Bunt verzierte Cake Pops am Stiel in einem Ständer

Cake Pop Rezept: Kuchen am Stiel richtig selber machen

Kurzantwort: Cake Pops bestehen aus zerbröseltem, mit Frosting gebundenem Kuchen, der zu Kugeln geformt, auf einen Stiel gesteckt und in Schokolade getaucht wird. Nach dem Backen und Auskühlen des Kuchens dauert die eigentliche Cake-Pop-Herstellung rund eine Stunde, dazu kommt Kühlzeit zum Anziehen der Kugeln. Wichtigster Trick: die Masse darf nicht zu feucht sein, sonst rutscht die Kugel später vom Stiel.

Cake Pops sehen nach Konditorei aus, sind aber im Grunde nur Kuchen in neuer Form. Wer schon einmal einen einfachen Rührkuchen gebacken hat, kann auch Cake Pops machen – der Unterschied liegt in der Verarbeitung danach, nicht im Teig selbst.

Die häufigsten Probleme – Kugeln, die vom Stiel rutschen, oder Schokolade, die reißt – haben fast immer dieselbe Ursache: falsche Temperatur. Zu warme Kugeln, zu kalte Schokolade, oder beides gleichzeitig.

Unten steht Schritt für Schritt, worauf es bei Teig, Form und Überzug ankommt, und welche Fehler sich vermeiden lassen.

Cake Pops — das Rezept

  • Vorbereitung: 1 Std.
  • Garzeit: 25 Min.
  • Gesamt: 1 Std. 25 Min.
  • Ergibt: ca. 20 Cake Pops
  • Pro Portion: 125 kcal

Zutaten

  • 200 g Mehl
  • 150 g Zucker
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 2 Eier
  • 100 ml Milch
  • 80 g Butter, geschmolzen
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 100 g Frischkäse oder fertiges Vanille-Frosting
  • 300 g Kuvertüre oder Candy Melts, nach Wahl in 2 bis 3 Farben
  • 1 EL Kokosöl oder Pflanzenöl (macht die Kuvertüre geschmeidiger)
  • 20 Cake-Pop-Stiele
  • Streusel, Zuckerperlen oder gehackte Nüsse zum Dekorieren

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform fetten und mit Mehl ausstäuben.
  2. Mehl, Zucker, Backpulver und Salz vermischen. Eier, Milch, geschmolzene Butter und Vanilleextrakt dazugeben und zu einem glatten Teig verrühren.
  3. Teig in die Form füllen und 25 Minuten backen. Stäbchenprobe machen, dann vollständig auf einem Gitter auskühlen lassen.
  4. Den ausgekühlten Kuchen in eine große Schüssel bröseln, bis keine großen Stücke mehr übrig sind.
  5. Frischkäse oder Frosting esslöffelweise unter die Krümel kneten, bis eine formbare, nicht zu feuchte Masse entsteht.
  6. Aus der Masse etwa 20 gleich große Kugeln formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und 30 Minuten im Gefrierfach anziehen lassen.
  7. Kuvertüre im Wasserbad oder in der Mikrowelle in Intervallen schmelzen, mit dem Öl glattrühren.
  8. Die Spitze jedes Stiels in die Schokolade tauchen und etwa einen Zentimeter tief in eine Kugel stecken. Kurz fest werden lassen.
  9. Jede Kugel komplett in die Schokolade tauchen, leicht drehen, überschüssige Schokolade vorsichtig abtropfen lassen.
  10. Sofort mit Streuseln oder Zuckerperlen bestreuen, solange die Schokolade noch flüssig ist.
  11. Die Cake Pops aufrecht in einen Styroporblock oder einen Cake-Pop-Ständer stecken und vollständig trocknen lassen.

Der Kuchen: einfacher Rührteig reicht

Für Cake Pops muss der Kuchen nicht besonders sein – im Gegenteil, ein trockenerer Rührkuchen lässt sich sogar leichter zerbröseln als ein sehr saftiger. Schokoladenkuchen, Vanillekuchen oder Zitronenkuchen funktionieren alle gleich gut als Basis, solange sie nicht mit Sahne oder Pudding gefüllt sind, was die Masse später zu feucht macht.

