Zwei Kugeln heller Pizzateig auf einem Schneidebrett vor dem Ausrollen

Pizzateig ohne Hefe: Rezept mit Quark und Öl in 30 Minuten

Kurzantwort: Pizzateig ohne Hefe gelingt am zuverlässigsten als Quark-Öl-Teig: 250 g Mehl, 250 g Magerquark, 6 EL Öl, Salz und eine halbe Portion Backpulver. Ohne Gehzeit ist der Teig in 10 Minuten Ruhezeit fertig zum Ausrollen und nach 18 bis 20 Minuten bei 220 Grad gebacken.

Wer spontan Pizza machen will, scheitert meistens an der Zeit. Hefeteig braucht mindestens eine Stunde Ruhe, oft länger. Ein Teig aus Quark und Öl umgeht das Problem komplett, weil er nicht auf Gärung angewiesen ist, sondern auf Backpulver und die Bindung durch den Quark.

Das Ergebnis ist kein Hefeteig-Imitat mit Poren und Kruste, sondern ein eigener Typ: dünn, leicht mürbe, mit einem Rand, der knusprig wird, ohne aufzugehen wie bei einem klassischen Pizzarand. Für alle, die keine Zeit oder keine Hefe im Haus haben, ist das eine der wenigen Techniken, die tatsächlich in 30 Minuten von der Schüssel bis zum Teller führt.

Unter dem Rezept steht, warum der Quark die entscheidende Zutat ist, wie viel Mehl beim Nachkneten sinnvoll ist und welche Fehler den Boden zäh statt knusprig machen.

Pizzateig ohne Hefe (Quark-Öl-Teig) — das Rezept

  • Vorbereitung: 20 Min.
  • Garzeit: 18 Min.
  • Gesamt: 38 Min.
  • Ergibt: 1 Blech (26×37 cm), 6 Stücke
  • Pro Portion: 260 kcal

Zutaten

  • 250 g Mehl Type 405, plus etwas mehr für die Arbeitsfläche
  • 250 g Magerquark
  • 6 EL neutrales Öl, zum Beispiel Sonnenblumenöl (etwa 60 ml)
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Backpulver
  • Mehl oder Grieß zum Bestäuben des Blechs

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  2. Quark, Öl und Salz in einer Schüssel glattrühren, bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind.
  3. Mehl und Backpulver mischen und über die Quarkmasse sieben.
  4. Alles zügig zu einem glatten Teig verkneten, von Hand oder mit dem Knethaken. Ist der Teig klebrig, löffelweise Mehl nachgeben, aber nicht mehr als nötig.
  5. Den Teig 10 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Er wird dadurch geschmeidiger und lässt sich leichter ausrollen.
  6. Auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen, etwa 3 bis 4 Millimeter, und auf das Blech legen. Am Rand einen schmalen Wulst hochdrücken.
  7. Mit Tomatensauce bestreichen und nach Wunsch belegen. Der Belag sollte nicht zu nass sein, sonst weicht der Boden auf.
  8. 18 bis 20 Minuten backen, bis der Rand goldbraun ist und der Käse Blasen wirft.

Warum der Teig ohne Hefe funktioniert

Hefe braucht Zeit, weil sie Zucker in Kohlendioxid umwandelt und dieser Prozess Stunden dauert. Backpulver arbeitet chemisch und sofort: Sobald es mit Feuchtigkeit und Hitze in Kontakt kommt, entstehen Gasbläschen, die den Teig minimal lockern.

Der Quark übernimmt dabei zwei Aufgaben. Er bringt Flüssigkeit in den Teig, ohne ihn nass zu machen, weil er selbst schon fest ist. Und seine leichte Säure macht das Gluten im Mehl geschmeidiger, wodurch der Teig sich leichter dehnen lässt, ohne beim Ausrollen einzureißen.

