Weihnachtstisch mit Braten und Kerzen

Einfaches Weihnachtsessen: 5 Menüs ohne Stress für Heiligabend

Kurzantwort: Ein einfaches Weihnachtsessen ist eines, bei dem der Ofen oder der Vortag die Arbeit macht: Rinderfilet im Ganzen, scharf angebraten und 30 Minuten bei 120 Grad rosa gegart, mit Rotweinsauce und Kartoffelgratin, ist in einer Stunde fertig und gelingt mit Thermometer immer. Alternativen: ein Schmorbraten, der am 23. gekocht und am 24. erwärmt wird, eine Lachsseite vom Blech mit Gemüse in 20 Minuten, Raclette, bei dem jeder selbst kocht, und Würstchen mit Kartoffelsalat, der Heiligabend-Klassiker. Alle fünf Menüs mit Vorbereitung am Vortag und 30 Minuten Arbeit am Fest.

Weihnachten scheitert in der Küche selten am Können, sondern am Zeitplan: drei Gänge, sechs Töpfe, ein Ofen und Gäste, die pünktlich sind. Einfaches Weihnachtsessen heißt deshalb, den Aufwand an den Vortag zu verlegen und am Fest ein Gericht zu wählen, das im Ofen gart, während der Gastgeber am Tisch sitzt. Diese fünf Menüs sind bewährt, festlich genug und für Anfänger machbar.

Hier findest du das Rinderfilet Schritt für Schritt, den Schmorbraten vom Vortag, den Lachs vom Blech, das Raclette, die Würstchen mit Kartoffelsalat, die Beilagen, die in jedes Menü passen, Vorspeisen und Desserts ohne Aufwand, den Zeitplan für den 23. und 24., die Einkaufsliste, Getränke, Varianten für Vegetarier, Nährwerte und die Fehler, die das Fest in der Küche enden lassen.

Weihnachtstisch mit Braten und Kerzen
Einfaches Weihnachtsessen: Ofen, Vorbereitung, kein Stress. Foto: Alkan de Beaumont Chaglar, CC BY-SA 4.0

Rinderfilet aus dem Ofen mit Rotweinsauce — das Rezept

  • Vorbereitung: 20 Min.
  • Garzeit: 45 Min.
  • Gesamt: 1 Std. 5 Min.
  • Ergibt: 6 Portionen
  • Pro Portion: 520 kcal

Zutaten

  • 1,5 kg Rinderfilet im Ganzen, pariert
  • 3 EL Öl
  • Salz, grober Pfeffer
  • 2 Zweige Rosmarin, 2 Zweige Thymian
  • 2 Knoblauchzehen
  • Sauce: 2 Schalotten
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Tomatenmark
  • 300 ml Rotwein
  • 400 ml Rinderfond
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Speisestärke
  • 2 EL kalte Butter
  • Beilagen: Kartoffelgratin, Rosenkohl oder grüne Bohnen

Zubereitung

  1. Filet 1 Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen, trocken tupfen, salzen und pfeffern. Ofen auf 120 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  2. Öl in einer großen Pfanne sehr heiß erhitzen, Filet rundum 4 Minuten scharf anbraten, bis es überall braun ist. Kräuter und angedrückten Knoblauch die letzte Minute dazu.
  3. Filet mit den Kräutern auf ein Gitter über einem Blech in den Ofen, 25 bis 35 Minuten bei 120 Grad, bis die Kerntemperatur 54 Grad für rosa oder 58 Grad für medium erreicht ist.
  4. Für die Sauce Schalotten in der Pfanne mit dem Bratfett in Butter glasig dünsten, Tomatenmark mitrösten, mit Rotwein ablöschen und auf die Hälfte einkochen. Fond und Lorbeer dazu, 15 Minuten köcheln, durch ein Sieb, mit Stärke binden, kalte Butter einrühren, abschmecken.
  5. Filet in Folie 10 Minuten ruhen lassen, in 2 cm dicke Scheiben schneiden, mit Sauce und Beilagen servieren.