Warum eine Kastenform praktischer ist als eine Springform

Eine Kastenform ergibt einen kompakteren Kuchen mit weniger Kruste im Verhältnis zur Krume, was das spätere Zerbröseln erleichtert. Springformkuchen mit viel Oberfläche brauchen mehr Frosting, um die trockenere Kruste zu binden, was den Geschmack am Ende leicht in Richtung süßer verschiebt.

Ein Stück heller Rührkuchen auf einem Teller
Ein einfacher, eher trockener Rührkuchen lässt sich am leichtesten zu Krümeln verarbeiten. Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Herkunft: eine Erfindung der 2000er-Jahre

Cake Pops gelten als Erfindung der amerikanischen Bloggerin und Konditorin Angie Dudley, die sie ab 2008 auf ihrem Blog Bakerella populär machte. Innerhalb weniger Jahre wurden sie zum festen Bestandteil amerikanischer Kindergeburtstage und Bäckereitheken, bevor sie auch nach Europa kamen.

Die Grundidee ist deutlich älter: Reste von Kuchen mit Creme oder Marmelade zu binden und neu zu formen, kennt die Backtradition schon lange, etwa bei den ungarischen Rum-Kugeln oder den klassischen Kuchen-Trüffeln. Neu an Cake Pops ist vor allem die Form am Stiel und die aufwendige Dekoration, die sich gut für Fotos und für Kinderfeiern eignet, weil jedes Stück einzeln in der Hand gehalten werden kann, ohne Teller und Gabel.

Krümel und Frosting: das richtige Verhältnis

Zu wenig Frosting, und die Kugeln zerfallen. Zu viel, und sie werden matschig und rutschen später vom Stiel. Ein guter Richtwert sind 100 Gramm Frosting auf einen Kuchen aus 200 Gramm Mehl – esslöffelweise dazugeben und zwischendurch die Konsistenz prüfen. Fertiges Frosting aus dem Glas funktioniert genauso wie selbst gerührte Buttercreme, solange es cremig und nicht zu flüssig ist.

Der Test mit der Handfläche

Eine kleine Portion der Masse in der Hand zu einer Kugel drücken. Hält sie ihre Form, ohne zu bröckeln oder zu kleben, ist das Verhältnis richtig. Bröckelt sie, fehlt Frosting, klebt sie stark an den Fingern, ist zu viel drin.

Formen und Kühlen

Saubere, leicht angefeuchtete Hände erleichtern das Formen erheblich, weil die klebrige Masse sonst an den Fingern kleben bleibt statt an sich selbst. Zwischendurch die Hände kurz abspülen hilft mehr als viel Mehl oder Puderzucker zum Bestäuben.

Gleich große Kugeln – am besten mit einem kleinen Portionierer oder Löffel abgemessen – sorgen dafür, dass alle Cake Pops gleichzeitig durchgekühlt und später gleichmäßig überzogen sind.

30 Minuten im Gefrierfach reichen, um die Kugeln fest genug für den nächsten Schritt zu machen. Länger als eine Stunde sollten sie nicht drinbleiben, sonst reißt die kalte Kugel die warme Schokolade beim Eintauchen und es bilden sich Risse im Überzug.

Geformte Kuchenkugeln auf einem Backblech
Gleich große Kugeln sorgen dafür, dass alle Cake Pops in derselben Zeit fest werden. Foto: Jamie, CC BY 4.0

Die Schokolade richtig schmelzen

Kuvertüre oder Candy Melts langsam schmelzen, entweder im Wasserbad bei milder Hitze oder in der Mikrowelle in 20-Sekunden-Intervallen, dazwischen jedes Mal umrühren. Zu schnelles Erhitzen lässt die Schokolade klumpen oder anbrennen. Ein hohes, schmales Gefäß eignet sich besser als eine flache Schüssel, weil sich die Kugeln darin vollständig eintauchen lassen, ohne dass zu wenig Schokolade für die letzten Cake Pops übrig bleibt.

