Wie lange muss Blumenkohl kochen? Röschen und ganzer Kopf

Kurz gesagt: Röschen brauchen 8 bis 10 Minuten, ein ganzer Kopf 20 bis 25 Minuten. Ein Schuss Milch oder Zitrone im Wasser hält ihn weiß. Zu langes Kochen macht ihn matschig und lässt ihn streng riechen.

Blumenkohl ist ein dankbares Gemüse – bis man ihn fünf Minuten zu lange kocht.

Die Zeiten

Röschen im Salzwasser: 8 bis 10 Minuten

Röschen im Dampf: 10 bis 12 Minuten

Ganzer Kopf: 20 bis 25 Minuten

Im Backofen bei 200 Grad, ganzer Kopf: 40 bis 50 Minuten

In der Pfanne, Röschen: 8 bis 10 Minuten

Wie er weiß bleibt

Ein Schuss Milch oder ein Spritzer Zitronensaft im Kochwasser verhindert, dass der Kohl gräulich wird.

Auch hier gilt: nach dem Garen sofort abgießen. Im heißen Wasser gart er nach und verliert Struktur.

Gegen den Geruch

Der typische Kohlgeruch entsteht durch schwefelhaltige Verbindungen, die bei langem Erhitzen frei werden. Kurze Garzeit und ein offener Topf helfen.

Ein Lorbeerblatt oder ein Stück Brotrinde im Wasser sind alte Hausmittel, die den Geruch dämpfen.

Der Garpunkt

Ein Messer sollte auf leichten Widerstand treffen. Gleitet es völlig widerstandslos hinein, ist der Kohl bereits über dem Punkt.

Für Aufläufe und Gratins gart man ihn bewusst kürzer, weil er im Ofen weitergart.

Die Blätter und der Strunk

Beide sind essbar. Die zarten inneren Blätter lassen sich mitgaren, der Strunk geschält und gewürfelt ebenfalls.

Aus Blumenkohl wird außerdem gern ein Reis-Ersatz: roh gerieben und kurz in der Pfanne geschwenkt.

Dämpfen, Braten und Ofen

Gedämpft brauchen Röschen etwa zehn bis zwölf Minuten und behalten dabei mehr Geschmack und Vitamine als beim Kochen im Wasser. Ein ganzer Kopf braucht im Dämpfeinsatz rund 25 bis 30 Minuten. Der Deckel bleibt dabei geschlossen.

In der Pfanne werden Röschen in etwa acht bis zehn Minuten gar, wenn sie zuvor kurz blanchiert wurden. Ohne Blanchieren bräunen sie außen, bevor sie innen weich sind. Etwas Wasser mit Deckel gleicht das aus.

Im Backofen bei 200 Grad braucht ein in Scheiben geschnittener Kopf mit Öl etwa 25 bis 30 Minuten, Röschen rund 20. Die Röstaromen verändern den Geschmack deutlich und machen den Kohl auch für Skeptiker interessant. Etwas Kurkuma oder Paprika verstärkt die Farbe.

Nährwerte und Verdaulichkeit

Blumenkohl liefert je 100 Gramm rund 25 Kilokalorien und enthält viel Vitamin C, Vitamin K, Folsäure und Ballaststoffe. Er gehört zu den Kohlgemüsen und enthält deren typische Senfölverbindungen. Diese entstehen erst beim Zerkleinern.

Als Kohlgemüse kann er blähend wirken, allerdings deutlich weniger als Weiß- oder Rotkohl. Kümmel, Fenchel oder Anis im Kochwasser mindern diesen Effekt. Auch gründliches Kauen hilft mehr, als viele denken.

Für Menschen mit empfindlichem Darm ist gut durchgegarter Blumenkohl bekömmlicher als roher oder bissfester. Wer ihn schlecht verträgt, beginnt mit kleinen Mengen. Püriert ist er meist am verträglichsten.

