Blechkuchen mit Obst und Puderzucker

Einfache Kuchenrezepte: Becherkuchen ohne Waage backen

Kurzantwort: Beim Becherkuchen dient der leere Joghurtbecher als Maß: 1 Becher Joghurt, 2 Becher Zucker, 3 Becher Mehl, ein halber Becher Öl, dazu 4 Eier und ein Päckchen Backpulver. Backzeit: 35 Minuten bei 180 Grad auf dem kleinen Blech.

Der Becherkuchen löst zwei Probleme auf einmal. Er braucht keine Waage, und er braucht keine weiche Butter — also auch keine Vorlaufzeit. Vom Entschluss bis zum Ofen vergehen fünfzehn Minuten.

Das Prinzip ist alt und in ganz Europa verbreitet. In Frankreich heißt der Kuchen Gâteau au yaourt und ist dort das erste Rezept, das Kinder lernen. Die Mengen sind so gewählt, dass sie sich merken lassen: eins, zwei, drei.

Weil ein Standard-Joghurtbecher 150 Gramm fasst, lässt sich alles auch in Gramm umrechnen. Die Werte stehen weiter unten, falls kein passender Becher zur Hand ist.

Unter dem Rezept steht außerdem, welche Obstsorten funktionieren, wie sich der Teig auf ein großes Blech hochrechnen lässt und woran es liegt, wenn das Obst nach unten sinkt.

Joghurt-Becherkuchen vom Blech — das Rezept

  • Vorbereitung: 15 Min.
  • Garzeit: 35 Min.
  • Gesamt: 50 Min.
  • Ergibt: 1 kleines Blech, 20 Stücke
  • Pro Portion: 260 kcal

Zutaten

  • 1 Becher Naturjoghurt (150 g) — der leere Becher ist danach das Maß
  • 2 Becher Zucker (etwa 320 g)
  • 3 Becher Weizenmehl Type 405 (etwa 270 g)
  • 1 halber Becher neutrales Öl (etwa 90 ml)
  • 4 Eier, zimmerwarm
  • 1 Päckchen Backpulver (15 g)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 500 g Obst nach Wahl (Beeren, Kirschen, Apfelspalten)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und ein kleines Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Den Joghurt in eine Schüssel geben. Den leeren Becher ausspülen, abtrocknen und als Maß für alles Weitere benutzen.
  3. Zucker, Vanillezucker, Salz und Eier zum Joghurt geben und drei Minuten schaumig aufschlagen.
  4. Das Öl in dünnem Strahl unterrühren, während das Rührgerät läuft. So verbindet es sich besser mit der Eiermasse.
  5. Mehl und Backpulver mischen, sieben und auf niedrigster Stufe unterrühren, bis der Teig gerade glatt ist.
  6. Den Teig auf das Blech streichen. Er ist recht flüssig und verteilt sich fast von selbst.
  7. Das Obst darauf verteilen und leicht andrücken. Tiefkühlobst kommt gefroren auf den Teig, sonst färbt es ihn.
  8. 35 Minuten backen und nach 30 Minuten die Stäbchenprobe machen. Vollständig auskühlen lassen, dann mit Puderzucker bestäuben und in Stücke schneiden.

Das Bechermaß und die Umrechnung

Ein Standard-Joghurtbecher fasst 150 Gramm Joghurt. Weil unterschiedliche Zutaten unterschiedlich dicht sind, ergibt derselbe Becher unterschiedliche Gewichte.

Ein Becher Zucker wiegt etwa 160 Gramm, ein Becher Mehl etwa 90 Gramm, ein halber Becher Öl entspricht rund 90 Millilitern. Wer eine Waage hat, kann das Rezept damit exakt nachbauen.

Wichtig ist nur, dass alle Mengen mit demselben Becher gemessen werden. Ein 500-Gramm-Becher funktioniert also genauso — dann wird der Kuchen eben dreimal so groß und braucht zwei Bleche.