Kein Ersatz für Hefeteig

Wer den charakteristischen luftigen Rand einer neapolitanischen Pizza erwartet, wird enttäuscht. Quark-Öl-Teig bleibt flach und leicht mürbe, ähnlich wie bei einem Flammkuchen. Für den schnellen Alltag ist das kein Nachteil, sondern der Punkt.

Der Zeitunterschied in Zahlen

Ein klassischer Hefeteig braucht mindestens 60 Minuten Stockgare, oft gefolgt von einer zweiten Ruhephase nach dem Formen. Quark-Öl-Teig kommt mit 10 Minuten aus, und selbst diese Zeit dient nur dem Entspannen des Glutens, nicht dem Aufgehen. Von der ersten Zutat in der Schüssel bis zur fertigen Pizza liegen bei diesem Rezept rund 40 Minuten, bei einem Hefeteig eher zwei bis drei Stunden.

Für den spontanen Pizzaabend unter der Woche ist das der eigentliche Vorteil. Wer am Wochenende Zeit hat, fährt mit einem langsam geführten Hefeteig geschmacklich weiter, weil die lange Gärung Aromen entwickelt, die ein Blitzteig nicht erreichen kann.

Magerquark in einer Schüssel
Magerquark liefert Feuchtigkeit und die leichte Säure, die den Teig geschmeidig macht. Foto: SKopp, CC BY-SA 4.0

Das richtige Mehl

Type 405 ist das Standardmehl für diesen Teig, weil es fein vermahlen ist und sich glatt verarbeiten lässt. Type 550 funktioniert ebenfalls und ergibt einen minimal festeren Teig.

Vollkornmehl lässt sich beimischen, verändert aber die Menge der nötigen Flüssigkeit. Wer die Hälfte des Mehls durch Vollkorn ersetzt, braucht meist einen Esslöffel mehr Öl, weil Vollkornmehl mehr Feuchtigkeit bindet.

Wie viel Mehl beim Kneten dazukommt

Der Teig soll am Ende nicht an den Händen kleben, aber auch nicht bröckeln. Wer zu viel Mehl nachgibt, bekommt einen trockenen, rissigen Boden. Ein bis zwei Esslöffel zusätzliches Mehl reichen in der Regel aus, mehr braucht es fast nie.

Sack mit Mehl neben Vorratssäcken
Type 405 ist fein genug für einen glatten, dünnen Boden. Foto: zeevveez, CC BY 4.0

Kneten, ruhen lassen, ausrollen

Der Teig wird nur kurz geknetet, bis er glatt ist. Langes Kneten bringt bei diesem Teig keinen Vorteil, weil ohnehin kein Hefegerüst aufgebaut werden muss.

Die zehn Minuten Ruhezeit sind trotzdem wichtig. Das im Mehl enthaltene Gluten entspannt sich, und der Teig lässt sich danach deutlich leichter dünn ausrollen, ohne sich sofort wieder zusammenzuziehen.

Dünn ausrollen ohne Reißen

Auf einer bemehlten Fläche von der Mitte nach außen rollen, den Teig dabei regelmäßig eine viertel Drehung weiterdrehen. Reißt eine Stelle trotzdem ein, lässt sie sich mit einem kleinen Stück Teig von den Rändern flicken.

Hölzernes Nudelholz zum Ausrollen von Teig
Ein normales Nudelholz reicht: Von der Mitte nach außen rollen, bis der Teig gleichmäßig dünn ist. Foto: GranniesKitchen, CC BY 4.0

Das Blech und die Backtemperatur

Ein normales Backblech reicht für diesen Teig völlig aus. Ein vorgeheizter Pizzastein bringt bei Hefeteig Vorteile, weil er die Feuchtigkeit schneller entzieht. Bei Quark-Öl-Teig, der ohnehin dünn und ohne große Gärblasen ist, macht der Unterschied kaum etwas aus.

220 Grad Ober-/Unterhitze sind ein guter Kompromiss zwischen durchgebackenem Boden und einem Rand, der nicht verbrennt. Wer einen Umluftofen benutzt, stellt 200 Grad ein und behält die Pizza in den letzten Minuten im Blick.

