Rippchen aus dem Backofen mit BBQ-Glasur

Rippchen im Backofen: Zart in 2,5 Stunden mit Rub und BBQ-Glasur

Kurzantwort: Rippchen werden im Backofen zart, wenn die Silberhaut auf der Knochenseite abgezogen, das Fleisch mit einem Rub aus braunem Zucker, Paprika, Salz, Knoblauch und Kreuzkümmel eingerieben, jede Leiter mit einem Schuss Apfelsaft dicht in Alufolie gepackt und zwei Stunden bei 150 Grad gegart wird. Danach wird die Folie geöffnet, die Rippchen zweimal mit BBQ-Sauce bestrichen und 20 Minuten bei 200 Grad offen gebacken, bis die Glasur klebt. Die Folie dämpft das Bindegewebe weich, die Glasur gibt die Kruste. Zwei Kilo für vier, zweieinhalb Stunden, 780 Kilokalorien, das Fleisch löst sich vom Knochen, fällt aber nicht ab.

Rippchen brauchen keinen Smoker und keinen Grill. Der Backofen hält 150 Grad konstanter als jeder Holzkohlegrill, und die Folie ersetzt den Rauch durch Dampf, der das Bindegewebe in zwei Stunden in Gelatine verwandelt. Was fehlt, ist der Rauchgeschmack, und den bringt geräuchertes Paprikapulver im Rub. Das Ergebnis ist zarter als das aus den meisten Restaurants.

Hier findest du das Rezept, die Rippchensorten, die Silberhaut, den Rub, die Folie und das Apfelsaft-Dämpfen, die Zeit und Temperatur, den Biegetest, die BBQ-Sauce selbst gemacht, die Version ohne Folie, Kasseler-Rippchen, asiatische Rippchen, die Beilagen, das Vorbereiten, Nährwerte, Kosten und die Fehler, die Rippchen zäh oder trocken machen.

Rippchen aus dem Backofen mit BBQ-Glasur
Rippchen im Backofen: Rub, Folie, 150 Grad, dann Glasur. Foto: jeffreyw, CC BY 4.0

Rippchen im Backofen — das Rezept

  • Vorbereitung: 20 Min.
  • Garzeit: 2 Std. 30 Min.
  • Gesamt: 2 Std. 50 Min.
  • Ergibt: 4 Portionen
  • Pro Portion: 780 kcal

Zutaten

  • 2 kg Spareribs (2 Leitern) oder Baby Back Ribs
  • Für den Rub: 3 EL brauner Zucker
  • 2 EL Paprikapulver edelsüß
  • 1 EL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 EL Salz
  • 1 TL schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 1 TL Zwiebelpulver
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 100 ml Apfelsaft
  • Für die Glasur: 200 ml BBQ-Sauce (gekauft oder selbst gemacht)
  • 2 EL Honig
  • 1 EL Apfelessig

Zubereitung

  1. Rippchen mit Küchenpapier trocknen. Auf der Knochenseite die Silberhaut an einer Ecke mit einem Messer lösen, mit Küchenpapier greifen und komplett abziehen.
  2. Alle Rub-Zutaten mischen, Rippchen rundum damit einreiben, mindestens 30 Minuten, besser über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
  3. Ofen auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Jede Leiter auf ein großes Stück Alufolie legen, Fleischseite oben, 50 ml Apfelsaft dazugießen, Folie dicht verschließen. Auf ein Blech, 2 Stunden garen.
  4. BBQ-Sauce mit Honig und Essig verrühren. Folie öffnen, Flüssigkeit abgießen, Ofen auf 200 Grad stellen.
  5. Rippchen mit der Hälfte der Glasur bestreichen, 10 Minuten offen backen, mit dem Rest bestreichen, weitere 10 Minuten, bis die Glasur klebrig und dunkel ist. Die letzten 3 Minuten unter dem Grill für Röstung.
  6. 5 Minuten ruhen lassen, zwischen den Knochen in einzelne Rippchen schneiden, mit Krautsalat und Brot servieren.

