Kalte Gurkensuppe mit Dill in einer weißen Schale

Gurkensuppe: Kaltes Rezept mit Joghurt, Dill und Knoblauch

Kurzantwort: Kalte Gurkensuppe entsteht aus entkernten Salatgurken, griechischem Joghurt, Dill, Knoblauch und Zitronensaft, die im Mixer glatt püriert und danach kalt gestellt werden. Für vier Portionen brauchst du zwei Gurken und 500 g Joghurt, die Zubereitung dauert 15 Minuten ohne Herd. Damit die Suppe nicht wässrig wird, werden die Gurkenkerne entfernt und die Würfel vorher gesalzen.

Gurkensuppe ist das Sommergericht für Tage, an denen niemand den Herd anschalten will. Sie ist in einer Viertelstunde fertig, kostet wenig und schmeckt nach zwei Stunden im Kühlschrank besser als frisch. Die Basis stammt aus der osteuropäischen und der griechischen Küche, wo Gurke, Joghurt und Dill seit Jahrhunderten zusammengehören.

Hier findest du das Grundrezept für die kalte Variante, die Erklärung, warum Entkernen und Salzen den Unterschied machen, die warme Gurkensuppe mit Kartoffeln für kühle Tage und die Fehler, die aus einer cremigen Suppe ein wässriges Gurkenwasser machen.

Kalte Gurkensuppe mit Dill in einer weißen Schale
Kalte Gurkensuppe braucht keinen Herd und ist in 15 Minuten fertig. Foto: E4024, CC BY-SA 4.0

Kalte Gurkensuppe mit Joghurt und Dill — das Rezept

  • Vorbereitung: 15 Min.
  • Gesamt: 15 Min.
  • Ergibt: 4 Portionen
  • Pro Portion: 140 kcal

Zutaten

  • 2 Salatgurken (etwa 800 g)
  • 500 g griechischer Joghurt (10 % Fett)
  • 150 ml kalte Gemüsebrühe oder Wasser
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Bund Dill (etwa 20 g)
  • 1/2 Bund Minze (nach Geschmack)
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • Zum Servieren: Gurkenwürfel, Dillspitzen, Olivenöl, Radieschen

Zubereitung

  1. Gurken waschen, längs halbieren und die Kerne mit einem Teelöffel herauskratzen. Eine Viertelgurke für die Garnitur fein würfeln und beiseitestellen.
  2. Die restlichen Gurken grob würfeln, in ein Sieb geben, mit 1 TL Salz vermischen und 10 Minuten Wasser ziehen lassen. Das ausgetretene Wasser weggießen.
  3. Knoblauch schälen und grob hacken. Dill und Minze waschen, trocken schütteln und die groben Stiele entfernen.
  4. Gurkenwürfel, Joghurt, Brühe, Knoblauch, Dill, Minze, Olivenöl und Zitronensaft in einen Standmixer geben und etwa eine Minute glatt pürieren.
  5. Mit Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Ist die Suppe zu dick, schluckweise kalte Brühe zugeben.
  6. Die Suppe mindestens 30 Minuten, besser zwei Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen.
  7. Vor dem Servieren noch einmal abschmecken, in Schalen füllen und mit Gurkenwürfeln, Dillspitzen, Radieschenscheiben und einem Faden Olivenöl anrichten.

Warum Gurkensuppe wässrig wird und wie du das verhinderst

Salatgurken bestehen zu etwa 96 Prozent aus Wasser. Das meiste davon sitzt im weichen Kerngehäuse. Wer die ganze Gurke püriert, bekommt eine dünne, grünliche Flüssigkeit, die nach wenig schmeckt und sich beim Stehen in Wasser und Feststoff trennt. Zwei Handgriffe lösen das Problem: Entkernen und Salzen.

Zum Entkernen halbierst du die Gurke längs und kratzt das weiche Innere mit einem Teelöffel heraus. Übrig bleibt das feste Fruchtfleisch mit dem meisten Geschmack. Danach würfelst du es, vermischst es mit einem Teelöffel Salz und lässt es zehn Minuten in einem Sieb stehen. Das Salz zieht einen Teil des Wassers heraus, das du weggießt. Die Suppe wird dadurch dichter und schmeckt intensiver nach Gurke.

