Selbstgemachte Remoulade in einer Schüssel mit Kräutern

Remoulade Rezept: Klassische Sauce selbst gemacht

Kurzantwort: Remoulade besteht aus einer Mayonnaise-Basis, die mit fein gehacktem Ei, Gewürzgurken, Kapern, Schalotte, Senf und Kräutern verfeinert wird. Für rund 300 g brauchst du 250 g Mayonnaise und je ein bis zwei Esslöffel der übrigen Zutaten, die Zubereitung dauert etwa 20 Minuten reine Arbeitszeit. Wichtig ist die Ruhezeit danach: Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank, damit sich die Aromen von Kapern und Kräutern mit der Mayonnaise verbinden.

Fertige Remoulade aus dem Glas schmeckt oft nach wenig mehr als gesüßter Mayonnaise, weil die stückigen Zutaten, die eine echte Remoulade ausmachen, industriell kaum wirtschaftlich beizumischen sind. Selbst gemacht ist der Unterschied sofort zu schmecken: Kapern und Gewürzgurken geben Biss und Säure, das Ei macht die Sauce milder und sämiger.

Das Rezept unten braucht keine Küchenmaschine und keine Sonderzutaten, nur etwas Zeit zum Kleinschneiden. Danach folgen Hinweise zur Auswahl der Mayonnaise, zu Varianten mit Senf oder Curry und zur Haltbarkeit im Kühlschrank.

Wer schon einmal Remoulade in einem norddeutschen Fischrestaurant probiert hat, kennt den Unterschied zur Supermarktware meist sofort: mehr Textur, mehr Säure, weniger Süße. Genau diese drei Punkte lassen sich beim Selbermachen gezielt steuern, ohne dass dafür ungewöhnliche Zutaten nötig wären – die meisten liegen bereits im Kühlschrank oder stehen im Supermarktregal direkt nebeneinander.

Remoulade selbst gemacht — das Rezept

  • Vorbereitung: 20 Min.
  • Garzeit: 10 Min.
  • Gesamt: 30 Min.
  • Ergibt: ca. 300 g, 8 Portionen als Beilage
  • Pro Portion: 230 kcal

Zutaten

  • 250 g Mayonnaise, gute Qualität
  • 1 Ei
  • 2 EL Gewürzgurken, fein gewürfelt
  • 1 EL Kapern, gehackt
  • 1 kleine Schalotte, fein gewürfelt
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1 EL Petersilie, fein gehackt
  • 1 TL Estragon, frisch oder getrocknet
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Prise Zucker

Zubereitung

  1. Ei in kochendem Wasser 9 Minuten hart kochen, danach kalt abschrecken und pellen.
  2. Das gepellte Ei fein hacken. Gewürzgurken, Kapern und Schalotte ebenfalls sehr fein würfeln.
  3. Mayonnaise mit Senf und Zitronensaft in einer Schüssel glattrühren.
  4. Ei, Gewürzgurken, Kapern, Schalotte, Petersilie und Estragon unter die Mayonnaise heben.
  5. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken, dabei die Säure der Gurken und Kapern mitbedenken.
  6. Die Remoulade abgedeckt mindestens 30 Minuten, besser 2 Stunden, im Kühlschrank ziehen lassen, bevor sie serviert wird.

Woher Remoulade kommt und was sie von Mayonnaise unterscheidet

Remoulade ist im Kern eine veredelte Mayonnaise: Die Basis bleibt gleich, dazu kommen aber stückige, säuerliche und würzige Zutaten wie Ei, Gewürzgurken und Kapern, die eine einfache Mayonnaise nicht hat. In Deutschland ist die Sauce vor allem als Begleiter zu Fischbrötchen und paniertem Fisch bekannt, ihren Ursprung hat sie aber in der französischen Küche, wo „sauce rémoulade“ traditionell mit Senfgurken, Kapern und Kräutern angerührt wird.

