Georgisches Essen: Typische Gerichte und ihre Besonderheiten

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten

Georgisches Essen steht für Käsebrot, Teigtaschen, Bohnen, Walnüsse und viel frische Kräuter. Die bekanntesten Gerichte sind Chatschapuri, Chinkali und Lobio. Laut Wikipedia galt die georgische Küche zu Sowjetzeiten als „Haute Cuisine“. Große Bedeutung hat sie bis heute beim gemeinsamen Festmahl, dem Supra.

Kurzantwort: Typisch georgisch sind Chatschapuri (Käsebrot), Chinkali (Teigtaschen mit Hackfleisch), Lobio (Bohnengericht) und Schaschlik. Walnüsse, Koriander und Käse wie Sulguni gehören fast überall dazu.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klassiker: Chatschapuri, Chinkali, Lobio und Mzwadi.
  • Walnüsse sind fester Bestandteil vieler Gerichte.
  • Der Westen isst schärfer, der Osten milder.
  • Beim Festmahl Supra leitet ein Tamada die Tafel.

Georgisches Essen im Überblick

Die georgische Küche ist laut Wikipedia sehr abwechslungsreich. Grund sind die regionalen Vorlieben. In Westgeorgien bevorzugt man pikante Speisen, in Ostgeorgien eher milde. Der Westen isst öfter Schweinefleisch, der Osten traditionell Rind und Lamm. Auch beim Getreide gibt es Unterschiede: Im Westen dominiert Mais, im Osten Weizen.

Gruppe Gerichte
Brot und Käse Chatschapuri, Mschadi (Maisbrot), Sulguni, Imeruli, Guda
Vorspeisen Badridschani (gefüllte Auberginen mit Walnusspaste), Basturma (luftgetrocknetes Rindfleisch)
Hauptspeisen Chinkali, Mzwadi (Schaschlik), Tschachochbili, Tschanachi
Beilagen und Suppen Lobio (rote Bohnen)
Soßen Baji (Walnusssoße), Tqemali (Mirabellensoße), Sasebela (Tomatensoße), Adschika (scharfe Paste)
Süßes Tschurtschchela, Pelamuschi

Chatschapuri: das georgische Käsebrot

Chatschapuri ist ein Brot, das vor dem Backen mit Käse gefüllt wird. Der Teig besteht laut Wikipedia aus Weizenmehl, Hefe oder Speisenatron und Mazoni, einem georgischen Joghurt. Gefüllt wird er mit geriebenem Imeruli- und Sulguni-Käse. Vor dem Backen wird er mit Ei bestrichen, danach mit Butter.

Jede Region hat eine eigene Variante:

  • Atscharuli: aus Adscharien, mit Sulguni und Eigelb.
  • Megruli: aus Mingrelien, mit Käse im Brot und darauf.
  • Imeruli: aus Imeretien, mit imeretischem Käse.
  • Ossuri: mit Käse und Kartoffelpüree.
  • Penowani: dreieckig, aus Blätterteig mit Sulguni.

In ländlichen Gegenden essen Georgier Chatschapuri schon zum Frühstück. In Städten gibt es das Brot an Kiosken und in Bistros. Wer den Teig selbst anrühren möchte, findet Grundlagen im Beitrag Hefeteig für Apfelmuskuchen. Mazoni ist ein georgischer Joghurt. Wie sich Joghurt selbst machen lässt, zeigt ein eigener Beitrag.

Chinkali: Teigtaschen mit Saft

Chinkali sind gefüllte Teigtaschen aus dem georgischen Hochgebirge. Die Füllung besteht meist aus Rinder- oder Schweinehack, Zwiebeln, Knoblauch, Pfeffer und Salz. Oft kommen frischer Koriander, Petersilie oder Kümmel dazu. Der Teig enthält Mehl, Wasser, Salz und gelegentlich Ei.

So entstehen die Chinkali laut Wikipedia:

  • Schritt 1: Die Füllung auf runde Teigscheiben geben.
  • Schritt 2: Den Rand in Falten legen und über der Füllung schließen.
  • Schritt 3: In Salzwasser garen.
  • Schritt 4: Mit zerlassener Butter und grobem schwarzem Pfeffer servieren.

Gegessen werden Chinkali mit der Hand. Man greift die Spitze, die kudi (Hut) heißt. Zuerst beißt man etwas Teig ab und trinkt den Saft. Dann isst man den Rest. Die harte Spitze bleibt liegen. Am Ende lässt sich zählen, wie viele Teigtaschen jeder geschafft hat.

Kurzantwort: Chinkali isst man mit den Fingern an der Spitze. Zuerst trinkt man den Saft, dann isst man die Tasche ohne den harten Teigknoten.