Das Schälen ist Geschmackssache. Die Schale bringt Farbe und leichte Bitterstoffe mit. Bei Bio-Gurken oder Gurken mit dünner Schale kann sie dran bleiben, bei dicker, wachsiger Schale schälst du sie ab.

Aufgeschnittene Salatgurken auf einem Holzbrett
Salatgurken werden entkernt, damit die Suppe nicht wässrig wird. Foto: qnsagetyrtle, CC BY-SA 4.0

Die Zutaten im Einzelnen

Salatgurken sind die Standardwahl. Kleine Landgurken oder Minigurken schmecken intensiver und enthalten weniger Wasser, du brauchst dann etwa 700 g. Griechischer Joghurt mit zehn Prozent Fett gibt die cremige Textur, die die Suppe zusammenhält. Naturjoghurt mit 3,5 Prozent geht auch, die Suppe wird dann dünner und säuerlicher. Wer es leichter will, mischt Joghurt und Buttermilch zur Hälfte.

Dill ist das Leitgewürz. Ein ganzer Bund klingt viel, verliert im Mixer aber schnell an Kraft. Minze bringt Frische, Petersilie oder Schnittlauch sind Alternativen, wenn kein Dill da ist. Knoblauch bleibt bei einer Zehe, roh entfaltet er im kalten Gericht deutlich mehr Schärfe als gegart.

Zitronensaft und Olivenöl runden ab. Die Säure hebt den Gurkengeschmack, das Öl bindet Aromen und gibt der Suppe Glanz. Statt Zitrone passt auch ein Spritzer Weißweinessig.

Frischer Dill auf einem Tisch
Dill ist das Leitgewürz der Gurkensuppe. Foto: Public Domain Photos, CC BY 4.0

Joghurt, Buttermilch oder Sahne?

Die Milchbasis bestimmt Textur und Geschmack. Griechischer Joghurt ergibt eine dicke, fast dipartige Suppe, die mit Brühe verdünnt wird. Buttermilch macht sie leicht und leicht säuerlich, typisch für die polnische und litauische Variante. Saure Sahne oder Schmand geben Fülle, werden aber schnell schwer. Für eine vegane Version eignet sich ungesüßter Sojajoghurt oder Kokosjoghurt, letzterer bringt eine leichte Kokosnote mit.

Wichtig bei allen Varianten: Die Milchbasis muss kalt sein, sonst wird die Suppe im Mixer warm und muss länger kühlen.

Griechischer Joghurt in einer Schüssel
Griechischer Joghurt mit 10 Prozent Fett macht die Suppe cremig. Foto: Average Jane, CC BY 4.0

Schritt für Schritt zur cremigen Konsistenz

Nach dem Entkernen und Salzen kommen alle Zutaten in den Standmixer. Ein Pürierstab funktioniert, hinterlässt aber kleine Stückchen, die manche mögen und andere nicht. Im Standmixer wird die Suppe in einer Minute samtig. Fang mit wenig Brühe an und gib schluckweise nach, bis die Suppe vom Löffel fließt, aber noch Körper hat.

Danach kommt der wichtigste Schritt: die Kühlzeit. Direkt aus dem Mixer schmeckt die Suppe flach. Nach zwei Stunden im Kühlschrank haben sich Dill, Knoblauch und Zitrone verbunden, die Suppe ist dichter und kälter. Vor dem Servieren noch einmal abschmecken, weil Kälte Salz und Säure dämpft.

Standmixer mit grüner Suppe
Ein Standmixer püriert die Suppe in einer Minute glatt. Foto: lynn dombrowski, CC BY-SA 4.0

Die warme Gurkensuppe für kühle Tage

Gurkensuppe funktioniert auch warm, dann mit Kartoffeln als Bindung statt Joghurt. Für vier Portionen dünstest du eine gewürfelte Zwiebel in Butter an, gibst 300 g gewürfelte, geschälte Kartoffeln und zwei entkernte, gewürfelte Gurken dazu und löschst mit 800 ml Gemüsebrühe ab. Nach 15 Minuten sind die Kartoffeln weich. Dann pürierst du die Suppe, rührst 100 g Schmand ein und schmeckst mit Dill, Salz, Pfeffer und Zitronensaft ab.