Warum ein Löffel Öl den Unterschied macht

Reine Kuvertüre wird beim Abkühlen oft zu dickflüssig für einen dünnen, glatten Überzug. Ein Esslöffel geschmacksneutrales Öl oder Kokosöl macht sie geschmeidiger und verhindert, dass der Überzug am Ende zu dick und krümelig wirkt.

Geschmolzene Schokolade in einer Schüssel
Etwas Öl macht die Kuvertüre dünnflüssiger und den Überzug am Ende glatter. Foto: Teresa Trimm, CC BY-SA 4.0

Stiel und Kugel verbinden

Die Stielspitze zuerst in Schokolade tauchen und erst dann in die Kugel stecken – die Schokolade wirkt wie Klebstoff und ist der Hauptgrund, warum professionelle Cake Pops nicht vom Stiel rutschen, selbst wenn sie kopfüber transportiert werden. Papierstiele wie für Lutscher sind ungeeignet, weil sie sich mit der Zeit vollsaugen und weich werden – spezielle Cake-Pop-Stiele aus Kunststoff oder Papier mit Kunststoffbeschichtung halten dagegen zuverlässig.

Wie tief der Stiel stecken sollte

Etwa die Hälfte des Kugeldurchmessers reicht aus. Zu tief gesteckt, sprengt der Stiel die Kugel von innen, zu flach hält er nicht genug.

Fertige Cake Pops in Blau und Braun mit sichtbaren Stielen
Der Stiel trägt das ganze Gewicht der Kugel – Schokolade an der Spitze gibt ihm zusätzlichen Halt. Foto: Jamie from Birmingham, AL, USA, CC BY 2.0

Tunken ohne Risse

Die Kugel senkrecht in die Schokolade tauchen, komplett umschließen lassen, dann langsam wieder herausziehen und leicht drehen, während überschüssige Schokolade abtropft. Klopfen statt drehen presst zu viel Luft in die Schokolade und begünstigt Risse, außerdem verteilt sich die Schokolade dabei ungleichmäßiger als beim ruhigen Drehen über der Schüssel.

Warum die Kugel nicht zu kalt sein darf

Ein großer Temperaturunterschied zwischen eiskalter Kugel und warmer Schokolade lässt den Überzug beim Abkühlen reißen, weil sich beide Schichten unterschiedlich schnell zusammenziehen. Die Kugeln kurz vor dem Tunken ein paar Minuten bei Zimmertemperatur anwärmen lassen, wenn sie sehr lange im Gefrierfach waren.

Ein Cake Pop wird in Schokolade getaucht
Drehen statt Rühren verteilt die Schokolade gleichmäßig, ohne die Kugel zu beschädigen. Foto: Personal Creations, CC BY 2.0

Dekorieren und Trocknen

Streusel, Zuckerperlen oder gehackte Nüsse müssen aufgebracht werden, solange die Schokolade noch flüssig ist – nach dem Trocknen haftet nichts mehr. Deshalb Deko griffbereit haben, bevor mit dem Tunken begonnen wird. Ein kleines Schälchen pro Deko-Sorte, direkt neben der geschmolzenen Schokolade platziert, spart in der Eile viele Sekunden, in denen die Schokolade sonst schon anzieht.

Zum Trocknen die Cake Pops aufrecht in einen Styroporblock stecken, nicht liegend ablegen. Liegend bildet sich auf einer Seite eine flache Stelle, bevor die Schokolade komplett ausgehärtet ist.

Cake Pops trocknen aufrecht in einem Ständer
Aufrecht trocknen verhindert, dass die Schokolade an einer Seite eine Delle bekommt. Foto: Chris Martin from San Francisco, United States of America, CC BY 2.0

Aufbewahren und Vorbereiten

Die Kugeln lassen sich einen Tag im Voraus formen und ungetunkt im Kühlschrank aufbewahren. So bleibt am Tag des Servierens nur noch das Schmelzen der Schokolade und das Tunken übrig, was die Arbeit gut aufteilt und besonders vor einer Feier den Stress am eigentlichen Tag deutlich reduziert.

