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Kurzantwort: Für etwa 400 ml Ingwer-Shot pürierst du 100 g Ingwer mit dem Saft von 3 Orangen und 1 Zitrone, 1 TL Kurkuma und einer Prise Pfeffer im Mixer, siebst die Masse durch ein feines Sieb und füllst sie in eine saubere Flasche. Im Kühlschrank hält der Shot 5 bis 7 Tage. Eine Portion sind 30 bis 40 ml. Das dauert 10 Minuten und kostet einen Bruchteil der gekauften Fläschchen.
Gekaufte Ingwer-Shots bestehen laut einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, über die das Bundeszentrum für Ernährung im Februar 2025 berichtete, zu mehr als 70 Prozent aus Apfel- oder Orangensaft und zu höchstens 18 Prozent aus Ingwer. Selbst Bio-Produkte enthalten über 7 g Zucker je 100 ml. Die kleinen 60-ml-Fläschchen kosten je Liter etwa dreimal so viel wie die 150-ml-Flaschen.
Selbst gemacht bestimmst du, wie viel Ingwer hineinkommt. Mein Rezept ist deutlich schärfer als die gekauften und enthält keinen zugesetzten Zucker. Wer es milder mag, nimmt eine Orange mehr.
Weiter unten steht, was Ingwer tatsächlich kann und was nur behauptet wird. Der Shot schmeckt gut und macht wach. Mehr verspreche ich nicht.
Zutaten für etwa 400 ml, 10 Portionen
- 100 g frischer Ingwer, möglichst Bio
- 3 Orangen, etwa 300 ml Saft
- 1 Zitrone, etwa 40 ml Saft
- 1 TL gemahlene Kurkuma oder 20 g frische Kurkumawurzel
- 1 Prise schwarzer Pfeffer
- 1 EL Honig oder Ahornsirup, wahlweise
- 100 ml Wasser, falls der Mixer schwergängig ist
Zubereitung, 10 Minuten
- Ingwer gründlich waschen und abbürsten. Bio-Ingwer musst du nicht schälen, die Schale ist dünn. Bei konventioneller Ware die Schale mit einem Teelöffel abschaben.
- Ingwer grob würfeln. Kleine Würfel schonen den Mixer.
- Orangen und Zitrone auspressen.
- Ingwer, Säfte, Kurkuma und Pfeffer in den Mixer geben. 60 Sekunden auf höchster Stufe pürieren, bis keine Fasern mehr zu sehen sind. Ist die Masse zu dick, Wasser zugeben.
- Durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch in einen Messbecher gießen. Mit einem Löffel nachdrücken.
- Wahlweise Honig einrühren. In eine heiß ausgespülte Flasche füllen, verschließen, kühl stellen.
- Vor jeder Portion schütteln, die Kurkuma setzt sich ab. 30 bis 40 ml in ein Schnapsglas gießen.
Den Trester aus dem Sieb nicht wegwerfen. Er passt in Currys, in Tee oder in ein Salatdressing mit Sesamöl.
Haltbarkeit und Vorrat
Im Kühlschrank hält der Shot 5 bis 7 Tage. Die Säure aus Zitrone und Orange bremst Keime, aber der Saft ist nicht pasteurisiert. Trübung und Absetzen sind normal, ein muffiger Geruch oder Bläschen sind es nicht.
Wer für länger vorkochen will, friert den Shot in Eiswürfelformen ein. Ein Würfel hat je nach Form 20 bis 30 ml. Über Nacht im Kühlschrank auftauen oder direkt in warmes Wasser geben.
Was Ingwer kann, was nicht
Der Scharfstoff im Ingwer heißt Gingerol. Dazu kommen ätherische Öle wie Zingiberen und Borneol. Die Europäische Arzneimittelagentur erkennt Ingwer laut Wikipedia zur Vorbeugung von Reiseübelkeit und bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden als traditionelles pflanzliches Arzneimittel an. Das Bundeszentrum für Ernährung berichtet, dass 2025 Appetitlosigkeit, leichte Gelenkschmerzen und Erkältungssymptome als Anwendungsgebiete dazukamen.