Blick in einen heißen Backofen
220 Grad Ober-/Unterhitze reichen aus, ein Pizzastein ist bei diesem Teig kein Muss. Foto: Stilfehler, CC BY-SA 4.0

Der Belag: weniger Flüssigkeit ist mehr

Weil der Teig ohne Hefe weniger stabil ist als ein klassischer Pizzateig, reagiert er empfindlicher auf feuchten Belag. Eine dünne Schicht Tomatensauce reicht aus, dick aufgetragene Sauce oder viel Gemüse mit hohem Wassergehalt weichen den Boden auf.

Mozzarella vorher kurz abtropfen zu lassen, hilft ebenfalls. Frischer Büffelmozzarella enthält deutlich mehr Flüssigkeit als geriebener Gouda oder Pizzakäse aus der Packung.

Vorgekochtes Gemüse

Pilze, Paprika oder Zucchini geben beim Backen Wasser ab. Wer sie vorher kurz in der Pfanne anbrät, reduziert diese Flüssigkeit schon vor dem Belegen.

Welcher Käse passt

Geriebener Gouda, Emmentaler oder fertiger Pizzakäse aus der Tüte enthalten weniger Wasser als frischer Mozzarella und schmelzen gleichmäßiger auf einem dünnen Boden. Wer trotzdem Mozzarella will, reißt ihn in Stücke, drückt ihn kurz in einem Sieb aus und verteilt ihn erst in den letzten zehn Minuten der Backzeit, damit er nicht zu viel Feuchtigkeit an den Teig abgibt.

Tomaten aus der Dose in einer Schale
Eine dünne Schicht Sauce reicht. Zu viel Flüssigkeit macht den Boden weich. Foto: benketaro, CC BY 4.0

Varianten des Teigs

Vegan ohne Quark

Pflanzenjoghurt mit hohem Eiweißgehalt, etwa Soja- oder Kokosjoghurt, ersetzt den Quark im gleichen Verhältnis. Der Teig wird dadurch etwas weicher und braucht meist etwas mehr Mehl beim Ausrollen.

Mit Kräutern im Teig

Getrockneter Oregano oder Rosmarin, direkt unter das Mehl gemischt, gibt dem Boden schon vor dem Belegen Aroma. Ein Teelöffel reicht für ein ganzes Blech.

Für Flammkuchen

Derselbe Teig funktioniert auch für Flammkuchen. Dafür noch dünner ausrollen und statt Tomatensauce eine Mischung aus Schmand, Zwiebeln und Speckwürfeln verwenden.

Für Kinder und für unterwegs

Weil der Teig ohne Ruhezeit vor dem Zusammenrühren auskommt, lässt er sich gut gemeinsam mit Kindern zubereiten. Kleine Portionen zu Handpizzen geformt, backen in 10 bis 12 Minuten durch und eignen sich als Lunchbox-Ersatz für den nächsten Tag.

Fertig gebackene Pizza mit goldbraunem Rand
Bei 220 Grad ist der Teig in 18 bis 20 Minuten fertig, deutlich schneller als mit Hefe. Foto: treehouse1977, CC BY-SA 4.0

Aufbewahren und vorbereiten

Der rohe Teig lässt sich einen Tag im Voraus zubereiten und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Ausrollen sollte er etwa 15 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen, sonst reißt er leichter.

Einfrieren funktioniert ebenfalls, am besten schon dünn ausgerollt zwischen zwei Lagen Backpapier. So taut er schnell auf und lässt sich direkt belegen.

Reste der fertigen Pizza

Übrig gebliebene Stücke halten sich zwei Tage im Kühlschrank. Zum Aufwärmen eignet sich die Pfanne mit Deckel besser als die Mikrowelle, weil der Boden dort wieder knusprig statt gummiartig wird.

