Angeschnittener Nusskuchen mit Zuckerguss und gehackten Nüssen

Nusskuchen Rezept: saftig durch geröstete Haselnüsse

Kurzantwort: Ein saftiger Nusskuchen gelingt mit 200 g gemahlenen, kurz gerösteten Haselnüssen, 200 g Butter, 200 g Zucker, 4 Eiern und nur 150 g Mehl. Das Rösten der Nüsse vor dem Backen macht den größten geschmacklichen Unterschied. Backzeit: 45 bis 48 Minuten bei 175 Grad.

Nusskuchen wird oft trocken, weil zu viel Mehl und zu wenig Fett im Verhältnis zu den Nüssen verwendet wird. Gemahlene Nüsse binden zwar Ähnliches wie Mehl, bringen aber selbst kaum Feuchtigkeit mit, weshalb Butter und Eier hier eine größere Rolle spielen als in einem reinen Rührkuchen.

Der zweite Hebel liegt beim Rösten. Rohe, gemahlene Nüsse schmecken deutlich milder als kurz in der Pfanne geröstete, weil beim Rösten neue Aromastoffe entstehen, die im rohen Zustand einfach fehlen.

Unter dem Rezept steht, welche Nüsse sich eignen, warum Nusskuchen fachlich zu den sogenannten Sandkuchen zählt, und wie der Guss die Süße des Kuchens ausbalanciert.

Saftiger Nusskuchen — das Rezept

  • Vorbereitung: 25 Min.
  • Garzeit: 48 Min.
  • Gesamt: 1 Std. 13 Min.
  • Ergibt: 1 Kastenform oder Springform (24 cm), 12 Stücke
  • Pro Portion: 365 kcal

Zutaten

  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 200 g weiche Butter, plus etwas mehr für die Form
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 4 Eier, zimmerwarm
  • 1 Prise Salz
  • 150 g Mehl Type 405
  • 1 TL Backpulver
  • 100 ml Milch
  • 100 g Puderzucker für den Guss
  • 2 bis 3 EL Zitronensaft oder Wasser für den Guss
  • 2 EL gehackte Haselnüsse zum Bestreuen

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Form fetten und mit Mehl ausstreuen.
  2. Die gemahlenen Haselnüsse bei Bedarf in einer trockenen Pfanne 3 bis 4 Minuten rösten, bis sie duften, dann auf einem Teller abkühlen lassen.
  3. Butter, Zucker, Vanillezucker und Salz 5 Minuten hell und cremig aufschlagen.
  4. Die Eier einzeln unterrühren, jedes vollständig einarbeiten, bevor das nächste dazukommt.
  5. Die gerösteten Nüsse unterheben.
  6. Mehl und Backpulver mischen, sieben und abwechselnd mit der Milch unterrühren, nur auf niedrigster Stufe.
  7. Den Teig in die Form füllen und glattstreichen.
  8. 45 bis 48 Minuten backen, bis die Stäbchenprobe sauber herauskommt.
  9. 10 Minuten in der Form auskühlen lassen, dann stürzen und vollständig auskühlen lassen.
  10. Puderzucker mit Zitronensaft glattrühren, über den ausgekühlten Kuchen geben und mit gehackten Haselnüssen bestreuen.

Was einen Nusskuchen zum Sandkuchen macht

Nusskuchen gehört laut Wikipedia zur Familie der sogenannten schweren Sandmassen, gemeinsam mit Marmorkuchen, Englischem Kuchen, Donauwelle und Baumkuchen. Diese Kuchenart zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Fett und Zucker aus, verarbeitet nach dem klassischen Verfahren: Zucker und Fett werden schaumig gerührt, dann Vollei und Mehl abwechselnd untergezogen.

Gemäß den Leitsätzen für Feine Backwaren aus dem deutschen Lebensmittelbuch soll die Ausgangsmischung für Sandmasse mindestens 20 Prozent Butter oder Margarine und 20 Prozent Vollei enthalten. Diese Vorgabe erklärt, warum ein guter Nusskuchen nie an Butter oder Eiern sparen sollte, ohne an Textur zu verlieren.