Die warme Variante ist milder und sättigender. Sie verträgt geräucherten Lachs, gebratene Garnelen oder knusprige Speckwürfel als Einlage. Auch hier gilt: Gurken entkernen, sonst wird die Suppe dünn.

Geschälte Kartoffeln in einem Topf
Die warme Variante bindet mit Kartoffeln statt mit Joghurt. Foto: shawnzrossi, CC BY 4.0

Einlagen und Garnitur

Die Garnitur gibt der glatten Suppe Biss. Klassisch sind fein gewürfelte Gurke, Dillspitzen, ein Faden Olivenöl und etwas grober Pfeffer. Radieschenscheiben bringen Schärfe und Farbe. Geröstete Brotwürfel, Pinienkerne oder Sonnenblumenkerne geben Crunch. Wer die Suppe als Hauptgericht essen will, legt Räucherlachs, gebratene Garnelen, gegrillten Halloumi oder ein pochiertes Ei hinein.

Aus der spanischen Küche stammt die Idee, ein paar Tropfen Sherryessig und Mandelblättchen darüberzugeben. Aus Griechenland kommt die Version mit Feta-Bröseln und Oregano. Beides passt zur kalten Grundsuppe.

Suppe mit Kräutern und Olivenöl garniert
Olivenöl, Kräuter und Gurkenwürfel als Garnitur. Foto: goblinbox_(queen_of_ad_hoc_bento), CC BY 4.0

Gurkensuppe in den Küchen Europas

Die kalte Gurkensuppe hat viele Verwandte. In Bulgarien heißt sie Tarator und wird mit Joghurt, Walnüssen, Dill und Knoblauch angerührt, oft so dünn, dass man sie trinkt. In Polen ist der Chłodnik eine Sommersuppe aus Buttermilch, Gurke, Radieschen und Roter Bete, die die Suppe rosa färbt. Litauen kennt den Šaltibarščiai, fast identisch, mit einem halben gekochten Ei obenauf. In Spanien gibt es die Gurke als Teil der Gazpacho, in Andalusien als weiße Ajoblanco-Variante mit Mandeln.

Griechenland liefert mit Tzatziki den Dip, der die Grundidee im Kleinen zeigt: Gurke, Joghurt, Knoblauch, Öl. Wer Tzatziki mit Brühe verdünnt und Dill zugibt, ist beim Grundrezept dieser Seite. Die deutsche Küche kannte Gurkensuppe lange nur warm, als Rahmsuppe mit Kartoffel und Dill, die in Ostdeutschland zu den Sommerklassikern gehörte.

Welche Gurken sich eignen

Die lange Salatgurke aus dem Gewächshaus ist überall zu haben, mild und wasserreich. Landgurken oder Schmorgurken sind kürzer, dicker, haben eine rauere Schale und mehr Geschmack, aber auch mehr Kerne. Minigurken, oft als Snackgurken verkauft, sind fest und süßlich und brauchen kaum Entkernen. Einlegegurken sind zu bitter und zu hart für die Suppe.

Frische erkennst du an fester Haut ohne weiche Stellen und an einem grünen, nicht vergilbten Stielansatz. Gurken lagerst du bei 12 bis 15 Grad, im Kühlschrank werden sie nach wenigen Tagen glasig. Für die Suppe ist das unproblematisch, für den Salat nicht.

Nährwerte und Sättigung

Eine Portion der kalten Gurkensuppe mit griechischem Joghurt liefert etwa 140 kcal, 7 g Eiweiß, 9 g Fett und 8 g Kohlenhydrate. Das meiste Fett stammt aus Joghurt und Olivenöl. Mit Naturjoghurt sinkt der Wert auf rund 100 kcal, mit Buttermilch auf etwa 80. Die Suppe ist eine Vorspeise oder ein leichtes Mittagessen. Als Hauptgericht braucht sie eine Einlage mit Eiweiß, etwa Lachs, Garnelen oder Ei, und ein Stück Brot.