Warum selbst gemacht anders schmeckt

Industriell gefertigte Remoulade wird meist gesüßt und mit deutlich weniger stückigen Zutaten hergestellt, weil das die Haltbarkeit erleichtert. Selbst gemacht lassen sich Säure, Schärfe und Salzgehalt genau auf den eigenen Geschmack einstellen, und die einzelnen Zutaten bleiben als Textur spürbar, statt nur als Geschmack im Hintergrund mitzuschwingen.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Menge an Konservierungs- und Verdickungsstoffen: Fertigprodukte brauchen eine lange Haltbarkeit im ungeöffneten Glas, selbst gemachte Remoulade dagegen nur wenige Tage im Kühlschrank, wodurch sie ganz ohne solche Zusätze auskommt.

Selbstgemachte Remoulade in einer Schüssel mit Kräutern
Mayonnaise, Ei, Gewürzgurken und Kräuter ergeben die klassische Remoulade. Foto: Alupus, CC BY-SA 3.0

Die richtige Mayonnaise als Basis wählen

Für dieses Rezept eignet sich eine milde, nicht zu süße Mayonnaise am besten, weil die Remoulade sonst schnell in Richtung Süße statt Würze kippt. Wer Zeit hat, rührt die Mayonnaise selbst aus Eigelb, Öl, Senf und etwas Essig an; das dauert nur wenige Minuten länger, ergibt aber eine festere, geschmacklich neutralere Basis als viele fertige Produkte.

Fertige Mayonnaise sinnvoll aufwerten

Wer fertige Mayonnaise verwendet, kann mit einem zusätzlichen Teelöffel Senf und ein paar Tropfen Zitronensaft nachhelfen, damit die Basis nicht zu mild und rund schmeckt. Das gleicht einen Teil des Unterschieds zur selbst gerührten Variante aus, ohne zusätzlichen Aufwand.

Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich zusätzlich: Mayonnaisen mit hohem Eigelbanteil und wenig Zucker binden die späteren Zutaten stabiler und schmecken insgesamt weniger süß als preisgünstige Varianten, die oft mit Zucker oder Glukosesirup nachhelfen, um milder zu wirken.

Cremiger Senf in einer kleinen Schale
Ein Teelöffel Senf rundet die Mayonnaise-Basis ab. Foto: WordRidden, CC BY 4.0

Ei, Gewürzgurken und Kapern richtig vorbereiten

Alle drei Zutaten sollten sehr fein gehackt oder gewürfelt werden, damit sie sich gut in die Sauce einbinden und beim Essen nicht als große Stücke auffallen. Ein scharfes kleines Messer arbeitet hier genauer als ein Blitzhacker, der das Ei schnell zu Brei verarbeitet statt zu feinen Krümeln.

Wie hart das Ei sein sollte

Neun Minuten Kochzeit ergeben ein durchgehend festes Eigelb ohne grünlichen Rand, der bei zu langer Kochzeit entsteht und leicht schwefelig schmeckt. Nach dem Kochen sofort in kaltem Wasser abschrecken, dann lässt sich die Schale außerdem leichter lösen.

Fein gehacktes hartgekochtes Ei in einer Schüssel
Das Ei macht die Remoulade milder und cremiger. Foto: NatalieMaynor, CC BY 4.0

Gewürzgurken und Kapern als Geschmacksträger

Gewürzgurken bringen die charakteristische Süße-Säure-Balance in die Remoulade, während Kapern für eine feine, leicht salzige Schärfe sorgen. Wer Kapern in Salz statt in Lake kauft, sollte sie vor dem Verarbeiten kurz in Wasser abspülen, damit die Sauce nicht zu salzig wird. Beide Zutaten stammen ursprünglich aus der mediterranen Küche und haben sich über Frankreich in die norddeutsche Fischküche eingebürgert, wo sie heute kaum noch wegzudenken sind.

Fein gewürfelte Gewürzgurken auf einem Schneidebrett
Gewürzgurken bringen Säure und Biss in die Sauce. Foto: Gates of Ale, CC BY-SA 4.0

Mengenverhältnis anpassen

Wer es milder mag, reduziert die Kapern auf die Hälfte, wer es kräftiger mag, erhöht die Menge an Gewürzgurken. Beides verändert die Grundstruktur der Sauce nicht, solange das Verhältnis von Mayonnaise zu stückigen Zutaten insgesamt nicht zu knapp wird.