Warum das für die eigene Küche wichtig ist

Wer beim Nachbacken die Buttermenge kürzt, um Kalorien zu sparen, verändert den Kuchen fundamentaler, als es zunächst scheint. Die Klassifikation als schwere Sandmasse ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines austarierten Verhältnisses von Fett, Ei und Mehl.

Der Unterschied zu leichten Sandmassen

Leichte Sandmassen werden anders hergestellt: Eier und Zucker werden warm aufgeschlagen, statt Fett und Zucker kalt zu verrühren, und erst danach kommt geschmolzenes Fett dazu. Das Ergebnis ist ein feinporigerer, aber auch trockenerer Kuchen, der für einen saftigen Nusskuchen weniger geeignet ist als das schwere Verfahren.

Für Nusskuchen hat sich deshalb über Generationen das schwere Verfahren durchgesetzt, obwohl es etwas mehr Zeit beim Aufschlagen von Butter und Zucker braucht. Der Unterschied in der Saftigkeit rechtfertigt diesen zusätzlichen Aufwand.

Welche Nüsse sich eignen

Haselnüsse sind die klassische Wahl für deutschen Nusskuchen, weil ihr Aroma kräftig, aber nicht so dominant wie bei Walnüssen ist. Walnüsse bringen eine leicht bittere, herbere Note mit, die manchen Kuchen erwachsener schmecken lässt.

Gemahlene Mandeln sind milder und eignen sich für alle, die den intensiven Nussgeschmack etwas zurücknehmen möchten. Eine Mischung aus Haselnüssen und Mandeln zu gleichen Teilen ist ebenfalls möglich und ergibt einen ausgewogenen Zwischenweg.

Gemahlen oder selbst gemahlen

Fertig gemahlene Nüsse aus der Tüte sind praktisch, verlieren aber schneller an Aroma als ganze Nüsse. Wer Zeit hat, mahlt ganze, geschälte Haselnüsse selbst in der Küchenmaschine, direkt vor der Verwendung.

Fein oder grob gemahlen

Sehr fein gemahlene Nüsse verhalten sich im Teig ähnlich wie Mehl und ergeben eine gleichmäßige Krume. Etwas gröber gemahlene Nüsse bringen zusätzlichen Biss, brauchen aber eine minimal längere Backzeit, weil sich die Feuchtigkeit im Teig etwas anders verteilt.

Für den ersten Versuch empfiehlt sich eine mittelfeine Mahlung, weder pulvrig noch grob gehackt. Sie lässt sich am besten mit der klassischen Nussmühle oder kurzen Intervallen in der Küchenmaschine erreichen, damit die Nüsse nicht durch die entstehende Reibungswärme öligbreiig werden.

Haselnüsse in einer Schale
Gemahlene Haselnüsse ersetzen einen Teil des Mehls und machen den Teig saftiger. Foto: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0

Warum Rösten den Geschmack verändert

Beim Rösten laufen dieselben Reaktionen ab wie beim Anbraten von Fleisch oder beim Toasten von Brot: Zucker und Aminosäuren in der Nuss reagieren bei Hitze und bilden neue, komplexere Aromastoffe. Dieser Vorgang wird als Maillard-Reaktion bezeichnet.

Drei bis vier Minuten in einer trockenen Pfanne bei mittlerer Hitze reichen aus. Länger geröstet, werden die Nüsse schnell bitter, weil die empfindlichen Öle in ihrem Inneren überhitzen.

Warum die Nüsse danach abkühlen müssen

Werden warme, geröstete Nüsse direkt in den Teig gegeben, können sie die Butter im Teig leicht anschmelzen und die Textur verändern. Ein paar Minuten Abkühlzeit auf einem Teller genügen.