Warum das Verhältnis funktioniert

Eins zu zwei zu drei ist kein Zufall, sondern ein tragfähiges Verhältnis von Flüssigkeit, Zucker und Mehl. Der Joghurt liefert Feuchtigkeit und Säure, der Zucker bindet Wasser und hält den Kuchen saftig, das Mehl gibt Struktur. Öl und Eier ergänzen Fett und Bindung.

Wer das Verhältnis verschiebt, merkt es sofort: Ein Becher Mehl weniger ergibt einen Teig, der nicht trägt. Ein Becher mehr ergibt einen trockenen Kuchen, der nach Mehl schmeckt. Die Mengen sind der Grund, warum dieses Rezept ohne Waage auskommt.

Naturjoghurt in einer Schale
Der Joghurtbecher ersetzt die Waage. 150 Gramm sind das Standardmaß. Foto: unbekannt, CC0

Warum Öl statt Butter

Öl lässt sich nicht aufschlagen, deshalb entfällt der Schritt, an dem die meisten Rührkuchen scheitern. Es muss auch nicht temperiert werden und ist immer sofort einsatzbereit.

Der Kuchen wird dadurch saftiger und hält sich länger, weil Öl bei Zimmertemperatur flüssig bleibt und die Krume nicht verhärtet. Er wird aber weniger luftig als ein Butterkuchen.

Neutrale Öle wie Raps- oder Sonnenblumenöl sind die richtige Wahl. Olivenöl gibt einen deutlichen Eigengeschmack ab, der zu Zitronen- und Mandelkuchen passt, zu Schokolade dagegen nicht.

Das Blech und die Menge

Diese Teigmenge ist für ein kleines Blech von etwa 30 mal 40 Zentimetern gerechnet. Sie ergibt eine Teighöhe von rund zwei Zentimetern und damit zwanzig Stücke.

Für ein volles Backblech von 40 mal 45 Zentimetern wird die Menge anderthalbfach genommen. Die Backzeit bleibt fast gleich, weil die Höhe des Teigs sich nicht ändert.

In der Springform

In einer Springform von 26 Zentimetern reicht die Menge ebenfalls, der Kuchen wird dann aber deutlich höher. Die Backzeit steigt auf 45 bis 50 Minuten, und die Stäbchenprobe wird zur Pflicht.

Leeres Backblech mit Backpapier
Ein kleines Blech von 30 mal 40 Zentimetern nimmt diese Teigmenge auf. Foto: Ivan Radic, CC BY 4.0

Obst: welches funktioniert und welches nicht

Beeren, Kirschen, Zwetschgen, Apfelspalten und Rhabarber sind die klassischen Belagsorten. Sie geben beim Backen Saft ab, den der Teig aufnimmt.

Tiefkühlobst

Es kommt gefroren auf den Teig, nicht aufgetaut. Aufgetaute Beeren geben ihre Farbe sofort ab und färben den Teig violett. Gefroren bleiben sie als Stücke erkennbar.

Obst aus dem Glas

Sauerkirschen oder Pfirsiche aus dem Glas müssen gut abtropfen, am besten eine halbe Stunde im Sieb. Sonst wird der Kuchen an der Oberfläche matschig.

Wenn das Obst absinkt

Schweres Obst sinkt in einen flüssigen Teig ein. Zwei Dinge helfen: das Obst in Mehl wenden, bevor es auf den Teig kommt, und den Teig etwas fester ansetzen, indem ein halber Becher Mehl mehr eingerührt wird.

Kuchen mit frischen Beeren
Tiefkühlbeeren kommen gefroren auf den Teig, damit sie ihn nicht einfärben. Foto: Shaun C. Williams, CC BY 4.0

Fünf Varianten aus demselben Teig

Zitronenblech

Die abgeriebene Schale von zwei unbehandelten Zitronen in den Teig, nach dem Backen ein Guss aus Puderzucker und Zitronensaft auf den noch warmen Kuchen.

