird zur Oberseite und bekommt Zuckerguss aus Puderzucker und Zitrone, halb Schokolade für den Schwarz-Weiß-Amerikaner. Das Puddingpulver macht sie weich, wie vom Bäcker.
Amerikaner sind das Gebäck, das jedes Kind vom Bäcker kennt und das zu Hause fast nie so weich wird. Der Grund liegt in zwei Details: Puddingpulver im Teig, das Feuchtigkeit hält, und kurzes, helles Backen. Wer beides beachtet, hat in 30 Minuten zwölf Amerikaner, die besser sind als gekaufte, weil der Guss frisch ist.
Hier findest du das Rezept, den Teig, das Setzen der Häufchen, das Backen, den Guss in Varianten, den Schwarz-Weiß-Amerikaner, die Herkunft des Namens, die Version mit Hirschhornsalz, Mini-Amerikaner, das Dekorieren mit Kindern, das Aufbewahren, Nährwerte und die Fehler, die Amerikaner zerlaufen oder trocken werden lassen.
Amerikaner mit Zuckerguss — das Rezept
- Vorbereitung: 15 Min.
- Garzeit: 15 Min.
- Gesamt: 30 Min.
- Ergibt: 12 Stück
- Pro Portion: 260 kcal
Zutaten
- 125 g weiche Butter
- 120 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Salz
- 2 Eier
- 250 g Mehl
- 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (37 g)
- 2 TL Backpulver
- 100 ml Milch
- Guss: 200 g Puderzucker
- 2 bis 3 EL Zitronensaft oder Wasser
- Optional: 100 g Zartbitterschokolade für die dunkle Hälfte
Zubereitung
- Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen, zwei Bleche mit Backpapier belegen.
- Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz 3 Minuten cremig rühren. Eier einzeln unterrühren.
- Mehl, Puddingpulver und Backpulver mischen, abwechselnd mit der Milch unterrühren. Der Teig ist dick und fällt schwer vom Löffel.
- Mit einem Esslöffel oder Eisportionierer zwölf Häufchen mit 6 cm Abstand auf die Bleche setzen, mit einem nassen Löffelrücken zu flachen Kreisen von 7 cm streichen.
- 15 Minuten backen, bis die Ränder gerade fest sind und die Oberfläche hell bleibt. Auf einem Gitter auskühlen.
- Puderzucker mit Zitronensaft zu einem dicken Guss rühren. Amerikaner umdrehen, die glatte Unterseite mit Guss bestreichen, trocknen lassen. Für Schwarz-Weiß eine Hälfte mit geschmolzener Schokolade bestreichen.
Der Teig
Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz werden drei Minuten cremig gerührt, die Eier einzeln eingearbeitet, dann Mehl, Puddingpulver und Backpulver abwechselnd mit der Milch. Der Teig muss dick sein und schwer vom Löffel fallen, dicker als Rührkuchenteig. Ein zu dünner Teig läuft auf dem Blech zu Fladen. Das Vanillepuddingpulver, im Kern Stärke und Vanille, ist die Zutat, die Amerikaner vom Bäcker weich und feinporig macht. Ohne Puddingpulver 30 g Speisestärke und einen Teelöffel Vanilleextrakt.
Häufchen setzen
Mit einem Esslöffel oder einem Eisportionierer werden zwölf gleich große Häufchen mit mindestens sechs Zentimetern Abstand auf zwei Bleche gesetzt, sie verlaufen beim Backen auf das Doppelte. Mit einem in Wasser getauchten Löffelrücken werden sie zu flachen Kreisen von sieben Zentimetern gestrichen, die Oberfläche glatt. Gleich große Häufchen backen gleichmäßig, der Eisportionierer mit 60 ml ist das Maß. Für Bäckergröße sechs große Häufchen mit 90 ml.
Backen: hell bleiben
180 Grad Ober-/Unterhitze, Ofenmitte, 15 Minuten. Amerikaner sind fertig, wenn die Ränder gerade fest sind und die Oberfläche hell bis leicht goldgelb ist. Braune Amerikaner sind trocken. Umluft mit 160 Grad und beiden Blechen zugleich, 13 Minuten. Nach dem Backen sind sie oben gewölbt und unten glatt, sie kühlen fünf Minuten auf dem Blech und dann auf dem Gitter aus, bis sie ganz kalt sind, sonst schmilzt der Guss.
Die Unterseite ist die Oberseite
Amerikaner werden umgedreht und auf der glatten Unterseite glasiert, die gewölbte Seite liegt unten. Das ist der Trick, den viele nicht kennen und der die glatte, gleichmäßige Gussfläche vom Bäcker erklärt. Die Unterseite ist eben, weil sie auf dem Blech lag, und sie nimmt den Guss gleichmäßig an. Der Guss muss dick sein, damit er nicht abläuft, und wird mit einer Palette oder einem Messerrücken aufgestrichen.