Rösten im Ofen statt in der Pfanne

Wer größere Mengen rösten möchte, verteilt die Nüsse auf einem Backblech und röstet sie 8 bis 10 Minuten bei 150 Grad, dabei einmal wenden. Der Ofen bräunt gleichmäßiger als eine Pfanne, braucht aber mehr Zeit und Vorheizen.

Nüsse werden in einer Pfanne geröstet
Drei bis vier Minuten in der trockenen Pfanne reichen, um das Aroma zu wecken. Foto: Mark Bonica, CC BY 4.0

Der Teig: Zutaten im Detail

Zimmerwarme Butter lässt sich mit Zucker cremig aufschlagen und speichert dabei feine Luftbläschen. Die Eier kommen einzeln dazu, jedes vollständig untergerührt, bevor das nächste folgt, damit sich die Masse nicht trennt.

Weil die Nüsse bereits einen Großteil der Struktur übernehmen, braucht dieser Teig deutlich weniger Mehl als ein klassischer Rührkuchen. 150 Gramm Mehl auf 200 Gramm Nüsse ist ein bewährtes Verhältnis, das den Kuchen locker hält, ohne die Nussigkeit zu verwässern.

Die Milch wird erst zum Schluss untergerührt, nachdem Mehl und Nüsse bereits eingearbeitet sind. So lässt sich die Konsistenz des Teigs noch anpassen: Wirkt er zu fest, hilft ein Schuss mehr Milch, wirkt er zu flüssig, ein Löffel mehr gemahlene Nüsse.

Ein Block Butter
Zimmerwarme Butter lässt sich mit Zucker cremig aufschlagen, kalte Butter nicht. Foto: Meanos, Public domain
Rührteig in einer Schüssel
Die gerösteten Nüsse werden zuletzt vorsichtig unter den Teig gehoben. Foto: Lisa Brewster, CC BY-SA 4.0

Backen und die Stäbchenprobe

175 Grad Ober-/Unterhitze backen den Kuchen gleichmäßig durch, ohne die Oberfläche zu schnell zu bräunen. Wegen des hohen Fettanteils bräunt die Kruste bei diesem Kuchen ohnehin schneller als bei einem mageren Rührteig.

Die Stäbchenprobe wird ab Minute 40 regelmäßig wiederholt. Nussteige wirken durch die dunkle Farbe der Nüsse oft schon fertig, obwohl die Mitte noch feucht ist, deshalb lohnt sich die zusätzliche Kontrolle.

Wird der Kuchen in einer helleren Form gebacken, etwa aus Glas statt dunklem Metall, verlängert sich die Backzeit oft um wenige Minuten, weil helle Formen die Hitze weniger stark speichern.

Runde Springform aus Metall
Sowohl eine Springform als auch eine Kastenform eignen sich für dieses Rezept. Foto: Wilson Hui, CC BY 4.0

Der Guss

Ein einfacher Guss aus Puderzucker und Zitronensaft gleicht die Süße von Zucker und Nüssen etwas aus und gibt dem Kuchen eine glänzende Oberfläche. Wasser statt Zitronensaft funktioniert ebenfalls, schmeckt aber neutraler.

Der Guss sollte zähflüssig, aber noch gießbar sein, ähnlich wie dickflüssiger Honig. Zu dünner Guss zieht komplett in den Kuchen ein, zu dicker Guss lässt sich schlecht verteilen und bildet unschöne Klumpen.

Gehackte, geröstete Nüsse auf dem noch feuchten Guss verteilt, bleiben haften und geben zusätzlich Biss zur weichen Krume darunter.

Zuckerguss wird über einen Kuchen gegossen
Zitronensaft im Guss gleicht die Süße der Nüsse und des Zuckers etwas aus. Foto: sk8geek, CC BY-SA 4.0

Varianten

Mit Schokolade

100 Gramm grob gehackte Zartbitterschokolade, unter den fertigen Teig gehoben, ergänzen die Nüsse um eine leicht bittere, schmelzende Note. Die Stücke sollten nicht zu klein gehackt werden, sonst schmelzen sie beim Backen vollständig und die Schokolade ist am Ende nur noch als dunkle Marmorierung sichtbar, statt als eigene Textur.