Warum vorbereitete Kugeln vor dem Tunken temperiert werden sollten

Direkt aus dem Kühlschrank sind die Kugeln oft zu kalt für einen reißfreien Überzug. Zehn Minuten bei Zimmertemperatur reichen, um den Temperaturschock beim Eintauchen zu vermeiden, ohne dass die Kugel wieder weich wird.

Varianten

Ohne Frosting, mit Nutella

Zwei bis drei Esslöffel Nutella statt Frosting binden die Krümel genauso gut und geben zusätzlich Schokogeschmack – dann passt ein Überzug aus Zartbitterkuvertüre besonders gut.

Als Oreo-Cake-Pops

Zerbröselte Oreo-Kekse mit etwas Frischkäse vermischt, ganz ohne Kuchen, ergeben eine schnellere Variante mit kräftigerem Geschmack.

Saisonale Farben

Weiße Kuvertüre lässt sich mit ölbasierten Lebensmittelfarben leicht einfärben – wasserbasierte Farben dagegen lassen die Schokolade gerinnen und sollten vermieden werden.

Cake Pops ohne Stiel, als Praline

Wer keine Stiele zur Hand hat, tunkt die Kugeln einfach ohne Stiel und lässt sie auf Backpapier trocknen. Serviert werden sie dann wie Pralinen, mit einem Löffel oder Gabelspitzen, statt in der Hand gehalten.

Häufige Fragen

Wie lange halten sich Cake Pops?

Bei Zimmertemperatur in einer verschlossenen Dose etwa eine Woche, im Kühlschrank bis zu zwei Wochen.

Kann ich Cake Pops einfrieren?

Ja, ohne Deko aus Zuckerperlen, die beim Auftauen feucht werden können. Vor dem Servieren langsam im Kühlschrank auftauen.

Warum reißt meine Schokolade beim Tunken?

Meist wegen zu großem Temperaturunterschied zwischen Kugel und Schokolade, seltener wegen zu schnellem Erhitzen der Kuvertüre.

Warum fällt meine Kugel vom Stiel?

Meistens, weil die Stielspitze nicht in Schokolade getaucht wurde, bevor sie in die Kugel gesteckt wurde, oder weil die Masse zu trocken war und keinen Halt gab.

Kann ich fertigen Kuchen vom Vortag verwenden?

Ja, sogar gut, weil er etwas trockener ist und sich leichter zerbröseln lässt als ein ganz frischer, noch feuchter Kuchen.

Wie bekomme ich einen komplett glatten Überzug ohne Streifen?

Eine dünnflüssige Schokolade mit etwas Öl und ein zügiges, gleichmäßiges Eintauchen ohne mehrfaches Nachtunken ergeben die glatteste Oberfläche.

Wie transportiere ich Cake Pops, ohne dass sie brechen?

Ein Karton mit Löchern, in die die Stiele gesteckt werden, hält die Kugeln in der Luft und verhindert, dass sie aneinander oder an der Verpackung reiben.

Muss es Kuvertüre sein, oder geht auch normale Schokolade?

Normale Tafelschokolade funktioniert, wird aber beim Abkühlen schneller stumpf statt glänzend, weil ihr die Kakaobutter-Zusammensetzung von Kuvertüre fehlt.

Warum werden meine Cake Pops innen matschig?

Meist wegen zu viel Frosting in der Masse. Lieber esslöffelweise dazugeben und nach jedem Löffel die Konsistenz mit dem Handtest prüfen.

Kann ich die Cake Pops schon Tage vorher fertig überziehen?

Ja, fertig dekoriert halten sie sich kühl und trocken gelagert mehrere Tage, ohne an Qualität zu verlieren.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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