Menü 1: Rinderfilet aus dem Ofen

Das Rezept oben in der Karte: 1,5 Kilo Filet im Ganzen, vom Metzger pariert, eine Stunde temperiert, rundum scharf angebraten, mit Rosmarin, Thymian und Knoblauch bei 120 Grad 25 bis 35 Minuten im Ofen, bis 54 Grad Kerntemperatur, zehn Minuten geruht. Das Filet ist das Festessen, das in einer Stunde steht und mit Thermometer nicht misslingen kann, weil die niedrige Temperatur Zeit lässt. Die Rotweinsauce entsteht in der Pfanne aus dem Bratsatz, das Gratin am Vortag geschichtet backt daneben, der Rosenkohl kommt die letzten 15 Minuten aufs Blech. Für sechs Gäste, 60 Euro für das Filet, 30 Minuten Arbeit.

Rinderfilet in Scheiben
Rinderfilet aus dem Ofen: 25 Minuten bei niedriger Temperatur, rosa. Foto: jeffreyw, CC BY 4.0

Menü 2: Schmorbraten vom Vortag

1,5 Kilo Rinderschulter oder Rinderbrust, rundum angebraten, mit Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Tomatenmark, 500 ml Rotwein und 500 ml Fond, Lorbeer, Wacholder und Thymian drei Stunden bei 160 Grad im geschlossenen Bräter geschmort, am 23. Dezember. Am 24. wird der Braten in Scheiben geschnitten und in der Sauce 30 Minuten bei 150 Grad erwärmt, er schmeckt am zweiten Tag besser. Dazu Kartoffelklöße aus der Packung oder selbst, Rotkohl aus dem Glas mit Apfel und Zimt verfeinert oder am Vortag gekocht. Der Schmorbraten ist das Menü für alle, die am Fest keine Minute in der Küche stehen wollen: erwärmen, Klöße kochen, fertig. Als Sauerbraten drei Tage vorher eingelegt die rheinische Version.

Schmorbraten in Rotweinsauce
Schmorbraten: am Vortag geschmort, am Fest nur erwärmt. Foto: jeffreyw, CC BY 4.0

Menü 3: Lachs vom Blech

Eine Lachsseite von 1,2 Kilo mit Haut auf einem Blech mit Backpapier, mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zitronenscheiben und Dill, drumherum Kartoffelspalten, die 15 Minuten vorgebacken wurden, grüne Bohnen und Kirschtomaten, 20 Minuten bei 200 Grad. Der Lachs ist gar, wenn er sich in Blätter teilen lässt. Dazu eine Sauce aus Crème fraîche, Senf, Dill und Zitrone, in fünf Minuten gerührt. Ein Blech, 35 Minuten, festlich durch die ganze Seite, die am Tisch aufgeschnitten wird. Das Menü für alle, die an Weihnachten kein Fleisch wollen oder leicht essen. Für acht zwei Bleche.

Lachsseite vom Blech mit Gemüse
Lachs vom Blech mit Gemüse: 20 Minuten, ein Blech. Foto: Rosenwald, CC BY-SA 4.0

Menü 4: Raclette

Raclette ist das Weihnachtsessen, bei dem der Gastgeber nur schneidet: 200 g Raclettekäse je Person, Pellkartoffeln, und auf Platten Schinken, Salami, Räucherlachs, Champignons, Paprika, Zucchini, Mais, Ananas, Zwiebeln, Cornichons, Silberzwiebeln, Kräuterbutter, Senf und drei Saucen. Der Tisch wird um 17 Uhr gedeckt, das Gerät steht, jeder kocht sein Pfännchen, zwei Stunden lang. Am Vortag werden Kartoffeln gekocht, Gemüse geschnitten und Saucen gerührt. Raclette ist das entspannteste Fest für sechs bis acht, mit Kindern und Vegetariern am selben Tisch. Fondue ist die Alternative mit Brühe oder Käse.

Raclette auf dem Tisch
Raclette: jeder kocht selbst, der Gastgeber schneidet vor. Foto: vasile23, CC BY 4.0

Menü 5: Würstchen mit Kartoffelsalat

Der Heiligabend-Klassiker, den jede zweite Familie isst, weil er nach der Kirche in zehn Minuten steht. Kartoffelsalat am Vortag: 1,5 Kilo festkochende Kartoffeln als Pellkartoffeln, in Scheiben, mit heißer Brühe, Essig, Öl, Senf, Zwiebeln, Gurken und Schnittlauch, über Nacht durchgezogen, schwäbisch ohne Mayonnaise oder norddeutsch mit. Wiener Würstchen in heißem Wasser zehn Minuten gezogen, nicht gekocht, dazu Senf und Brot. Das Menü kostet 20 Euro für sechs und ist der Beweis, dass Weihnachten kein Braten sein muss. Mit Bockwurst, Weißwurst oder Bratwurst nach Region.

