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Kurzantwort: In der Heißluftfritteuse kannst du backen, weil das Gerät technisch ein kleiner Umluftofen ist: eine Heizspirale und ein Ventilator in einer engen Kammer. Nimm rund 20 Grad weniger als im Backofen-Rezept und rechne mit etwa einem Fünftel kürzerer Zeit. Flüssige Teige brauchen eine feste Form. Loses Backpapier saugt der Ventilator nach oben in die Heizspirale.
Der Korb fasst wenig, die Luft rast, die Hitze steht nach zwei Minuten. Das macht Kuchen im Airfryer schnell fertig. Und schnell zu dunkel.
Stiftung Warentest hat für die Hefte 1/2025 und 9/2026 insgesamt 42 Geräte geprüft, davon 22 mit einem Garraum und 20 mit zwei Kammern. Geheizt wird dort mit Heizspulen über, unter oder hinter dem Garraum, Ventilatoren verwirbeln die heiße Luft.
Hier stehen die Umrechnung, die passenden Formen und die Teige, bei denen du dir den Versuch sparen kannst.
Warum das Gerät ein Miniofen ist
Frittiert wird in einer Heißluftfritteuse nichts. Es gibt kein Fettbad. Eine Heizspirale erwärmt die Luft, ein Ventilator drückt sie im Kreis durch den Korb.
Das ist dasselbe Prinzip wie Umluft im Backofen, nur auf ein paar Liter Garraum zusammengeschrumpft. Deshalb heizt das Gerät schneller auf und deshalb kommt die Hitze von allen Seiten an den Teig.
Der ZDF-Ratgeber fasst den Vorteil so zusammen: Bei kleinen Portionen sparst du, weil Vorheizen entfällt. Bei großen Mengen verlierst du, weil du in mehreren Runden backen musst.
Für den Alltag heißt das: Ein Blech Plätzchen bleibt eine Sache für den Ofen. Sechs Muffins am Dienstagabend sind eine Sache für den Korb.
Temperatur und Zeit umrechnen
Die Faustregel entspricht der Umrechnung von Ober-/Unterhitze auf Umluft: 20 Grad herunter. Aus 180 Grad im Rezept werden 160 Grad im Korb.
Bei der Zeit ziehst du zusätzlich etwa ein Fünftel ab und prüfst dann mit dem Holzstäbchen. 25 Minuten im Ofen sind also rund 20 Minuten im Gerät — plus Nachschauen.
Die erste Runde mit einem neuen Rezept ist immer ein Test. Schau nach der halben Zeit einmal hinein. Der Korb lässt sich bei fast allen Geräten herausziehen, ohne dass das Programm abbricht.
Schreib dir die Werte auf, die geklappt haben. Die Geräte unterscheiden sich in Leistung und Korbgröße stark, und dein Modell verhält sich beim zweiten Kuchen genauso wie beim ersten.
Welche Formen in den Korb passen
Miss zuerst den Innendurchmesser deines Korbs. Bei den gängigen Modellen mit vier bis sechs Litern passen Springformen bis etwa 18 Zentimeter, oft nur bis 15.
Ringsum sollten mindestens ein bis zwei Zentimeter Luft bleiben, sonst kommt der Luftstrom nicht am Rand vorbei und der Kuchen wird oben dunkel und innen roh.
Silikonformen, kleine Auflaufformen aus Glas und Muffinförmchen aus Metall funktionieren. Was du nicht brauchst: eine hohe Kastenform. Sie steht zu nah an der Heizspirale.
Backpapier, Silikon und Alufolie
Backpapier gehört erst in den Korb, wenn das Backgut schon daraufliegt und es beschwert. Der ZDF-Ratgeber nennt den Grund: Sonst wirbelt die Luftzirkulation das Papier in die Heizelemente.
Alufolie rät derselbe Ratgeber ab. Sie stört die Luftzirkulation, und bei sauren oder salzigen Speisen kann Aluminium ins Essen übergehen.
Perforierte Papiereinsätze oder Silikonformen sind die einfachere Lösung. Sie liegen fest, lassen Luft durch und machen die Reinigung kürzer.
Was im Korb nicht gut wird
Dünne Rührteige, die man direkt in den Korb gießen müsste, gehen nicht. Sie laufen durch die Löcher.
Biskuit und Baiser mögen den harten Luftstrom nicht. Beide brauchen ruhige, gleichmäßige Hitze, sonst reißt die Oberfläche oder das Volumen fällt zusammen.
Gut werden dagegen Muffins, Brötchen, Blätterteiggebäck, Streuselkuchen in kleiner Form und alles, was ohnehin eine feste Kruste bekommen soll.
Auch aufgebackenes Brot vom Vortag gelingt zuverlässig: fünf Minuten bei 160 Grad, kurz mit Wasser besprüht. Tiefgekühlte Brötchen brauchen etwa acht Minuten.
Auf die Bräunung achten
Weil die Hitze so direkt anliegt, wird Gebäck im Korb schneller dunkel als im Ofen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung fasst die Regel gegen Acrylamid mit „Vergolden statt Verkohlen“ zusammen.
Acrylamid entsteht bei der Bräunung ab etwa 120 Grad und nimmt zwischen 170 und 180 Grad stark zu. Dunkle Stellen enthalten deutlich mehr davon als goldgelbe.
Für den Korb heißt das: lieber 160 Grad und zwei Minuten länger schauen als 200 Grad und hoffen.
Häufige Fragen
Muss ich die Heißluftfritteuse vorheizen?
Für Kuchen und Brötchen lohnen sich zwei bis drei Minuten Vorheizen, damit der Teig sofort Hitze bekommt und das Backpulver sauber arbeitet. Bei kleinen Portionen kannst du darauf verzichten.
Kann ich jedes Backofen-Rezept übernehmen?
Rührkuchen, Muffins und Hefegebäck ja, mit angepasster Temperatur und Form. Biskuit, Baiser und große Bleche eher nicht. Rezepte für sechs bis zwölf Stück lassen sich am leichtesten übertragen.
Warum ist mein Kuchen oben dunkel und innen roh?
Die Form steht zu dicht unter der Heizspirale oder die Temperatur war zu hoch. Nimm 10 bis 20 Grad zurück und decke die Oberfläche in der zweiten Hälfte locker mit Backpapier ab.
Wie reinige ich den Korb nach Kuchenteig?
Mit weicher Bürste und Spülmittel. Metallschwämme und Scheuermittel greifen die Beschichtung an. Silikonformen nehmen den Teig ohnehin von vornherein auf.
Spart Backen im Airfryer wirklich Strom?
Bei einer kleinen Menge ja, weil Garraum und Aufheizzeit klein sind. Für ein ganzes Blech Kuchen brauchst du mehrere Durchgänge, dann ist der Backofen im Vorteil.
Welche Größe brauche ich zum Backen?
Ab etwa vier Litern passt eine Form von 15 bis 16 Zentimetern hinein. Geräte mit zwei getrennten Schubladen sind praktisch für Muffins, weil du zwei Ladungen parallel fahren kannst.
Quellen
ZDFheute: Airfryer im Check — Zubehör, Reinigung, Vergleich zum Backofen
Stiftung Warentest: Heißluftfritteusen im Test
BfR: Vergolden statt verkohlen — Fragen und Antworten zu Acrylamid
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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Geschrieben von Marie, Redaktion geschmacksguru.com — sie kocht hier und schreibt die Rezepte auf.