Gurken liefern Kalium, etwas Vitamin K und viel Wasser, was die Suppe an heißen Tagen zu einer sinnvollen Flüssigkeitsquelle macht. Der Joghurt bringt Kalzium und Milchsäurebakterien mit.

Was dazu passt

Zur kalten Gurkensuppe passt knuspriges Brot: Baguette, Fladenbrot, geröstetes Sauerteigbrot mit Olivenöl. Als Menüfolge funktioniert sie als Vorspeise vor gegrilltem Fisch, Lammkoteletts oder einem Gemüseteller vom Grill. Als Getränk eignen sich ein trockener Weißwein wie Grüner Veltliner oder Sauvignon Blanc, alkoholfrei ein Wasser mit Gurkenscheiben und Minze.

Varianten des Grundrezepts

Mit Avocado wird die Suppe noch cremiger: Eine reife Avocado mitpürieren und den Joghurt auf 300 g reduzieren. Mit einer Handvoll Spinat oder Rucola bekommt sie mehr Grün und leichte Bitterkeit. Ein Stück Ingwer und Limette statt Zitrone führen Richtung Asien, dazu passt Koriander statt Dill. Mit Melone wird es eine Vorspeise: 200 g Honigmelone mitpürieren und den Knoblauch weglassen.

Für Kinder lässt du Knoblauch und Minze weg und gibst einen Teelöffel Honig dazu. Für eine Low-Carb-Version bleibt das Rezept unverändert, die Suppe hat pro Portion rund 8 g Kohlenhydrate.

Aufbewahren und vorbereiten

Die kalte Gurkensuppe hält sich abgedeckt zwei Tage im Kühlschrank. Sie setzt sich etwas ab, vor dem Servieren kurz durchrühren. Einfrieren eignet sich nicht, Joghurt flockt beim Auftauen aus und die Gurke wird wässrig. Die warme Variante mit Kartoffeln lässt sich dagegen gut einfrieren, den Schmand rührst du erst nach dem Aufwärmen ein.

Für ein Buffet oder eine Gartenparty bereitest du die Suppe am Vortag zu und servierst sie in kleinen Gläsern mit Garnitur. Gut gekühlt bleibt sie bis zu drei Stunden am Tisch stabil.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist die ganze Gurke mit Kernen im Mixer, das Ergebnis ist dünn und fad. Der zweite ist zu viel Knoblauch: Roh und kalt wirkt er doppelt so stark wie gegart, eine Zehe reicht für vier Portionen. Der dritte ist das Servieren direkt aus dem Mixer ohne Kühlzeit. Auch zu viel Brühe auf einmal ist ein Problem, weil sich die Suppe nicht wieder eindicken lässt, deshalb schluckweise zugeben. Wer die Suppe zu lange mixt, erwärmt sie durch die Reibung und muss länger kühlen.

Häufige Fragen

Muss die Gurke für Gurkensuppe geschält werden?

Nein. Die Schale gibt Farbe und leichte Bitterstoffe. Nur bei dicker, wachsiger Schale lohnt das Schälen.

Warum schmeckt meine Gurkensuppe bitter?

Bitterstoffe sitzen im Stielende und in der Schale mancher Sorten. Das Ende großzügig abschneiden und probieren, im Zweifel schälen.

Kann ich Gurkensuppe ohne Mixer machen?

Ja, mit dem Pürierstab in einem hohen Gefäß. Die Suppe bleibt etwas stückiger.

Wie lange muss kalte Gurkensuppe kühlen?

Mindestens 30 Minuten, besser zwei Stunden. Dann verbinden sich die Aromen.

Ist Gurkensuppe gesund?

Sie hat rund 140 kcal pro Portion, viel Wasser, Kalium aus der Gurke und Eiweiß aus dem Joghurt.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

Nach oben scrollen