Mit Rum

Ein Esslöffel brauner Rum im Teig verstärkt die Röstaromen der Nüsse und passt gut zur Winterzeit.

Mit Orangenabrieb

Der Abrieb einer unbehandelten Orange, unter den Teig gerührt, bringt eine frische Gegennote zu den intensiven Röstaromen der Nüsse und funktioniert auch im Guss anstelle von Zitrone.

Glutenfreie Version

Wird das Mehl komplett durch weitere gemahlene Nüsse oder glutenfreies Mehl ersetzt, wird der Kuchen dichter, aber weiterhin backfähig. Das Backpulver sollte dabei unbedingt glutenfrei zertifiziert sein, falls das für die Ernährung relevant ist.

Mit Preiselbeeren

Zwei bis drei Esslöffel Preiselbeerkonfitüre, marmoriert unter den Teig gezogen, bringen eine fruchtig-säuerliche Note, die den reichen Nussgeschmack auflockert.

Aufbewahren

Abgedeckt bei Zimmertemperatur hält sich der Nusskuchen vier bis fünf Tage, durch den hohen Fettanteil bleibt er dabei länger saftig als ein magerer Rührkuchen.

Eingefroren, am besten ungeschnitten und ohne Guss, hält er sich bis zu drei Monate. Der Guss kommt erst nach dem vollständigen Auftauen darüber.

Häufige Fragen

Warum ist mein Nusskuchen trocken?

Meist wegen zu wenig Fett im Verhältnis zu den Nüssen oder zu langer Backzeit. Butter und Eier sollten bei diesem Kuchen nicht reduziert werden.

Muss ich die Nüsse wirklich rösten?

Nicht zwingend, aber es macht einen deutlichen Unterschied im Aroma. Ungeröstete Nüsse schmecken merklich milder und weniger komplex.

Wie erkenne ich, ob die Nüsse fertig geröstet sind?

Sobald ein deutlicher, nussiger Duft aufsteigt und die Farbe eine Nuance dunkler wird, sind sie fertig. Rauch oder ein bitterer Geruch sind ein Zeichen, dass sie bereits zu weit sind.

Welche Nüsse eignen sich am besten?

Haselnüsse sind die klassische Wahl, Walnüsse herber, Mandeln milder. Eine Mischung ist ebenfalls möglich.

Kann ich fertig gemahlene Nüsse verwenden?

Ja, das ist praktisch, aber frisch gemahlene Nüsse schmecken intensiver, weil sie weniger lange gelagert wurden.

Warum wird mein Nusskuchen in der Mitte nicht fertig?

Weil die dunkle Farbe der Nüsse einen fertig gebackenen Eindruck vortäuscht. Die Stäbchenprobe sollte deshalb ab Minute 40 mehrfach wiederholt werden.

Kann ich den Kuchen ohne Guss servieren?

Ja, mit etwas Puderzucker bestäubt schmeckt er ebenfalls gut, wird dann aber insgesamt etwas weniger süß und glänzend. Gerade zu Kaffee passt die schlichtere Variante ohne Guss oft sogar besser, weil der Nussgeschmack dann klarer hervortritt.

Wie lange hält sich der Kuchen?

Abgedeckt bei Zimmertemperatur vier bis fünf Tage, eingefroren bis zu drei Monate.

Kann ich Walnüsse und Haselnüsse mischen?

Ja, eine Mischung zu gleichen Teilen ergibt einen ausgewogenen Geschmack zwischen der Milde der Haselnuss und der leichten Bitterkeit der Walnuss.

Warum fällt mein Kuchen nach dem Backen leicht zusammen?

Ein geringes Absinken in der Mitte ist bei nussreichen Kuchen normal, weil sie weniger Mehlgerüst zur Stabilisierung haben als reine Rührkuchen. Ein deutliches Einsinken deutet dagegen auf zu kurze Backzeit hin.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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