Würstchen mit Kartoffelsalat
Würstchen mit Kartoffelsalat: der Heiligabend-Klassiker. Foto: JIP, CC BY-SA 4.0

Beilagen, die zu allem passen

Kartoffelgratin, am Vortag geschichtet, 60 Minuten im Ofen. Rosmarinkartoffeln vom Blech, 35 Minuten. Kartoffelpüree, am Fest in 20 Minuten. Klöße aus der Packung, die niemand als solche erkennt. Rotkohl aus dem Glas mit Apfel, Zimt und Johannisbeergelee 15 Minuten verfeinert. Rosenkohl halbiert vom Blech mit Speck. Grüne Bohnen mit Butter und Mandeln. Feldsalat mit Speck und Walnüssen. Zwei Beilagen je Menü, eine Kartoffel, ein Gemüse.

Vorspeise und Dessert ohne Aufwand

Vorspeise: Feldsalat mit Birne, Walnüssen und Ziegenkäse, in zehn Minuten. Räucherlachs auf Blini oder Toast mit Meerrettichsahne. Eine Kürbis- oder Maronensuppe vom Vortag im Glas. Dessert: Mousse au Chocolat vom Vortag, Bratapfel aus dem Ofen in 25 Minuten, Vanilleeis mit heißen Kirschen und Zimt, eine Tiramisu-Form vom 23. Alle Vorspeisen und Desserts sind am Vortag fertig oder in 15 Minuten gemacht, das ist die Regel.

Der Zeitplan

22. Dezember: Einkauf, Fleisch beim Metzger abholen. 23. Dezember, zwei Stunden: Schmorbraten schmoren oder Filet parieren, Gratin schichten, Kartoffelsalat machen, Suppe kochen, Dessert vorbereiten, Rotkohl kochen, Tisch decken. 24. Dezember: 16 Uhr Filet aus dem Kühlschrank, 17 Uhr Ofen an, Gratin rein, 17:20 Uhr Filet anbraten und in den Ofen, Sauce, 17:50 Uhr Filet raus, ruhen, Gemüse rein, 18 Uhr Vorspeise, 18:20 Uhr Hauptgang, 19 Uhr Dessert, 19:30 Uhr Bescherung. 30 Minuten Küche am 24., der Rest ist Ofen und Tisch.

Vorbereitete Gerichte im Kühlschrank
Am 23. vorbereitet, am 24. nur noch Ofen und Tisch. Foto: ella.o, CC BY 4.0

Die Einkaufsliste

Für das Filet-Menü für sechs: 1,5 Kilo Rinderfilet, Schalotten, Rotwein, Rinderfond, Rosmarin, Thymian, Knoblauch, 1,2 Kilo Kartoffeln, 500 ml Sahne, Käse, 800 g Rosenkohl oder Bohnen, Feldsalat, Birnen, Walnüsse, Ziegenkäse, Schokolade, Eier, Sahne für die Mousse. Rund 110 Euro, das Filet ist 60 davon. Das Schmorbraten-Menü 60 Euro, der Lachs 70, Raclette 80, Würstchen 20.

Getränke

Zum Aperitif Sekt oder Crémant, mit Cassis als Kir Royal. Zum Filet und Schmorbraten ein Rotwein, Spätburgunder, Bordeaux oder Rioja. Zum Lachs ein Grauburgunder oder Chardonnay. Zum Raclette ein trockener Weißwein und Schwarztee, kein Bier. Zu Würstchen Bier. Alkoholfrei Traubensaft mit Sprudel, Apfelpunsch warm. Wasser auf dem Tisch. Ein Glas je Gang reicht, der Abend ist lang.