Der Zuckerguss
200 g gesiebter Puderzucker mit zwei bis drei Esslöffeln Zitronensaft oder Wasser, so dick, dass er langsam vom Löffel fließt. Zitrone macht ihn frisch und weiß, Wasser neutral, Milch cremig. Der Guss trocknet in 30 Minuten zu einer matten Schicht. Für glänzenden Guss ein Teelöffel geschmolzene Butter, für rosa ein Löffel Himbeersaft, für gelb Orangensaft. Zu dünner Guss zieht in den Amerikaner ein und wird unsichtbar, zu dicker lässt sich nicht streichen.
Schwarz-Weiß-Amerikaner
Die eine Hälfte mit weißem Guss, die andere mit 100 g geschmolzener Zartbitterschokolade oder mit Zuckerguss, in den zwei Esslöffel Kakao gerührt sind. Erst die weiße Hälfte, trocknen lassen, dann die dunkle mit einer geraden Kante in der Mitte. Der Schwarz-Weiß-Amerikaner ist der Klassiker aus Berlin und der beliebteste beim Bäcker. Ganz mit Schokolade überzogen heißt er Schoko-Amerikaner.
Woher der Name
Der Name kommt nicht aus Amerika. Die verbreitetste Erklärung ist Ammoniumhydrogencarbonat, das Hirschhornsalz, mit dem das Gebäck früher gelockert wurde und das im Volksmund zu Amerikaner wurde. Eine andere führt den Namen auf amerikanische Soldaten nach 1945 zurück, die das Gebäck mit dem amerikanischen Black and White Cookie verglichen, der aus New York stammt und dem Amerikaner ähnelt. In Österreich heißt er Amerikaner oder Ami, in Teilen Deutschlands Amerikaner mit Schoko-Hälfte.
Mit Hirschhornsalz
Das Originalrezept aus der Bäckerei nimmt statt Backpulver einen Teelöffel Hirschhornsalz, in der Milch gelöst. Es lockert stärker und macht die Amerikaner flacher und lockerer, es riecht beim Backen nach Ammoniak, der Geruch verschwindet vollständig. Hirschhornsalz gibt es in der Backabteilung, es ist für flaches Gebäck gedacht, bei dickem Gebäck bleibt der Geruch. Für Einsteiger Backpulver, für Bäckertreue Hirschhornsalz.
Mini-Amerikaner
Aus dem Teig werden 30 Mini-Amerikaner mit Teelöffelhäufchen, zehn Minuten bei 180 Grad, mit Guss und Streuseln. Sie sind das Gebäck für Kindergeburtstage, Schulfeste und Buffets, in einer Hand, in zwei Bissen. Mit Smarties-Gesichtern werden sie zur Deko-Station für Kinder. Sie trocknen schneller aus als große, deshalb am Tag essen.
Dekorieren mit Kindern
Amerikaner sind das Backprojekt für Kinder: Der Teig ist ein Rührteig, die Häufchen setzen sie selbst, der Guss ist ein Pinselprojekt. Streusel, Schokolinsen, Zuckeraugen, Gesichter aus Lakritz, Buchstaben aus Zuckerschrift. Jedes Kind dekoriert seinen eigenen, und die schiefen sind die besten. Für den Kindergarten ohne Nüsse und mit stabilem Guss, der beim Transport nicht schmiert.
Varianten
Zitronen-Amerikaner mit Abrieb im Teig und Zitronenguss. Schoko-Amerikaner mit 30 g Kakao statt 30 g Mehl und Schokoglasur. Marmor-Amerikaner aus zwei Teigen. Amerikaner mit Rosinen oder Schokostückchen im Teig. Amerikaner mit Frischkäseguss wie Cupcakes. Vegane Amerikaner mit Margarine, Pflanzendrink und 60 g Apfelmus statt Eier. Glutenfreie mit Mehlmischung und glutenfreiem Puddingpulver.
Aufbewahren
Amerikaner halten zwei Tage in einer Dose bei Zimmertemperatur, der Guss schützt sie vor dem Austrocknen. Am ersten Tag sind sie am weichsten. Ohne Guss lassen sie sich drei Monate einfrieren und werden nach dem Auftauen frisch glasiert. Im Kühlschrank werden sie hart, dort gehören sie nicht hin. Übrige Amerikaner werden zerbröselt zum Cake-Pop-Teig.
Amerikaner und Black and White Cookie
Der New Yorker Black and White Cookie ist der Cousin des Amerikaners: ein flacher, kuchenartiger Keks aus Rührteig mit Buttermilch, halb mit Vanillefondant, halb mit Schokoladenfondant glasiert, auf der flachen Unterseite. Er stammt aus den Bäckereien der deutschen Einwanderer in New York um 1900, deshalb sind beide so ähnlich. Der Amerikaner ist meist etwas dicker und weicher, der Cookie flacher mit Fondant statt Zuckerguss. Wer beide gegessen hat, erkennt die gemeinsame Herkunft.