Kapern in einem Glas in Nahaufnahme
Kapern geben der Remoulade eine leicht salzige Schärfe. Foto: timlewisnm, CC BY-SA 4.0

Kräuter und die letzten Aromen

Petersilie und Estragon sind die klassische Kombination für Remoulade, weil Estragon eine leicht anisartige Note beisteuert, die zu Fisch besonders gut passt. Frische Kräuter sollten erst kurz vor dem Servieren untergehoben werden, damit sie ihre Farbe behalten und nicht in der Sauce nachdunkeln.

Fein gehackte frische Petersilie
Frische Kräuter sollten erst kurz vor dem Servieren untergehoben werden. Foto: phil_g, CC BY-SA 4.0

Getrocknete statt frische Kräuter

Getrockneter Estragon funktioniert als Ersatz, sollte aber etwa 10 Minuten in der fertigen Sauce ziehen, damit sich sein Aroma entfalten kann, bevor abgeschmeckt wird. Die Menge lässt sich dabei auf ein Drittel der frischen Angabe reduzieren, da getrocknete Kräuter intensiver schmecken.

Statt Estragon passen auch Dill oder Kerbel gut zur Remoulade, besonders wenn sie später zu Fisch serviert wird. Beide Kräuter bringen eine ähnlich feine, leicht süßliche Note wie Estragon, ohne dessen markante Anis-Note, was die Sauce insgesamt milder wirken lässt.

Varianten der klassischen Remoulade

Ein Teelöffel Currypulver verwandelt die Sauce in eine Curry-Remoulade, die gut zu Fischbrötchen und Pommes passt. Für eine schärfere Variante sorgen ein Spritzer Worcestersauce oder etwas abgeriebener Meerrettich, beide passen ebenfalls gut zu gebratenem oder paniertem Fisch.

Wer es mediterraner mag, ersetzt einen Teil der Kapern durch fein gehackte schwarze Oliven und gibt etwas Knoblauch dazu – das Ergebnis erinnert dann eher an eine Aioli mit Remoulade-Einschlag als an die norddeutsche Fischbrötchen-Sauce, passt dafür sehr gut zu gegrilltem Gemüse und Grillfleisch.

Remoulade ohne Ei

Wer auf das gekochte Ei verzichten möchte, lässt es einfach weg und gleicht die Textur mit einem zusätzlichen Esslöffel fein gewürfelter Gewürzgurke aus. Der Geschmack wird dadurch etwas schärfer und weniger mild, bleibt aber insgesamt nah am Originalrezept.

Süß-scharfe Remoulade

Ein halber Teelöffel Honig zusammen mit etwas mehr Senf ergibt eine süß-scharfe Variante, die vor allem zu kräftigem Grillfleisch und Burgern gut passt. Die Süße sollte dabei sparsam dosiert werden, damit die Remoulade nicht in Richtung Dessertsauce kippt.

Wozu Remoulade passt und wie sie serviert wird

Klassisch begleitet Remoulade gebratenen oder panierten Fisch, Fischbrötchen und Frikadellen, sie eignet sich aber auch als Dip zu Pommes oder als Brotaufstrich für Sandwiches mit kaltem Braten. Wichtig ist, sie erst kurz vor dem Servieren aufzutragen, damit paniertes Gut nicht durch die Feuchtigkeit der Sauce weich wird.

Auch zu einfachen Gerichten wie Ofenkartoffeln, Spargel oder hartgekochten Eiern passt die Sauce gut, weil ihre Säure einen Ausgleich zu eher milden, sättigenden Beilagen schafft. In der kalten Küche lässt sie sich außerdem als Basis für einen einfachen Kartoffelsalat verwenden, statt diesen ausschließlich mit Essig und Öl anzumachen.

