Apfelkuchen vom Blech, in Stücke geschnitten

Apfelkuchen auf dem Blech: das Rezept für 20 Stücke

Kurzantwort: Für ein Backblech von 40 × 30 Zentimetern brauchst du 300 g Butter, 250 g Zucker, 6 Eier, 450 g Mehl, 4 TL Backpulver, 150 ml Milch und 1,5 kg Äpfel. Der Teig wird verstrichen, mit Semmelbröseln bestreut und mit Apfelspalten belegt. Backzeit: 35 bis 40 Minuten bei 180 °C Ober-/Unterhitze.

Blechkuchen ist die Antwort auf Geburtstage, Vereinsfeste und Familientreffen. Ein Durchgang im Ofen ergibt zwanzig Stücke, das Blech lässt sich transportieren, und geschnitten wird erst am Ziel.

Die Mengen sind dabei die häufigste Fehlerquelle. Rezepte für die Springform lassen sich nicht einfach verdoppeln, weil ein Blech eine andere Fläche und eine andere Höhe hat. Mit zu wenig Teig bleibt die Ecke leer, mit zu viel läuft er über.

Das zweite Thema ist der Boden. Anderthalb Kilo Äpfel geben beim Backen viel Saft ab, und ein flacher Teig hat wenig Masse, um ihn aufzunehmen. Unter dem Rezept steht, was dagegen hilft.

Apfelkuchen vom Blech — das Rezept

  • Vorbereitung: 30 Min.
  • Garzeit: 40 Min.
  • Gesamt: 1 Std. 10 Min.
  • Ergibt: 1 Backblech, 20 Stücke
  • Pro Portion: 310 kcal

Zutaten

  • 1,5 kg säuerliche Äpfel
  • 2 EL Zitronensaft
  • 300 g weiche Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 6 Eier der Größe M, zimmerwarm
  • 450 g Weizenmehl Type 405
  • 4 gestrichene TL Backpulver
  • 150 ml Milch, zimmerwarm
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 2 EL Zucker und 1 TL Zimt zum Bestreuen
  • Butter für das Blech

Zubereitung

  1. Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech von etwa 40 × 30 Zentimetern fetten oder mit Backpapier auslegen.
  2. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in dünne Spalten schneiden. Mit dem Zitronensaft mischen.
  3. Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz fünf Minuten hell und cremig aufschlagen.
  4. Die Eier einzeln zugeben und jedes etwa eine halbe Minute unterrühren.
  5. Mehl und Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch kurz unterrühren, bis der Teig glatt ist.
  6. Den Teig auf dem Blech gleichmäßig verstreichen und mit den Semmelbröseln bestreuen.
  7. Die Apfelspalten dachziegelartig in Reihen auf den Teig legen und leicht andrücken. Mit dem Zimtzucker bestreuen.
  8. Auf der mittleren Schiene 35 bis 40 Minuten backen. Auf dem Blech auskühlen lassen und erst dann schneiden.

Blechmaße und Mengen

Ein Kuchenblech
Ein Standardblech misst rund 40 mal 30 Zentimeter. Foto: Alutal, CC BY-SA 4.0

Ein Standardbackblech misst etwa 40 × 30 Zentimeter. Manche Öfen haben 42 × 35, ältere Modelle liegen darunter. Die Fläche entscheidet über die Teigmenge, nicht die Ofengröße.

Als Faustregel gilt: Auf ein volles Blech kommen 450 bis 500 Gramm Mehl. Für ein halbes Blech oder eine tiefe Fettpfanne halbierst du alles.

Der Teig wird etwa eineinhalb Zentimeter hoch verstrichen. Er geht im Ofen auf etwa das Doppelte auf und trägt die Apfelschicht dann sicher.

Ein Rezept aus der 26er Springform lässt sich mit dem Faktor 1,8 auf ein volles Blech umrechnen. Die Backzeit sinkt dabei, weil die Schicht flacher liegt.

Ein Rand aus Backpapier, das an den Seiten hochsteht, verhindert, dass Teig unter das Blech läuft. Bei sehr flüssigen Teigen ist das die einfachste Absicherung.

Die Fettpfanne, die den meisten Öfen beiliegt, ist tiefer als ein normales Blech und fasst mehr Teig. Dort wird der Kuchen höher und braucht rund zehn Minuten länger. Ihre Fläche ist meist identisch, sodass die Mengen unverändert bleiben können.

Rührteig, Hefeteig oder Mürbeteig

Rührteig ist der schnellste Weg und braucht keine Ruhezeit. Er wird saftig, trägt die Äpfel gut und lässt sich mit dem Teigschaber gleichmäßig verstreichen.

Hefeteig ist die traditionelle Grundlage für Blechkuchen. Er braucht 45 Minuten Gehzeit, ergibt aber den lockersten Boden und schmeckt weniger süß.

Mürbeteig hält am meisten Frucht aus, wird aber auf großer Fläche schnell hart. Für ein Blech mit sehr saftigen Früchten ist er trotzdem die stabilste Wahl.