Lobio: Bohnen mit Walnüssen und Kräutern

Lobio ist ein traditionelles Bohnengericht. Es wird als Beilage oder allein als Fastenspeise serviert. Rote Bohnen werden eingeweicht und in Salzwasser gekocht. Das Wasser wird mindestens zweimal gewechselt. Danach werden die Bohnen leicht gestampft und mit gerösteten Zwiebeln, Koriander, Petersilie, Chili, Salz, Pfeffer und Knoblauch gewürzt.

Zum Standardgericht gehören laut Wikipedia Walnüsse. Optional kommen Sulguni, Porree oder Tkemali dazu. Serviert wird Lobio in Terrakottagefäßen mit Deckel. Es gibt auch mildere Formen mit weißen Bohnen und Dill oder mit grünen Bohnen und Ei.

Fleisch, Soßen und Gemüse

Fleisch spielt in Georgien eine große Rolle. Beliebt sind Schwein, Rind und Hammel. Bekannt ist Mzwadi, das georgische Schaschlik. Tschachochbili ist ein Hähncheneintopf mit Tomaten-Zwiebel-Soße. Tschanachi ist ein Hammeleintopf mit Auberginen.

Wichtig sind auch die Soßen. Baji ist eine Walnusssoße, Tqemali eine Soße aus Mirabellen. Sasebela ist eine typische Tomatensoße, Adschika eine sehr scharfe Peperonipaste. Ein besonderes Merkmal der georgischen Küche ist laut Wikipedia die Verwendung von Walnüssen als festem Bestandteil vieler Gerichte, während sie andernorts oft nur Garnitur sind.

Als Vorspeise passen eingelegte Zutaten gut zum Tisch. Ideen dazu liefert der Beitrag gepickeltes Gemüse.

Georgische Süßspeisen

Bekanntestes Dessert ist Tschurtschchela. Dabei werden Haselnuss- oder Walnusskerne auf eine Schnur gebunden. Man taucht sie in Traubensaft, der mit Mais- und Weizenmehl angedickt ist, bis sich eine dünne Schicht bildet. Dazu gibt es Pelamuschi, einen Pudding aus Traubensaft und Maismehl. Für Nussliebhaber passen auch Haselnussmakronen zum Nachtisch.

Das Festmahl Supra und der Tamada

Das georgische Essen gehört zur Gesellschaft. Beim Supra steht eine große Tafel, an der ein Tischmeister sitzt, der Tamada. Er lenkt das Geschehen und bringt Trinksprüche aus. Diese gelten allgemein den Gästen, ihren Kindern, Verwandten und Verstorbenen. Auch das Land und seine Geschichte werden bedacht.

Ein Supra dauert in der Regel mehrere Stunden. Es wird stets im Überfluss serviert, um die Großzügigkeit des Gastgebers zu zeigen. Wer nicht mehr trinken möchte, lässt das volle Glas stehen. Das gilt laut Wikipedia nicht als Unsitte. Getrunken werden georgischer Wein, Sekt, Weinbrand und Tschatscha, ein Tresterbrand.

Fazit

Georgisches Essen verbindet herzhaftes Käsebrot, saftige Teigtaschen und würzige Bohnengerichte mit Walnüssen und frischen Kräutern. Regionale Unterschiede machen die Küche vielfältig. Chatschapuri, Chinkali und Lobio bieten einen guten Einstieg. Wer mehr erleben möchte, findet im Supra die Tischkultur, in der das Essen seinen wichtigsten Platz hat.

FAQ – Häufige Fragen

Was isst man in Georgien typischerweise?

Chatschapuri, Chinkali, Lobio, Schaschlik, Walnusssoßen und viele Käsesorten.

Was ist Chatschapuri?

Ein Brot, das vor dem Backen mit Käse gefüllt wird. Meist dienen Imeruli- und Sulguni-Käse als Füllung.

Was sind Chinkali?

Gefüllte, gekochte Teigtaschen, meist mit Hackfleisch. Sie stammen aus dem georgischen Hochgebirge.

Wie isst man Chinkali richtig?

Mit der Hand an der Spitze. Erst den Saft trinken, dann die Tasche essen. Die Spitze bleibt liegen.

Was ist Lobio?

Ein Gericht aus roten Bohnen mit Zwiebeln, Kräutern, Knoblauch und Walnüssen.

Ist georgisches Essen scharf?

Im Westen bevorzugt man pikante Speisen, im Osten eher milde. Adschika ist eine sehr scharfe Paste.

Welche Käse gehören zur georgischen Küche?

Sulguni aus Mingrelien, Imeruli aus Imeretien und Guda aus den Bergen.

Was ist ein Supra?

Ein großes Festmahl mit einem Tamada, der die Trinksprüche leitet und die Tafel führt.

Was ist Tschurtschchela?

Eine Süßigkeit aus Nüssen, die in eingedickten Traubensaft getaucht werden.

Gibt es vegetarische georgische Gerichte?

Ja, zum Beispiel Lobio, Chatschapuri mit Käse und gefüllte Auberginen mit Walnusspaste.

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Quellen

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