Schokoladenblech

Einen halben Becher Mehl durch Kakao ersetzen und zwei Esslöffel Milch zugeben. Kakao bindet mehr Flüssigkeit als Mehl.

Apfel-Zimt

Drei säuerliche Äpfel in dünnen Spalten dachziegelartig auf den Teig legen, mit Zimtzucker bestreuen.

Mohn-Marzipan

Einen Becher Mohnback auf den Teig setzen und mit einer Gabel spiralförmig einziehen, dazu 100 Gramm Marzipan in Würfeln.

Streuselblech

Aus 150 Gramm Mehl, 100 Gramm Zucker und 100 Gramm kalter Butter Streusel kneten und über den Teig geben. Die Backzeit steigt um fünf Minuten.

Abgeriebene Zitronenschale auf einem Brett
Die Schale einer unbehandelten Zitrone verändert den Kuchen mehr als jedes Aroma. Foto: avlxyz, CC BY-SA 4.0

Backzeit und Stäbchenprobe

Ein Blechkuchen mit zwei Zentimetern Teighöhe braucht 30 bis 35 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze. Mit viel saftigem Obst können es 40 Minuten werden.

Die Stäbchenprobe wird an einer Stelle ohne Obst gemacht. Fruchtsaft am Stäbchen sieht aus wie roher Teig und führt dazu, dass der Kuchen zu lange im Ofen bleibt.

Umluft funktioniert bei 160 Grad und hat beim Blechkuchen einen echten Vorteil: Die Wärme verteilt sich gleichmäßiger über die große Fläche, und die Ecken werden nicht dunkler als die Mitte.

Die richtige Schiene

Bei Ober-/Unterhitze gehört das Blech auf die mittlere Schiene. Steht es zu tief, wird der Boden dunkel, bevor die Oberfläche Farbe bekommt. Bei Umluft ist die Position weniger kritisch, und zwei Bleche lassen sich gleichzeitig backen — dann werden sie nach der Hälfte der Zeit getauscht.

Blechkuchen mit glatter Oberfläche
Der Teig ist flüssig genug, um sich fast von selbst zu verteilen. Foto: Tracy Hunter, CC BY 4.0

Aufbewahren, transportieren, einfrieren

Blechkuchen mit Obst hält zwei bis drei Tage, abgedeckt bei Zimmertemperatur. Mit viel frischem Obst gehört er nach einem Tag in den Kühlschrank.

Für den Transport bleibt der Kuchen am besten auf dem Blech und wird mit Folie abgedeckt. Puderzucker kommt erst am Zielort darauf, sonst zieht er Feuchtigkeit und verschwindet.

Einfrieren funktioniert stückweise sehr gut. Die Stücke tauen in einer Stunde bei Zimmertemperatur auf und lassen sich einzeln entnehmen.

Backpapier zwischen die Stücke

Wer mehrere Stücke übereinander einfriert, legt Backpapier dazwischen. Ohne Trennung frieren sie zusammen und lassen sich nur als Block entnehmen. In einer flachen Dose statt im Beutel bleiben sie außerdem in Form.

Warum der Kuchen auf dem Blech bleibt

Ein Blechkuchen wird auf dem Blech geschnitten und nicht gestürzt. Beim Stürzen bricht die dünne Teigschicht, und das Obst fällt herunter. Wer die Stücke einzeln entnehmen will, hebt das Backpapier mit dem gesamten Kuchen auf ein Gitter, sobald er ausgekühlt ist.

Ein Guss, der transportiert werden kann

Zuckerguss aus Puderzucker und wenig Wasser trocknet fest durch und klebt danach nicht mehr. Schokoladenguss bleibt bei Zimmertemperatur weich und überträgt sich auf jede Folie, die daraufliegt. Für den Transport ist Puderzucker die einfachste Lösung — er wird erst am Zielort aufgesiebt.