Die Rippchensorten

Spareribs sind die Rippen vom Bauch, groß, flach, mit viel Fett und Bindegewebe, das ist die Sorte für den Ofen und für die Folie. Baby Back Ribs, in Deutschland Kotelettrippchen oder Loin Ribs, sitzen am Rücken, sind kleiner, magerer, mit mehr Fleisch zwischen den Knochen und in anderthalb Stunden fertig. St.-Louis-Cut sind zugeschnittene Spareribs ohne Knorpel, gleichmäßig und leicht zu portionieren. Beim Metzger als „Leiter“ bestellen, 800 g bis ein Kilo je Leiter, zwei Leitern für vier. Dicke Fleischauflage ist besser als dünne, Rippchen, bei denen die Knochen durchscheinen, bleiben trocken. Preis vier bis acht Euro je Kilo.

Rohe Schweinerippchen am Stück
Spareribs, Baby Back Ribs, Kotelettrippchen: Fleischanteil entscheidet. Foto: Au Kirk, CC BY 4.0

Die Silberhaut

Auf der Knochenseite jeder Leiter liegt eine dünne, glänzende Haut, die im Ofen nicht weich wird und die Rippchen zäh macht. An einer Ecke mit einem stumpfen Messer oder dem Stiel eines Löffels unterfahren, mit einem Stück Küchenpapier greifen, damit sie nicht rutscht, und in einem Zug abziehen. Bei manchen Leitern kommt sie in Stücken, dann nacharbeiten. Der Metzger macht das auf Wunsch. Ohne diesen Schritt nehmen die Rippchen auf der Knochenseite auch keinen Rub an.

Silberhaut wird von den Rippchen abgezogen
Die Silberhaut auf der Knochenseite abziehen, sonst bleiben sie zäh. Foto: pirateyjoe, CC BY-SA 4.0

Der Rub

Drei Esslöffel brauner Zucker, zwei Paprika edelsüß, ein geräuchertes Paprikapulver, ein Salz, je ein Teelöffel Pfeffer, Knoblauchpulver, Zwiebelpulver, Kreuzkümmel, ein halber Cayenne. Der Zucker karamellisiert und bildet die Kruste, das geräucherte Paprikapulver ersetzt den Smoker, das Salz zieht in die ersten Stunden ins Fleisch. Der Rub wird dick aufgetragen, sechs Esslöffel je Leiter, und angedrückt, nicht eingerieben. Über Nacht im Kühlschrank wirkt er als Trockenmarinade, 30 Minuten reichen im Notfall. Fertiger Rub aus dem Glas geht, ist aber salziger, dann weniger nehmen.

Gewürzmischung für Rippchen
Rub: Paprika, brauner Zucker, Salz, Knoblauch, Pfeffer, Kreuzkümmel. Foto: jeffreyw, CC BY 4.0

Folie und Apfelsaft

Jede Leiter auf einen Bogen Alufolie, Fleischseite oben, 50 ml Apfelsaft daneben gegossen, Folie zu einem dichten Paket gefaltet. Im Paket dämpft der Saft die Rippchen, das Bindegewebe wird zu Gelatine, das Fleisch bleibt feucht. Ohne Folie trocknen die Rippchen bei zwei Stunden aus oder brauchen die Feuchtigkeit aus einer Wasserschale. Apfelsaft bringt Süße und Säure, Bier, Cola oder Brühe gehen ebenso. Die Flüssigkeit im Paket nach dem Garen ist Rippchenfond und kommt in die Sauce. Backpapier unter der Folie verhindert Kontakt zwischen Säure und Aluminium.

Rippchen in Alufolie auf dem Blech
Zwei Stunden in Folie bei 150 Grad: das Dämpfen macht sie zart. Foto: Girl Interrupted Eating, CC BY 4.0

Zeit, Temperatur, Biegetest

150 Grad Ober-/Unterhitze, zwei Stunden für Spareribs, anderthalb für Baby Back Ribs. Bei 120 Grad drei Stunden werden sie noch zarter, bei 180 Grad und einer Stunde bleiben sie zäh, weil Bindegewebe Zeit braucht, nicht Hitze. Fertig sind sie, wenn ein Zahnstocher ohne Widerstand zwischen die Knochen geht, das Fleisch sich einen Zentimeter vom Knochenende zurückgezogen hat und die Leiter beim Anheben mit der Zange in der Mitte durchhängt und die Oberfläche einreißt. Die Kerntemperatur liegt dann bei 90 bis 95 Grad, das Thermometer ist bei Rippchen weniger zuverlässig als der Biegetest.