Nährwerte und warum Magerquark die bessere Wahl ist

Magerquark liegt laut Wikipedia bei unter 10 Prozent Fett in der Trockenmasse, deutlich weniger als körniger Frischkäse oder Speisequark aus höheren Fettstufen. Weil Quark ohnehin größtenteils aus Wasser besteht, bedeutet das in der Praxis einen sehr niedrigen tatsächlichen Fettanteil im fertigen Produkt.

Für den Teig heißt das: Die Feuchtigkeit kommt fast ohne zusätzliches Fett aus, das gesamte Fett im Rezept stammt im Wesentlichen aus dem zugegebenen Öl. Die rund 260 Kilokalorien pro Stück in der Rezeptübersicht beziehen sich auf den reinen Teig, ohne Belag. Tomatensauce, Käse und weitere Zutaten kommen je nach Wahl noch hinzu und lassen sich kaum pauschal beziffern, weil die Spanne zwischen einer schlichten Margherita und einer üppig belegten Pizza groß ist.

Eine fettärmere Variante

Wer die Ölmenge auf vier Esslöffel reduziert, bekommt einen etwas festeren, aber immer noch backfähigen Teig. Ganz ohne Öl wird der Teig brüchig und lässt sich schlecht ausrollen, weil das Fett zwischen den Mehlpartikeln für Geschmeidigkeit sorgt.

Eiweiß als Nebeneffekt

Weil Magerquark von Natur aus viel Milcheiweiß enthält, liefert schon der Teig allein mehr Eiweiß als ein vergleichbarer Hefeteig aus Mehl, Wasser und Hefe. Für alle, die nach dem Sport oder als sättigende Alltagsmahlzeit kochen, ist das ein angenehmer Nebeneffekt, auch wenn das Rezept dafür nicht extra optimiert wurde.

Häufige Fragen

Warum wird mein Pizzateig ohne Hefe zäh?

Meist, weil zu viel Mehl nachgeknetet wurde. Der Teig soll gerade eben nicht mehr kleben, nicht trocken sein.

Kann ich den Teig auch mit Butter statt Öl machen?

Ja, geschmolzene Butter funktioniert genauso. Der Teig wird dadurch etwas mürber und im Geschmack runder.

Muss ich den Teig wirklich ruhen lassen?

Zehn Minuten reichen, aber sie machen einen spürbaren Unterschied beim Ausrollen. Ganz weglassen lässt sich der Schritt nicht ohne Reißen zu riskieren.

Geht der Teig auch ohne Backpulver?

Er wird dann etwas fester und weniger locker im Biss, bleibt aber grundsätzlich backfähig. Für einen dünnen, knusprigen Boden ist das sogar näher am Ergebnis.

Wie viel Teig ergibt das Rezept?

Genug für ein großes Backblech von etwa 26 mal 37 Zentimetern, aufgeteilt in sechs Stücke.

Kann ich den Teig für Minipizzen verwenden?

Ja, dafür den Teig in kleinere Portionen teilen und einzeln dünn ausrollen. Die Backzeit verkürzt sich dann um etwa fünf Minuten.

Warum reißt mein Teig beim Ausrollen ständig?

Meist, weil die zehn Minuten Ruhezeit übersprungen wurden. Das Gluten im Mehl ist dann noch gespannt und zieht sich beim Ausrollen sofort wieder zusammen. Ein zweiter kurzer Ruhemoment von fünf Minuten hilft in diesem Fall auch nachträglich.

Passt Vollkornmehl zu diesem Teig?

Teilweise ja. Bis zu 150 Gramm des Mehls lassen sich durch Vollkornmehl ersetzen, dazu kommt dann ein Esslöffel mehr Flüssigkeit, weil Vollkornmehl mehr Wasser bindet als Type 405.

Kann ich anstelle von Magerquark körnigen Frischkäse nehmen?

Nein, körniger Frischkäse enthält deutlich mehr Fett und Feuchtigkeit und verändert die Konsistenz des Teigs spürbar. Magerquark oder ein Quark mit niedrigem Fettanteil bleibt die verlässlichere Wahl.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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