Quark-Öl-Teig ist der Kompromiss: Er geht wie Hefeteig auf, braucht aber keine Gehzeit. 250 Gramm Magerquark, 100 Milliliter Öl, ein Ei, 400 Gramm Mehl und ein Päckchen Backpulver ergeben ein Blech.

Blätterteig aus dem Kühlregal ist die schnellste Lösung überhaupt. Zwei Rollen decken ein Blech ab, werden mit Bröseln bestreut, belegt und 25 Minuten bei 200 Grad gebacken. Der Kuchen ist dann eher ein Gebäck als ein Kuchen.

Dieses Rezept nutzt Rührteig, weil er am wenigsten schiefgehen kann und in jedem Haushalt aus Vorräten funktioniert.

Wie viele Äpfel aufs Blech

Frische Äpfel
Anderthalb Kilo Äpfel decken ein volles Blech ab. Foto: justusbluemer, CC BY 4.0

Anderthalb Kilogramm sind für ein volles Blech richtig. Das entspricht etwa acht bis zehn mittelgroßen Äpfeln, geschält und entkernt bleiben davon rund 1,2 Kilogramm übrig.

Säuerliche Sorten passen am besten: Boskoop, Elstar, Braeburn, Jonagold oder Cox Orange. Sie halten die Form und setzen einen Kontrast zum süßen Teig.

Süße, mehlige Sorten wie Golden Delicious oder Gala zerfallen und geben viel Saft ab. Auf einem flachen Blech fällt das stärker ins Gewicht als in einer hohen Form.

Mehr Äpfel machen den Kuchen nicht besser. Eine zu dicke Fruchtschicht drückt den Teig nieder, und der Kuchen bleibt in der Mitte feucht.

Wer Äpfel aus dem eigenen Garten verwendet, sollte auf Druckstellen achten. Angeschlagene Stellen sind weich und geben besonders viel Saft ab.

Ein Apfelausstecher spart bei dieser Menge spürbar Zeit. Er entfernt das Kerngehäuse aus der ganzen Frucht, danach wird nur noch geschält und in Spalten geschnitten. Bei zehn Äpfeln macht das mehrere Minuten aus.

Semmelbrösel gegen den Saft

Semmelbrösel
Zwei Esslöffel Brösel auf dem Teig fangen den Apfelsaft ab. Foto: unbekannt, CC BY-SA 4.0

Zwei Esslöffel Semmelbrösel auf dem verstrichenen Teig saugen den austretenden Apfelsaft auf, bevor er den Teig durchweicht. Der Kuchen bleibt dadurch locker statt klitschig.

Gemahlene Mandeln, Haselnüsse, Grieß oder Kokosraspel erfüllen denselben Zweck und schmecken zusätzlich. Puddingpulver funktioniert ebenfalls, weil es im Kern Speisestärke ist.

Die Menge bleibt gering. Zu viel Bindemittel legt eine trockene Schicht zwischen Teig und Frucht, die man später als Sandigkeit schmeckt.

Alternativ lassen sich die Apfelspalten vor dem Belegen kurz abtropfen. Zehn Minuten im Sieb entziehen einen Teil der Flüssigkeit, ohne dass Aroma verloren geht.

Bei besonders saftigen Äpfeln hilft beides zusammen. Bei festen Sorten reicht eine der beiden Maßnahmen aus.

Kein Mittel ist es, den Zucker in der Füllung zu erhöhen. Zucker zieht Wasser aus der Frucht und verstärkt das Problem, statt es zu lösen. Er gehört über die Äpfel und dorthin erst kurz vor dem Backen.

Die Äpfel legen

Apfelkuchen vom Blech mit Apfelspalten in Reihen
Dachziegelartig in Reihen gelegt bekommt jedes Stück gleich viel Frucht. Foto: Einfachkartoffel, CC BY-SA 4.0

Dachziegelartig in Reihen ist die klassische Anordnung. Die Spalten überlappen leicht, stehen leicht schräg und liegen alle in dieselbe Richtung. Beim Schneiden bekommt so jedes Stück gleich viel Frucht.

Fünf Millimeter Spaltendicke garen in der Backzeit sicher durch. Dickere Spalten bleiben bissfest, was manche mögen, aber die Backzeit um zehn Minuten verlängert.

Wer schneller sein will, verteilt Apfelwürfel gleichmäßig auf dem Teig. Das sieht weniger ordentlich aus, schmeckt aber genauso und spart zehn Minuten Arbeit.

Eingeschnittene Apfelhälften, mit der Wölbung nach oben in den Teig gedrückt, sind die dritte Variante. Sie funktioniert auf dem Blech genauso wie in der Springform.

Der Zimtzucker kommt zum Schluss über die Äpfel. Auf dem Teig würde er beim Backen karamellisieren und dunkle Flecken hinterlassen.

Angedrückt werden die Spalten nur leicht. Werden sie tief in den Teig gedrückt, schließt er sich beim Aufgehen über ihnen, und die Frucht verschwindet unter der Oberfläche.