Für die Werbeversprechen „stärkt das Immunsystem“ oder „wirkt entzündungshemmend“ gibt es in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass 68 Prozent der Befragten einer Umfrage die Aussage zur Entzündungshemmung glaubten, obwohl sie weder zugelassen noch wissenschaftlich gesichert ist.
Beim Vitamin C hilft der Shot wenig. Eine Zitrone hat laut Wikipedia 51 mg je 100 g Frucht. Die DGE nennt als Referenzwert 110 mg am Tag für Männer und 95 mg für Frauen. Der Saft einer Zitrone im ganzen Shot, verteilt auf zehn Portionen, deckt davon einen kleinen Bruchteil. Eine Paprika zum Abendessen bringt mehr.
Wer vorsichtig sein sollte
Die Verbraucherzentrale schreibt, Ingwer verlangsame möglicherweise die Blutgerinnung und senke vermutlich den Blutzuckerspiegel. Zusammen mit Gerinnungshemmern wie Warfarin oder Phenprocoumon kann die Blutungsneigung steigen, zusammen mit Diabetesmedikamenten der Blutzucker zu stark fallen. Wer solche Mittel nimmt, spricht vor dem täglichen Shot mit dem Arzt.
Bei empfindlichem Magen reizt die Schärfe. Dann den Shot mit der doppelten Menge Orangensaft strecken oder nach dem Frühstück trinken statt nüchtern. Das Bundeszentrum für Ernährung rät bei empfindlichen Schleimhäuten zu sanfter Dosierung.
Varianten
Ingwer-Apfel: statt Orangen 300 ml naturtrüben Apfelsaft. Milder und süßer, näher an den gekauften Shots.
Ingwer-Zitrone pur: 100 g Ingwer, 3 Zitronen, 200 ml Wasser, 1 EL Honig. Sehr scharf und sauer. Eine Portion sind hier 20 ml.
Ingwer-Minze: eine Handvoll frische Minze mit in den Mixer. Passt zu heißen Tagen, mit Eis und Wasser aufgegossen wird daraus eine Limonade.
Häufige Fragen
Wie viel Ingwer-Shot am Tag?
Eine Portion von 30 bis 40 ml reicht. Mehr bringt keinen Vorteil und belastet bei empfindlichem Magen.
Muss ich den Ingwer schälen?
Bio-Ingwer nur waschen und bürsten. Konventionellen Ingwer schälen, weil Rückstände in der Schale sitzen können.
Geht das auch ohne Mixer?
Ja, mit einer feinen Reibe. Ingwer reiben, mit den Säften verrühren, 30 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb drücken. Der Shot wird etwas milder.
Warum Pfeffer im Shot?
Er schmeckt zur Kurkuma und gibt Schärfe. Der oft genannte Effekt auf die Aufnahme von Kurkuma ist für die Menge im Shot nicht belegt.
Kann ich den Shot warm trinken?
Ja, mit heißem Wasser aufgegossen wird er zum Tee. Nicht kochen, sonst leidet das Aroma.
Ist der Shot für Kinder geeignet?
Er ist für Kinder zu scharf. Ein Esslöffel in einem Glas Apfelsaft ist eine kindgerechte Menge.
Quellen
Bundeszentrum für Ernährung: Viel Zucker, wenig Ingwer
Bundeszentrum für Ernährung: Ingwer, die scharfe Knolle
Verbraucherzentrale: Was Werbung verspricht und was wirklich stimmt
Verbraucherzentrale: Wechsel- und Nebenwirkung, Gegenanzeige
Das passt dazu
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Geschrieben von Marie, Redaktion geschmacksguru.com — sie kocht hier und schreibt die Rezepte auf.