Biegetest an gegarten Rippchen
Biegetest: Reißt das Fleisch beim Anheben ein, sind sie fertig. Foto: Unknown authorUnknown author or not provided, Public domain

Die Glasur

200 ml BBQ-Sauce mit zwei Esslöffeln Honig und einem Esslöffel Apfelessig verrührt, plus ein paar Löffel Fond aus der Folie. Folie öffnen, Flüssigkeit abgießen, Ofen auf 200 Grad, die Hälfte der Glasur aufpinseln, zehn Minuten, die zweite Hälfte, zehn Minuten, die letzten drei Minuten unter dem Grill, bis Blasen und dunkle Stellen entstehen. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke, die verbrennt. Die Glasur klebt, wenn sie beim Berühren Fäden zieht. Ohne Glasur mit dem Rub allein sind es „Dry Ribs“, die Texaner mögen das lieber.

Rippchen werden mit BBQ-Sauce bestrichen
Glasur in zwei Schichten, 20 Minuten offen bei 200 Grad. Foto: vxla, CC BY 4.0

BBQ-Sauce selbst gemacht

200 ml Ketchup, drei Esslöffel brauner Zucker, zwei Apfelessig, ein Worcestersauce, ein Senf, ein Teelöffel geräuchertes Paprikapulver, ein halber Teelöffel Knoblauchpulver, eine Prise Cayenne, zehn Minuten geköchelt, bis sie dick ist. Das ergibt eine Sauce nach Kansas-City-Art, süß und rauchig, in 15 Minuten, ohne Konservierungsstoffe. Mit Bourbon rauchiger, mit Ahornsirup runder, mit Chipotle scharf. Sie hält drei Wochen im Kühlschrank und ist für Rippchen, Pulled Pork und Hähnchen.

Ohne Folie

Rippchen offen auf dem Rost über einem Blech mit Wasser bei 130 Grad drei Stunden, alle 45 Minuten mit Apfelsaft besprüht, dann glasiert. Sie bekommen eine festere Kruste und mehr Röstaroma, sind aber weniger zart als aus der Folie und brauchen Aufmerksamkeit. Die Kombination aus zwei Stunden Folie und 20 Minuten offen ist der Kompromiss, der beides gibt. Im Bräter mit Deckel statt Folie funktioniert es genauso.

Kasseler-Rippchen

Kasseler-Rippchen sind gepökelt und geräuchert und brauchen keinen Rub, keine Folie und keine zwei Stunden. Sie werden bei 180 Grad 40 Minuten im Ofen erhitzt, mit Honig-Senf-Glasur die letzten zehn Minuten, dazu Sauerkraut und Kartoffelpüree. Das ist das deutsche Rippchen, salzig und rauchig, ein anderes Gericht als die Spareribs. Beide heißen Rippchen, beide sind gut, nur nicht mit demselben Rezept.

Asiatisch

Statt Rub eine Marinade aus vier Esslöffeln Sojasauce, zwei Hoisin, zwei Honig, einem Reisessig, Ingwer, Knoblauch, einem Teelöffel Fünf-Gewürze-Pulver, über Nacht, dann dieselbe Folie-Methode, glasiert mit der restlichen Marinade, eingekocht. Mit Sesam und Frühlingszwiebeln bestreut. Die chinesischen Rippchen sind klebriger und süßer, mit Reis statt Krautsalat.

Beilagen

Krautsalat mit Mayonnaise oder Essig, Maiskolben mit Butter, Ofenkartoffeln, Baked Beans, Maisbrot, Weißbrot zum Auftunken. Ein Gurkensalat schneidet das Fett. Bier oder Cola, die Rippchen sind süß und rauchig und brauchen etwas Kaltes. Servietten, viele, oder Fingerschalen mit Zitronenwasser.

