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Kurzantwort: Für etwa 10 Waffeln brauchst du 125 g weiche Butter, 75 g Zucker, 3 Eier, 250 g Mehl, 1 TL Backpulver, 250 ml Milch und eine Prise Salz. Butter und Zucker schaumig rühren, Eier einzeln dazu, Mehl und Milch abwechselnd unterrühren. Im vorgeheizten Waffeleisen 3 bis 4 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Die Waffeln sofort essen, dann sind sie am knusprigsten.
Waffeln gehören zu den ältesten Gebäcken Europas. Wikipedia nennt Waffeleisen-Funde aus dem 9. Jahrhundert in Belgien und Frankreich. Im 15. Jahrhundert waren Waffeln in den Niederlanden, Norddeutschland und Brandenburg verbreitet. Das Prinzip ist seitdem gleich: Teig zwischen zwei heißen, gemusterten Platten.
Der Teig entscheidet über die Waffel. Rührteig ergibt weiche Herzwaffeln, aufgeschlagenes Eiweiß macht sie luftig wie in Brüssel, Hefeteig mit Hagelzucker ergibt die schweren Lütticher Waffeln.
Hier zuerst das Grundrezept, das seit Jahren jeden Sonntag bei uns auf dem Tisch steht. Danach die drei Varianten.
Grundrezept für Herzwaffeln
Zutaten für etwa 10 Waffeln
- 125 g Butter, weich
- 75 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 3 Eier, Größe M
- 250 g Weizenmehl Type 405
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 250 ml Milch
- Öl oder Butter für das Eisen
Zubereitung, 10 Minuten plus 35 Minuten Backzeit
- Waffeleisen einschalten und vorheizen. Die meisten Geräte melden sich mit einer Lampe.
- Butter mit Zucker und Vanillezucker 3 Minuten hell und cremig rühren.
- Eier einzeln unterrühren, jedes etwa 30 Sekunden.
- Mehl mit Backpulver und Salz mischen. Abwechselnd mit der Milch in zwei Portionen unterrühren, bis ein glatter, dickflüssiger Teig entsteht. Nicht länger rühren als nötig.
- Eisen dünn einfetten. Eine Kelle Teig, etwa 3 EL, in die Mitte geben, Deckel schließen.
- 3 bis 4 Minuten backen. Wenn kein Dampf mehr aus dem Eisen steigt, ist die Waffel fertig.
- Auf einem Gitter kurz auskühlen lassen, nicht stapeln, sonst werden sie weich.
Der Teig hält abgedeckt im Kühlschrank bis zum nächsten Tag. Er wird etwas fester, ein Schluck Milch bringt ihn zurück.
Warum Waffeln weich werden und was hilft
Waffeln dampfen nach dem Backen aus. Liegen sie übereinander, zieht die Feuchtigkeit in die Nachbarwaffel. Deshalb einzeln auf ein Gitter legen. Wer für viele backt, hält sie im Ofen bei 80 °C auf dem Rost warm, nebeneinander.
Knuspriger werden sie mit einem Teil Speisestärke: 50 g des Mehls durch Stärke ersetzen. Auch ein Esslöffel mehr Butter hilft. Weniger Zucker macht sie heller, mehr Zucker dunkler und knuspriger, weil der Zucker karamellisiert.
Zu blasse Waffeln liegen fast immer an einem zu kalten Eisen. Zwischen zwei Waffeln eine Minute warten, damit die Platten wieder aufheizen.
Variante 1: Belgische Waffeln mit Eischnee
Für die luftige Brüsseler Art die Eier trennen. Eigelb wie im Grundrezept mit Butter und Zucker verrühren, Mehl und Milch dazu. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und zum Schluss vorsichtig unterheben. Der Teig ist jetzt schaumig und darf nicht mehr lange stehen. Im tiefen belgischen Eisen 4 bis 5 Minuten backen. Klassisch mit Puderzucker und Sahne oder mit Erdbeeren.