Für Vegetarier und gemischte Tische

Beim Filet-Menü ein Portobello-Pilz im Ganzen gebraten oder ein Stück Sellerie als Braten mit derselben Sauce ohne Fond. Beim Lachs ein Blech mit Halloumi und Gemüse. Raclette und Würstchen mit vegetarischen Würstchen sind ohnehin gemischt. Ein Pilzstrudel aus Blätterteig, am Vortag gefüllt, 30 Minuten gebacken, ist der vegetarische Braten, der festlich aussieht und neben jedem Fleisch bestehen kann.

Für Kinder

Kinder essen Würstchen, Kartoffelsalat, Raclette mit Käse und Mais, Lachs ohne Dill und Filet in kleinen Scheiben mit Sauce. Ein Kinderteller mit Kartoffelpüree und Würstchen neben dem Filet-Menü ist kein Verrat, sondern Frieden am Tisch. Das Dessert mit Vanilleeis und Schokoladensauce ist für alle. Die Bescherung nach dem Essen hält die Kinder am Tisch.

Nährwerte

Das Filet-Menü hat je Gast etwa 1.100 kcal mit Vorspeise, Gratin und Mousse. Schmorbraten mit Klößen und Rotkohl 1.200, Lachs vom Blech 800, Raclette 1.400, Würstchen mit Kartoffelsalat 700. Weihnachten ist kein Diättag, aber der Lachs ist die leichte Wahl und die Würstchen die ehrlichste.

Der erste und zweite Weihnachtstag

Heiligabend das einfache Essen, am ersten Weihnachtstag der Braten mit Zeit, am zweiten die Reste: kaltes Filet auf Brot, Schmorbraten als Ragout mit Nudeln, Lachs im Salat, Raclettekäse als Käsespätzle. Wer die drei Tage plant, kocht einmal groß und zweimal aus dem Kühlschrank. Der Gänsebraten gehört auf den ersten Feiertag, wenn der Vormittag frei ist, nicht an Heiligabend zwischen Kirche und Bescherung.

Der Tisch

Der Tisch wird am 23. gedeckt, mit Kerzen, Tannenzweigen, Servietten und dem Geschirr für alle Gänge, damit am 24. nur das Essen kommt. Platzkarten für sechs und mehr, eine Kanne Wasser, Brot in einem Korb. Ein gedeckter Tisch am Morgen nimmt dem Fest die Hälfte der Hektik.

Typische Fehler

Drei Gänge am Fest frisch gekocht: Gastgeber fehlt am Tisch. Filet ohne Thermometer: grau oder roh. Filet kalt in die Pfanne: außen verbrannt. Braten nicht geruht: trocken. Ofen mit vier Gerichten gleichzeitig: nichts wird fertig. Kartoffelsalat am Fest gemacht: nicht durchgezogen. Raclette ohne Vorbereitung: Gastgeber schneidet zwei Stunden. Zu viele Beilagen: Küche voll, Tisch voll. Neues Rezept an Weihnachten getestet: Risiko. Gäste um 18 Uhr, Ofen um 17:30 Uhr an: Essen um 20 Uhr.

Das Thermometer

Ein Bratenthermometer mit Kabel oder Funk kostet 15 bis 30 Euro und ist das Werkzeug, das Filet und Braten sicher macht. Es steckt in der dicksten Stelle, der Alarm meldet 54 Grad, das Filet kommt raus. Ohne Thermometer wird geraten, und Weihnachten ist der falsche Tag zum Raten.

Häufige Fragen

Was ist das einfachste Weihnachtsessen?

Würstchen mit Kartoffelsalat vom Vortag, dann Raclette, dann Lachs vom Blech.

Was kann ich am Vortag vorbereiten?

Schmorbraten, Gratin, Kartoffelsalat, Rotkohl, Suppe, Dessert, Raclette-Zutaten.

Wie gelingt Rinderfilet sicher?

Scharf anbraten, bei 120 Grad im Ofen bis 54 Grad Kerntemperatur, zehn Minuten ruhen.

Wie viel Fleisch je Person?

Filet 250 g, Schmorbraten 250 g roh, Lachs 200 g, Raclettekäse 200 g.

Was trinkt man zum Weihnachtsessen?

Sekt zum Aperitif, Rotwein zum Braten, Weißwein zum Lachs, Punsch alkoholfrei.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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