Vorbereiten und Reste

Die Rippchen können bis zum Ende der Folienzeit am Vortag gegart werden, kalt gelagert, dann 30 Minuten bei 180 Grad erhitzt und glasiert. So sind sie für Gäste in 30 Minuten fertig. Reste halten drei Tage und werden in Folie bei 160 Grad wieder erwärmt, oder das Fleisch wird abgezogen und als Pulled Pork in ein Brötchen gefüllt. Eingefroren drei Monate.

Rippchen im Bräter und im Slow Cooker

Statt Folie geht ein Bräter mit Deckel: Rippchen in Stücke von vier Knochen geschnitten, aufrecht hineingestellt, Apfelsaft dazu, Deckel drauf, dieselben zwei Stunden bei 150 Grad, dann auf dem Blech glasiert. Im Slow Cooker sechs Stunden auf Low mit 100 ml Apfelsaft, dann 20 Minuten im Ofen mit Glasur, das ist die Version für den Arbeitstag. Beide Wege dämpfen wie die Folie und sparen das Aluminium. Der Fond aus dem Bräter ist konzentrierter als aus der Folie.

Für viele

Vier Leitern, acht Kilo für zwölf, passen auf zwei Bleche übereinander, nach einer Stunde tauschen. Die Folienzeit bleibt, das Glasieren dauert je Blech 20 Minuten, deshalb das erste Blech in Folie warm halten. Für ein Fest am Vortag bis zur Folie garen, am Tag in 30 Minuten fertig. Zwei Kilo je vier Gäste, ein halbes Kilo mit Knochen je Person, Rippchenesser nehmen mehr.

Nährwerte

Eine Portion von 500 g Spareribs mit Glasur hat etwa 780 kcal, 50 g Eiweiß, 55 g Fett und 20 g Kohlenhydrate, davon ein Drittel Knochen. Baby Back Ribs sind magerer, 600 kcal. Mit Krautsalat und Brot ein Abendessen von 1.000 Kilokalorien, das ist der Preis für zwei Stunden Vorfreude.

Kosten

Zwei Kilo Spareribs zehn bis zwölf Euro, Rub und Glasur zwei Euro, Krautsalat zwei Euro. Vier Portionen für 15 Euro, 3,80 Euro je Person. Im Restaurant kosten Spareribs 18 bis 25 Euro je Portion, und sie sind selten so zart.

Der Ablauf

Silberhaut und Rub am Vortag, 20 Minuten. Am Tag: Ofen, Folie, zwei Stunden, in denen der Krautsalat entsteht und die Sauce kocht. Glasieren 20 Minuten, ruhen fünf. Zweieinhalb Stunden vom Ofen bis zum Tisch, 40 Minuten aktiv.

Typische Fehler

Silberhaut dran: zäh. Zu heiß und zu kurz: zäh. Ohne Folie ohne Wasser: trocken. Glasur von Anfang an: verbrannt. Eine dicke Glasurschicht: verbrannt. Zu dünne Rippchen gekauft: trocken. Rub nur 5 Minuten: schmeckt nur die Oberfläche. Folie undicht: Dampf entweicht, trocken. Direkt nach dem Ofen geschnitten: Saft läuft aus. Kasseler nach Spareribs-Rezept: zu salzig und zerfallen. Flüssigkeit aus der Folie weggeschüttet: der beste Fond geht verloren. Zu viel Salz im Rub plus gesalzene Sauce: versalzen.

Häufige Fragen

Wie lange brauchen Rippchen im Backofen?

Zwei Stunden bei 150 Grad in Folie, dann 20 Minuten offen bei 200 Grad mit Glasur. Baby Back Ribs anderthalb Stunden.

Bei welcher Temperatur werden Rippchen zart?

Bei 120 bis 150 Grad. Das Bindegewebe braucht Zeit, ab 180 Grad bleiben sie zäh.

Muss ich Rippchen vorkochen?

Nein, das Kochen wäscht Geschmack aus. Die Folie mit Apfelsaft dämpft sie zart.

Warum sind meine Rippchen zäh?

Silberhaut nicht entfernt, zu heiß, zu kurz oder ohne Folie.

Kann ich Rippchen vorbereiten?

Ja, bis zum Ende der Folienzeit am Vortag, dann 30 Minuten erhitzen und glasieren.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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