Variante 2: Lütticher Waffeln mit Hefeteig
Lütticher Waffeln bestehen laut Wikipedia aus gesüßtem, fettreichem Hefeteig und werden mit Hagelzucker gefüllt. Für 8 Stück: 250 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 80 ml lauwarme Milch, 1 Ei, 30 g Zucker, 1 Prise Salz, 120 g weiche Butter, 100 g Hagelzucker.
Hefe in der Milch mit dem Zucker auflösen, 10 Minuten stehen lassen. Mit Mehl, Ei und Salz zu einem Teig kneten, Butter stückweise einkneten. 60 Minuten gehen lassen. Hagelzucker unterkneten, Teig in 8 Kugeln teilen und jede im heißen Eisen 4 Minuten backen. Der Zucker karamellisiert an der Oberfläche. Sie schmecken pur, ohne Belag.
Variante 3: Vegane Waffeln
Für 8 Waffeln: 250 g Mehl, 60 g Zucker, 2 TL Backpulver, 1 Prise Salz, 300 ml Haferdrink, 80 ml Öl, 1 TL Vanilleextrakt. Trockene Zutaten mischen, Flüssiges unterrühren, 10 Minuten quellen lassen. Der Teig ist dünner als beim Grundrezept, deshalb das Eisen gut fetten. 4 Minuten backen. Sie werden etwas weniger knusprig und sehr weich.
Belag und Beilagen
Puderzucker, Kirschen mit Sahne, Apfelmus, Nuss-Nougat-Creme oder Ahornsirup sind die Klassiker. Im Bergischen Land gehören Waffeln zur Bergischen Kaffeetafel, laut Wikipedia früher aus Hafermehl, heute aus Weizenmehl. Dort stehen traditionell Milchreis und heiße Kirschen mit auf dem Tisch.
Für heiße Kirschen 1 Glas Sauerkirschen abgießen, den Saft mit 1 EL Speisestärke und 1 EL Zucker aufkochen, bis er andickt, dann die Kirschen wieder hineingeben. Das dauert 5 Minuten und passt zu jeder der drei Varianten.
Herzhaft gehen sie auch: Zucker im Grundrezept auf einen Esslöffel reduzieren, 50 g geriebenen Käse und Schnittlauch unterrühren. Dazu Kräuterquark oder Räucherlachs.
Häufige Fragen
Warum kleben meine Waffeln im Eisen?
Das Eisen war zu kalt oder zu wenig gefettet. Vor jeder dritten Waffel nachfetten. Neue Eisen brauchen zwei, drei Waffeln, bis die Beschichtung eingebacken ist.
Kann ich den Teig ohne Ei machen?
Ja, siehe die vegane Variante. Oder im Grundrezept jedes Ei durch 60 g Apfelmus ersetzen und einen halben Teelöffel mehr Backpulver zugeben.
Kann ich Waffeln einfrieren?
Ja, ausgekühlt und einzeln in Folie. Im Toaster oder Ofen bei 180 °C in 5 Minuten wieder knusprig.
Wie viel Teig pro Waffel?
Etwa 3 EL für ein Herzwaffeleisen, 5 EL für ein belgisches. Lieber etwas zu wenig als zu viel, sonst läuft der Teig seitlich heraus.
Geht Dinkelmehl?
Ja, Type 630 eins zu eins. Vollkornmehl macht die Waffeln dichter, dafür 30 ml mehr Milch nehmen.
Wie lange muss das Waffeleisen vorheizen?
Meist 5 bis 8 Minuten. Ein Tropfen Wasser auf der Platte muss sofort zischen.
Quellen
Wikipedia: Waffel
Wikipedia: Lütticher Waffel
Wikipedia: Bergische Kaffeetafel
Das passt dazu
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- Rezept belgische Waffeln: Lütticher und Brüsseler Art backen
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Geschrieben von Marie, Redaktion geschmacksguru.com — sie kocht hier und schreibt die Rezepte auf.