Einkauf und Lagerung

Frischer Blumenkohl hat feste, geschlossene weiße Röschen ohne braune Flecken und frische, nicht welke Blätter. Die Blätter sind der beste Frischeanzeiger, weil sie schneller nachlassen als der Kopf. Ein leichter grauer Schimmer ist unbedenklich.

Im Kühlschrank hält er sich im Gemüsefach etwa vier bis sieben Tage, am besten in einem perforierten Beutel. Er sollte nicht neben Äpfeln liegen, weil deren Ethylen die Alterung beschleunigt. Gewaschen wird erst vor der Zubereitung.

Braune Stellen lassen sich großzügig wegschneiden, solange der Rest fest ist. Wird der ganze Kopf weich oder riecht streng, gehört er nicht mehr auf den Teller. Der Geruch ist das zuverlässigste Kriterium.

Blumenkohl als Ersatz

Fein zerkleinert und kurz angebraten ergibt Blumenkohl eine reisähnliche Beilage mit deutlich weniger Kohlenhydraten. Gekocht und püriert ersetzt er Kartoffelpüree, wenn er zuvor gut abgetropft ist. Beides funktioniert nur, wenn er nicht zu wässrig bleibt.

Als Pizzaboden wird er zerkleinert, ausgedrückt und mit Ei und Käse gebunden. Das Ergebnis ist weicher als ein Teigboden und muss auf Backpapier gebacken werden. Vorbacken ohne Belag verbessert die Struktur.

In allen Varianten gilt: Je mehr Wasser vorher herausgedrückt wird, desto besser das Ergebnis. Ein sauberes Küchentuch leistet dabei mehr als ein Sieb. Dieser Schritt entscheidet über Erfolg oder Matsch.

Farbige Sorten

Neben dem weißen gibt es orange, violette und grüne Sorten, die dieselbe Zubereitung vertragen. Die Farbe stammt von natürlichen Pflanzenfarbstoffen, bei orangen Sorten von Carotinoiden. Beim Kochen verblasst besonders die violette Farbe.

Ein Schuss Essig oder Zitrone im Wasser hilft, die Farbe zu halten, wirkt bei Violett aber nur begrenzt. Dämpfen und Braten erhalten die Farbe besser als Kochen. Für optisch anspruchsvolle Gerichte ist das der bessere Weg.

Geschmacklich unterscheiden sich die Sorten wenig, orange Varianten schmecken etwas süßlicher. Der Preis liegt meist höher, weil die Mengen kleiner sind. Für den Alltag ist die weiße Sorte völlig ausreichend.

Reste verwerten

Übrig gebliebener gekochter Blumenkohl eignet sich für Auflauf, Suppe oder Salat mit Vinaigrette. Er nimmt Dressing gut auf, wenn er noch lauwarm ist. Kalt zieht er weniger Geschmack.

Aus Resten und etwas Brühe wird mit dem Stabmixer in wenigen Minuten eine Cremesuppe. Muskatnuss und ein Löffel Sahne runden sie ab. Geröstete Röschen als Einlage geben Struktur.

Auch der Strunk lässt sich verwenden: geschält und in Scheiben geschnitten wird er wie Kohlrabi gegart. Er schmeckt milder als die Röschen. Weggeworfen werden muss von einem Kopf fast nichts.

Häufige Fragen

Kann man Blumenkohl roh essen?

Ja, in kleinen Röschen etwa als Rohkost. Er ist dann etwas schwerer verdaulich.

Warum wird Blumenkohl braun?

Braune Stellen sind Druckstellen oder Oxidation. Sie lassen sich wegschneiden.

Wie friert man ihn ein?

In Röschen teilen, drei Minuten blanchieren, abschrecken, trocknen, einfrieren.

Ist Romanesco dasselbe?

Eine nahe verwandte Sorte mit spitzen Türmchen, gart etwas schneller.

Wie lange dämpft man Röschen?

Etwa zehn bis zwölf Minuten.

Wie lange hält Blumenkohl im Kühlschrank?

Vier bis sieben Tage.

Warum verliert violetter Blumenkohl die Farbe?

Der Farbstoff ist hitzeempfindlich und wasserlöslich.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.


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