Für die Kita oder das Büro

Für die Kita oder das Büro

Blechkuchen ohne Guss ist der praktischste Transportkuchen, den es gibt. Er lässt sich in gleichmäßige Stücke schneiden, braucht keine Kühlung und hält einen Vormittag bei Zimmertemperatur aus. Mit Sahne oder Cremefüllung gilt das nicht.

Ein Stück Blechkuchen auf einem Teller
Ein kleines Blech ergibt zwanzig Stücke — genug für eine größere Runde. Foto: avlxyz, CC BY-SA 4.0

Was beim Backen ohne Waage sonst noch hilft

Ein Esslöffel fasst etwa 15 Milliliter, ein Teelöffel etwa 5. Ein gehäufter Esslöffel Mehl wiegt rund 15 Gramm, ein gehäufter Esslöffel Zucker rund 20.

Ein Ei der Größe M wiegt ohne Schale etwa 55 Gramm, davon 35 Gramm Eiklar und 20 Gramm Eigelb. Wer ein Rezept halbiert und dabei ein halbes Ei braucht, verquirlt eines und nimmt die Hälfte des Gewichts.

Für Flüssigkeiten ist ein Messbecher genauer als jedes Bechermaß. Bei Mehl dagegen ist der Messbecher unzuverlässig, weil locker eingefülltes und festgedrücktes Mehl sich um bis zu ein Drittel im Gewicht unterscheiden.

Backpulver ohne Päckchen

Ein Päckchen Backpulver entspricht etwa drei gestrichenen Teelöffeln oder 15 Gramm. Wer aus einer Dose dosiert, nimmt diesen Wert für bis zu 500 Gramm Mehl. Mehr davon lockert nicht besser, sondern hinterlässt einen seifigen Geschmack.

Wenn der Becher fehlt

Eine Kaffeetasse fasst je nach Modell 150 bis 200 Milliliter und funktioniert als Ersatzmaß genauso, solange sie für alle Zutaten verwendet wird. Bei größeren Tassen steigt die Teigmenge entsprechend, und das Blech sollte dann größer sein.

Häufige Fragen

Wie viel fasst ein Joghurtbecher?

Ein Standardbecher enthält 150 Gramm Joghurt. Als Maß für Mehl ergibt er etwa 90 Gramm, für Zucker etwa 160 Gramm.

Kann ich jeden Becher nehmen?

Ja, solange alle Zutaten mit demselben Becher gemessen werden. Bei größeren Bechern steigt die Teigmenge entsprechend.

Warum sinkt mein Obst im Kuchen nach unten?

Weil der Teig zu flüssig ist. Das Obst vorher in Mehl wenden oder einen halben Becher Mehl mehr in den Teig geben.

Muss Tiefkühlobst auftauen?

Nein, im Gegenteil. Gefroren auf den Teig gelegt färbt es ihn nicht ein und bleibt als Stück erkennbar.

Wie lange backt ein Blechkuchen?

30 bis 35 Minuten bei 180 Grad Ober-/Unterhitze, mit viel Obst bis zu 40 Minuten.

Kann ich statt Joghurt Quark nehmen?

Ja, mit zwei Esslöffeln Milch zusätzlich. Quark ist fester als Joghurt und macht den Teig sonst zu dick.

Geht das Rezept ohne Eier?

Ja, mit 250 Gramm Apfelmus statt der vier Eier und einem zusätzlichen Teelöffel Backpulver.

Warum wird der Kuchen an den Ecken dunkler?

Weil Ober-/Unterhitze die große Blechfläche ungleichmäßig erwärmt. Umluft bei 160 Grad löst das.

Wie viele Stücke ergibt ein Blech?

Ein kleines Blech ergibt etwa zwanzig Stücke, ein volles Backblech rund dreißig.

Kann ich den Teig vorbereiten?

Besser nicht. Das Backpulver beginnt sofort zu reagieren, und der Kuchen geht dann schlechter auf.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.


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