Gebratener Fisch auf einem Teller mit Reis und Zitrone
Klassisch begleitet Remoulade gebratenen Fisch und Beilagen wie Reis oder Salat. Foto: shankar s., CC BY 4.0

Aufbewahren und Haltbarkeit

Wegen des rohen oder halbrohen Eis in mancher Mayonnaise sowie der frischen Kräuter gehört selbst gemachte Remoulade in ein sauberes, verschlossenes Gefäß im Kühlschrank, wo sie sich zwei bis drei Tage hält. Danach lässt die Frische der Kräuter und Gurken merklich nach, auch wenn die Sauce nicht sofort verdirbt.

Ein sauberer Löffel beim Entnehmen verlängert die Haltbarkeit spürbar, weil damit keine Keime aus anderen Lebensmitteln in die Sauce gelangen. Wer größere Mengen auf Vorrat zubereitet, füllt die Remoulade am besten in mehrere kleine, fest verschließbare Gläser statt in ein großes Gefäß, aus dem über mehrere Tage entnommen wird.

Häufige Fragen

Wie lange ist selbst gemachte Remoulade haltbar?

Im Kühlschrank abgedeckt gut zwei bis drei Tage, danach verliert sie an Frische. Da die Mayonnaise-Basis empfindlich auf Wärme reagiert, sollte die Remoulade nie länger als eine Stunde bei Zimmertemperatur stehen.

Kann ich Remoulade einfrieren?

Nein, die Mayonnaise-Basis trennt sich beim Auftauen in Öl und wässrige Bestandteile und lässt sich danach nicht mehr glatt rühren. Remoulade sollte deshalb immer frisch zubereitet und innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden.

Warum ist meine Remoulade zu flüssig?

Meist liegt es an zu feuchten Gewürzgurken oder Kapern, die nicht ausreichend abgetropft wurden. Vor dem Verarbeiten Gurken und Kapern kurz auf Küchenpapier legen, damit überschüssige Flüssigkeit nicht in die Sauce läuft.

Kann ich Remoulade vegan zubereiten?

Ja, mit einer pflanzlichen Mayonnaise auf Basis von Sojamilch oder Aquafaba als Grundlage und ohne das Ei. Gewürzgurken, Kapern, Senf und Kräuter bleiben gleich und sorgen weiterhin für den charakteristischen Geschmack.

Was ist der Unterschied zwischen Remoulade und Tartarsauce?

Beide Saucen ähneln sich stark, Tartarsauce verzichtet aber meist auf Senf und setzt stärker auf Zwiebeln oder Schalotten als Hauptaroma. In vielen Rezepten werden die Namen heute ohnehin austauschbar verwendet, historisch ist die Remoulade jedoch die würzigere, senflastigere Variante.

Kann ich die Remoulade schärfer machen?

Ein zusätzlicher Teelöffel scharfer Senf, etwas Meerrettich oder ein Spritzer Tabasco machen die Sauce schärfer, ohne die Grundstruktur zu verändern. Am besten in kleinen Schritten zugeben und zwischendurch abschmecken, damit die Balance nicht kippt.

Warum schmeckt meine Remoulade bitter?

Meist liegt es an zu viel Senf oder an Kapern, die nicht abgespült wurden und noch stark nach ihrer Salzlake schmecken. Eine Prise Zucker gleicht leichte Bitterkeit oft aus, ohne dass die Sauce dadurch süß schmeckt.

Wie viel Remoulade braucht man pro Person?

Als Beilage zu Fisch oder Fischbrötchen reichen 30 bis 40 g pro Person, also etwa zwei gehäufte Esslöffel. Für ein Buffet mit mehreren Dips lässt sich diese Menge auf 20 g pro Person reduzieren, da dort meist mehrere Saucen zur Auswahl stehen.

Kann ich das Rezept verdoppeln?

Ja, alle Mengen lassen sich problemlos verdoppeln oder verdreifachen, solange ausreichend Zeit zum Kleinschneiden von Ei, Gurken und Kapern eingeplant wird. Bei größeren Mengen lohnt sich ein Blitzhacker mit Pulsfunktion, der die Zutaten grob zerkleinert, ohne sie wie bei Dauerbetrieb komplett zu Brei zu verarbeiten.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion geschmacksguru.com — sie schreibt hier über Rezepte, Zutaten und Küchentechnik.

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