Backzeit und Schiene

Blechkuchen mit Obst auf einem Tisch
35 bis 40 Minuten bei 180 °C auf der mittleren Schiene. Foto: Nemracc, CC BY-SA 4.0

180 °C Ober-/Unterhitze auf der mittleren Schiene sind der Standard, bei Umluft 160 °C. Umluft ist praktisch, wenn zwei Bleche gleichzeitig in den Ofen sollen.

35 bis 40 Minuten reichen für ein volles Blech. Der Teig ist deutlich flacher als in der Springform, deshalb ist der Kuchen früher fertig als bei einem Springformrezept.

Die Stäbchenprobe erfolgt zwischen den Apfelreihen, nicht direkt in einer Frucht. Feuchte Krümel bedeuten fünf Minuten mehr.

Werden die Ränder schneller dunkel als die Mitte, hilft ein Streifen Alufolie auf den äußeren Zentimetern. Das Blech einmal zu drehen gleicht ungleichmäßige Öfen aus.

Der Kuchen kühlt auf dem Blech aus. Warm gelöst reißt er, weil der Teig noch nicht stabil ist und die Fruchtschicht nachgibt.

Guss, Streusel, Baiser

Ein Guss aus 150 Gramm Puderzucker und drei Esslöffeln Zitronensaft kommt auf den ausgekühlten Kuchen. Auf warmem Kuchen zieht er ein und wird unsichtbar.

Streusel aus 200 Gramm Mehl, 100 Gramm Zucker und 100 Gramm kalter Butter werden vor dem Backen über die Äpfel gekrümelt. Die Backzeit verlängert sich dann um fünf Minuten.

Baiser aus vier Eiweiß und 200 Gramm Zucker kommt nach 25 Minuten Backzeit auf den Kuchen und backt weitere 15 Minuten bei 150 Grad mit.

Mandelblättchen, über die Äpfel gestreut, rösten beim Backen mit und geben Textur. Sie werden zusammen mit dem Zimtzucker aufgebracht.

Ein Aprikotur aus erwärmter, passierter Aprikosenmarmelade, kurz nach dem Backen aufgepinselt, gibt dem Kuchen Glanz und hält die Äpfel feucht. Ein Esslöffel reicht für ein Blech.

Sahne zum Servieren ist optional, passt aber gut. Ein Blechkuchen ohne Guss verträgt sie besser als einer mit Zuckerglasur.

Transportieren, aufbewahren, einfrieren

Apfelkuchen mit Puderzucker
Auf dem Blech auskühlen lassen, dann in gleichmäßige Stücke schneiden. Foto: blumenbiene, CC BY 4.0

Auf dem Blech transportieren ist am einfachsten. Ein zweites Blech oder ein Bogen Backpapier kommt als Deckel darüber, damit die Oberfläche nichts abbekommt.

Geschnitten wird erst am Ziel und mit einem langen Messer in geraden Bahnen. Fünf Schnitte längs und drei quer ergeben zwanzig gleich große Stücke.

Abgedeckt hält sich der Kuchen zwei bis drei Tage. Durch die Äpfel bleibt er saftig, solange er nicht offen steht.

Ein Kuchen mit Zuckerguss gehört nicht gestapelt. Die Glasur klebt an der darüberliegenden Lage fest. Zwischen zwei Lagen kommt deshalb immer ein Bogen Backpapier.

Einfrieren funktioniert stückweise sehr gut. Die Stücke werden einzeln eingewickelt und tauen bei Raumtemperatur in zwei Stunden auf.

Reste, die trocken geworden sind, lassen sich in der Pfanne mit Butter anrösten und mit Vanillesauce als Dessert servieren.

Für Feste lohnt es, gleich zwei Bleche zu backen. Der Teig ist in derselben Zeit gerührt, und der zweite Kuchen wandert direkt ins Gefrierfach. Aufgetaut und kurz aufgebacken lässt er sich kaum vom frischen unterscheiden.

Häufige Fragen

Wie viel Teig brauche ich für ein halbes Blech?

Die Hälfte aller Mengen, also 225 Gramm Mehl und drei Eier. Die Backzeit bleibt bei etwa 35 Minuten, weil die Schichthöhe gleich ist.

Warum ist mein Blechkuchen in der Mitte feucht?

Meist lag zu viel Frucht auf zu wenig Teig, oder der Kuchen war zu früh aus dem Ofen. Semmelbrösel und die Stäbchenprobe zwischen den Apfelreihen lösen beides.

Kann ich den Kuchen am Vortag backen?

Ja, das ist sogar praktisch. Er zieht über Nacht durch und wird saftiger. Der Guss kommt erst am Servietag darauf.

Geht das Rezept mit Umluft?

Ja, mit 160 °C statt 180 °C. Bei zwei Blechen gleichzeitig werden sie nach der Hälfte der Zeit getauscht.

Welche Äpfel sind die falschen?

Sehr süße und mehlige Sorten wie Golden Delicious, Gala oder Pink Lady. Sie zerfallen und geben zu viel Saft ab.

Muss das Blech gefettet werden?

Backpapier ist einfacher und sicherer. Wer fettet, nimmt Butter und stäubt zusätzlich Mehl darüber, damit sich der Kuchen sauber löst.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.


Nach oben scrollen