Amerikaner für Feste und Verkauf
Für den Schulbasar oder das Sommerfest werden Amerikaner am Vortag gebacken, am Morgen glasiert und einzeln in Cellophan mit Band verpackt. Mit dem Guss halten sie einen Tag frisch. Für 60 Stück die fünffache Menge in drei Durchgängen, 90 Minuten Backzeit, die Bleche wechseln sich ab. Schwarz-Weiß-Amerikaner verkaufen sich am besten, bunte Streusel für die Kinder. Bei zwei Euro je Stück finanzieren 60 Amerikaner die Klassenkasse.
Der Eisportionierer
Ein Eisportionierer mit Federmechanik und 60 ml Volumen macht zwölf gleich große Häufchen in einer Minute und gleich große Amerikaner in einem Ofen. Ohne ihn zwei Esslöffel, einer zum Abstreifen. Für Mini-Amerikaner ein Teelöffelportionierer mit 15 ml. Gleiche Größe bedeutet gleiche Backzeit, das ist bei hellem Gebäck, das schnell zu dunkel wird, der Unterschied zwischen zwölf guten und vier trockenen.
Amerikaner ohne Ei und glutenfrei
Ohne Ei: zwei Eier durch 100 g Apfelmus und einen halben Teelöffel mehr Backpulver ersetzen, die Amerikaner werden etwas dichter, mit Puddingpulver bleiben sie weich. Glutenfrei: 250 g glutenfreie Mehlmischung und glutenfreies Puddingpulver, die Häufchen laufen etwas mehr, deshalb einen Löffel weniger Milch. Laktosefrei mit laktosefreier Butter und Milch ohne Änderung. Vegan mit Margarine, Haferdrink und Apfelmus.
Nährwerte
Ein Amerikaner von zwölf mit Guss hat etwa 260 kcal, 4 g Eiweiß, 10 g Fett und 40 g Kohlenhydrate. Ein Schwarz-Weiß-Amerikaner 290. Ein Mini-Amerikaner 100. Der Bäcker-Amerikaner ist doppelt so groß und liegt bei 450. Ein Amerikaner ist ein Kuchenstück in Handform, keine Kleinigkeit.
Der Ablauf
Ofen an, Bleche belegen, zwei Minuten. Teig rühren, acht Minuten. Häufchen setzen und streichen, fünf Minuten. 15 Minuten backen, in denen der Guss gerührt wird. Auskühlen 20 Minuten, glasieren fünf, trocknen 30. Eine Stunde von der Schüssel bis zum ersten Amerikaner, 20 Minuten Arbeit.
Kosten
Butter, Zucker, Eier, Mehl, Puddingpulver, Milch, Puderzucker: rund zwei Euro für zwölf Amerikaner, 17 Cent das Stück. Beim Bäcker kostet einer 1,20 bis 2 Euro. Zwölf selbst gebackene sparen 15 Euro und schmecken frischer.
Amerikaner als Kuchen
Der Teig ergibt in der 26-cm-Springform einen flachen Kuchen, 25 Minuten bei 180 Grad, der nach dem Auskühlen gestürzt und auf der glatten Seite glasiert wird, halb weiß, halb schwarz. Der Amerikaner-Kuchen ist der Geburtstagskuchen für Kinder, die keine Torte wollen, in Stücke geschnitten schmeckt jedes wie ein Amerikaner.
Typische Fehler
Teig zu dünn: Fladen. Häufchen zu eng: zusammengebacken. Zu lange gebacken: trocken und braun. Auf der gewölbten Seite glasiert: Guss läuft ab. Guss auf warme Amerikaner: schmilzt und zieht ein. Guss zu dünn: unsichtbar. Ohne Puddingpulver: fester. Im Kühlschrank gelagert: hart. Hirschhornsalz im dicken Teig: riecht nach Ammoniak.
Was zum Amerikaner passt
Ein Glas Milch oder Kakao für Kinder, ein Kaffee für Erwachsene. Zum Kindergeburtstag neben Muffins, zum Schulfrühstück in der Dose, als Pausenbrot-Ersatz am Freitag. Ein Amerikaner ist ein Kuchenstück ohne Teller, das ist sein Zweck.
Häufige Fragen
Warum sind meine Amerikaner nicht weich?
Zu lange gebacken oder kein Puddingpulver. Hell bleiben, 15 Minuten.
Welche Seite bekommt den Guss?
Die glatte Unterseite, die auf dem Blech lag.
Warum zerlaufen die Amerikaner?
Teig zu dünn oder Butter geschmolzen. Der Teig muss schwer vom Löffel fallen.
Backpulver oder Hirschhornsalz?
Backpulver für Einsteiger, Hirschhornsalz für die Bäckerversion.
Wie lange halten Amerikaner?
Zwei Tage in der Dose, ohne Guss eingefroren drei Monate.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

